Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Gold ist mit einem Plus in den Dezember gestartet und lag am späten Vormittag im Londoner Handel rund 1 % höher. Die Gewinne schließen an eine viermonatige Rally im November an, die zuletzt durch einen kräftigen Anstieg von 3,75 % in der Vorwoche gestützt wurde. Dennoch notiert Gold weiterhin etwa 3 % unter seinem Rekordhoch von 4.381 Dollar aus dem Oktober, während Silber nach einem satten Wochenplus von 12,8 % über Nacht in neue, bislang unerreichte Bereiche vorgestoßen ist. Entscheidend wird nun sein, ob Gold von einem schwächeren US-Dollar zusätzlichen Rückenwind erhält - oder ob steigende Anleiherenditen in Japan den Preis ähnlich belasten wie zuletzt die Aktienmärkte. Händler müssen beide Szenarien im Blick behalten.
Fundamental bleiben die Erwartungen weiterer Zinssenkungen der US-Notenbank ein wesentlicher Preistreiber für Gold, flankiert von anhaltenden politischen und geopolitischen Unsicherheiten. Auch die Nachfrageseite wirkt zunehmend stützend - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der fortlaufenden Diskussionen über Entdollarisierung und der weiterhin hohen Goldkäufe der Notenbanken, allen voran in China.
Ob die Käufe der chinesischen Zentralbank in dieser Intensität anhalten, ist allerdings ungewiss. Schon kleine Hinweise auf eine nachlassende Nachfrage könnten dazu führen, dass Händler ihre gehebelten Long-Positionen schnell zurückfahren.
Der geopolitische Risikoaufschlag aus dem Ukraine-Krieg dürfte sich unterdessen abgeschwächt haben, zumal es konstruktive Gespräche zwischen Russland und den Verbündeten der Ukraine über ein mögliches baldiges Kriegsende geben soll. Ein tatsächliches Ende des Konflikts würde die Nachfrage nach sicheren Häfen vermutlich dämpfen. Die verstärkten Bemühungen um eine Lösung im Ukraine-Krieg folgen unmittelbar auf die jüngste Waffenruhe im Gazastreifen und die Verlängerung der Handelstruse zwischen China und den USA. Eigentlich müssten diese Entwicklungen den Reiz von Fluchtwährungen und Edelmetallen reduzieren. In den Goldpreisen zeigt sich das bislang jedoch kaum. Der schwächere US-Dollar und die fallenden US-Renditen nach schwächeren Konjunkturdaten haben den Markt zuletzt stabilisiert. Dennoch könnte der Goldmarkt bald wieder in eine volatilere Phase übergehen.
Zudem lohnt ein Blick auf die steigenden Anleiherenditen in Japan, nachdem die Verkäufe von Staatsanleihen zuletzt deutlich zugenommen haben - ausgelöst durch „hawkishe“ Kommentare des Notenbankchefs. Sollten die Renditen weiter anziehen, könnte das erhebliche Turbulenzen an den Finanzmärkten nach sich ziehen. Steigende Renditen bei gleichzeitig umfangreichen Konjunkturpaketen, die über zusätzliche Schulden finanziert werden, gelten als Warnsignal. Entsprechend wächst die Sorge der Investoren, dass höhere Staatsausgaben die finanzielle Stabilität Japans zunehmend belasten könnten. Setzt sich der Abwärtstrend am Anleihemarkt fort, würden die Renditen - und damit die staatlichen Finanzierungskosten - weiter steigen. Das könnte ernsthafte Zweifel an der Werthaltigkeit japanischer Vermögenswerte wecken und möglicherweise einen umgekehrten Carry-Trade auslösen. Die Folgen könnten wiederum auch internationale Märkte treffen - ebenso wie gehebelte Positionen, darunter in Gold und Silber.
Aktuell zeigt Gold eine ausgeprägte Stärke: Das Metall hat den vierten Monat in Folge im Plus geschlossen und ist auch in den Dezember mit Rückenwind gestartet.
Im Tageschart bleibt der Trend klar aufwärtsgerichtet, untermauert durch steigende gleitende Durchschnitte. Der 21-Tage-EMA zieht nach einer Phase der Konsolidierung wieder an. Zudem hat Gold einen Ausbruch aus einer sich verengenden Dreiecksformation vollzogen - ein klassisches technisches Ausbruchssignal.
Die zentrale Frage lautet nun: Bleibt dieser Ausbruch bestehen, oder entpuppt er sich als Fehlsignal? Bislang deutet wenig auf ein Scheitern hin, doch die Schwäche am Aktienmarkt bleibt das zentrale Risiko für den Goldpreis.

Aktuell läuft Gold an eine wichtige Widerstandszone zwischen 4.245 und 4.275 Dollar heran. Dieser Bereich hat in den vergangenen Wochen mehrfach als Unterstützung und später als Widerstand fungiert und fällt im Stundenchart mit der letzten größeren Verkaufswelle zusammen, die Ende Oktober einsetzte. Damit wird diese Zone zu einem zentralen Entscheidungsbereich.

Eine Abweisung an diesem Widerstand könnte Gold zunächst in Richtung 4.200 Dollar zurückfallen lassen, wobei die nächste Unterstützung im Bereich von rund 4.168 Dollar liegt. Vorrang hat jedoch, zunächst eindeutige Signale für aufkommenden Verkaufsdruck abzuwarten. Solange diese ausbleiben, ist es verfrüht, tiefere Rücksetzer ins Spiel zu bringen.
Vorerst liegt der Vorteil – angesichts der starken Aufwärtsdynamik und des jüngsten Ausbruchs von Silber auf neue Rekordstände – weiterhin klar bei den Bullen. Dennoch bleibt die anhaltende Schwäche an den Aktienmärkten ein Risikofaktor, da Aktien und Gold in den vergangenen Jahren phasenweise positiv korreliert haben. Setzen die Börsen ihre Abwärtsbewegung fort, könnte das auch den Goldpreis unter Druck setzen.

