Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Ein Leser unseres Daily Commentary hat gefragt, wie wir die Kreditspreads im Unternehmensanleihensegment einschätzen – gerade jetzt, nach der Herabstufung der US-Bonität durch Moody’s (NYSE:MCO). Konkret wollte er wissen: „Welche andere Messgröße kann mir helfen, den Stress am Markt für Unternehmensanleihen zu beurteilen, wenn ich keine AAA-Benchmark mehr habe, auf die ich die Spreads beziehen kann?“
Zunächst ist wichtig: Zwei der drei großen Ratingagenturen hatten die Kreditwürdigkeit der USA schon vor Moody’s Schritt auf AA herabgestuft. Und trotz dieser Herabstufung gelten US-Staatsanleihen für die meisten Anleger weiterhin als risikofrei. Das heißt: Die Kreditspreads im Vergleich zu US-Treasuries sind nach wie vor ein nützliches Maß, um die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen einzuschätzen.
Wenn man allerdings der Meinung ist, dass US-Staatsanleihen nicht mehr vollständig risikofrei sind, gibt es andere Möglichkeiten, möglichen Stress am Unternehmensanleihenmarkt zu messen. Viele Anleihehändler schauen ohnehin nicht nur auf den Spread zu Treasuries, sondern auch auf die Spreads innerhalb des Ratingspektrums.
Die folgende Grafik zeigt zum Beispiel die Renditedifferenz zwischen Unternehmensanleihen mit AA-Rating und solchen mit dem spekulativen Rating B. Wie man sieht, ist dieser Spread im April kurzzeitig angestiegen – damals im Zusammenhang mit den angekündigten Zöllen.
Seitdem hat sich die Spanne wieder auf ein sehr niedriges Niveau zurückgebildet. Egal ob man nun US-Treasuries oder höher bewertete Unternehmensanleihen als Vergleichsmaßstab nimmt: Bei den Spreads von Hochzinsanleihen (Junk Bonds) zeigt sich aktuell kein besonderer Stress.

Trading Update
Gestern haben wir darauf hingewiesen, dass der Markt zu Beginn der vergangenen Woche überkauft war und ein Rücksetzer wahrscheinlich sei. Gleichzeitig hatten wir festgestellt, dass sich am 200-Tage-Durchschnitt (200-DMA), wo inzwischen auch der 100- und der 20-DMA zusammenlaufen, eine solide Unterstützungszone gebildet hatte.
Wenig überraschend sorgte dann die Wochenendmeldung, dass Trump die angekündigten Zölle gegen die EU verschiebt, für einen Kursschub an den Märkten – und bestätigte damit den ersten erfolgreichen Test dieser technischen Unterstützung.
Die Rallye war spürbar von Optimismus getragen, Käufer kamen aus allen Ecken des Marktes. Trotzdem hat der Rückgang der Vorwoche kaum dazu beigetragen, die überkaufte Marktlage spürbar zu entschärfen.

Immerhin hat die jüngste Korrektur die Erwartungen etwas gedämpft. Die große Frage ist jetzt: Haben wir die nötige Neubewertung schon hinter uns – oder kommt da noch etwas
Ein wichtiger Punkt: Im Juni fällt ein zentraler Stützpfeiler weg – nämlich die Unterstützung durch Unternehmensgewinne und vor allem Aktienrückkäufe. Da viele Rückkaufprogramme bis Ende Juli pausieren, könnte der Markt in den kommenden Wochen an Schwung verlieren – besonders, weil die Wirtschaftsdaten weiterhin Schwäche signalisieren.
Unterm Strich bleiben wir daher vorsichtig. Trotz der Rallye am Montag halten wir vorerst eine erhöhte Cash-Quote. Wenn sich die überkaufte Lage etwas normalisiert, planen wir, unsere Aktiengewichtung wieder Schritt für Schritt zu erhöhen.
Industriewerte - der heiße Sektor
Wie die Grafik von SimpleVisor zeigt, erzielen Industriewerte aktuell den höchsten relativen Analyse-Score unter allen Sektoren im Vergleich zum S&P 500. Das ist bemerkenswert – vor allem angesichts des Rückgangs beim Hafenumschlag sowie der Verlangsamung in der Eisenbahn- und Lkw-Branche. Viele andere Teilbereiche des Industriesektors zeigen sich aber weiterhin robust.
Die zweite Grafik – mit den zehn größten Positionen im XLI ETF – unterstreicht: Besonders Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie stechen derzeit hervor. Gute Quartalszahlen und insgesamt positive Nachrichtenlage (z. B. im Zusammenhang mit Zöllen) sorgen dafür, dass diese Unternehmen den Gesamtmarkt deutlich outperformen.
Einzige Ausnahme unter den Top 10 ist Union Pacific (NYSE:UNP): Die Aktie ist im Vergleich zum Markt aktuell überverkauft. UNP ist eine der beiden größten Class-1-Eisenbahngesellschaften in den USA.


