Langfristiger Erfolg im Makro-Investing? Diversifizieren ist Pflicht

Veröffentlicht am 29.09.2025, 07:48

Die erfolgreichsten Makro-Investoren verfolgen eine klare Strategie – und sie tun dies oft ganz anders, als viele vermuten.

Betrachtet man die längsten und beständigsten Erfolgsbilanzen im Bereich der Makro-Investments, lassen sich im Wesentlichen zwei Ansätze unterscheiden:

  1. Selection Bias (systematischer Stichprobenfehler, der entsteht, wenn eine Stichprobe nicht repräsentativ für die Gesamtpopulation ist) oder Survivorship Bias (kognitives Phänomen, bei dem der Fokus ausschließlich auf erfolgreichen Beispielen liegt, während gescheiterte Fälle ausgeblendet werden).

  2. Eine kleine Gruppe von Managern, die mit einer außergewöhnlich konsistenten Strategie herausstechen.

Erstaunlich bleibt für viele Beobachter, dass der „heilige Gral“ einer nachhaltigen Erfolgsbilanz im Makro-Investing nicht im Blick in die Kristallkugel liegt.

Vielmehr ist es die konsequente Diversifizierung, die als entscheidender Erfolgsfaktor gilt.

Ein Blick auf die folgende Grafik verdeutlicht, warum dies der Fall ist.

Verbesserte Portfolio-Performance

1. Wenn Ihr Portfolio aus Aktien und Anleihen (2 Vermögenswerte) besteht, die eine positive Korrelation von 0,5 aufweisen (orangefarbene Linie), lässt sich durch Hinzufügen eines weiteren, ähnlich korrelierten Vermögenswerts wie Unternehmensanleihen (jetzt 3 Vermögenswerte) die Rendite pro Risikoeinheit leicht verbessern.

Beispiel: Hatte Ihr ursprüngliches Portfolio eine Volatilität von 5 % bei einer erwarteten Rendite von 4 %, liegt die Volatilität nach der Anpassung weiterhin bei 5 %, die erwartete Rendite steigt jedoch auf 5 %.

Ein klarer Vorteil.

2. Noch spannender wird es, wenn Sie unkorrelierte oder sogar negativ korrelierte Vermögenswerte hinzufügen – dargestellt durch die dunkelblaue Linie.

Wenn Sie etwa zu Aktien unkorrelierte Anleihen als zweite Anlageklasse ergänzen, erhöht sich die Rendite pro Risikoeinheit deutlich.

Mit 7 bis 10 unkorrelierten Anlageklassen ist es möglich, bei einer Volatilität von 5 % eine Rendite von 8 % zu erzielen.

Das Ergebnis ist bemerkenswert.

Und genau an dieser Stelle kommt Leverage ins Spiel.

Weisen die einzelnen Vermögenswerte dauerhaft eine niedrige oder negative Korrelation auf, können Investoren mit einem maßvollen Einsatz von Leverage ihre Renditen steigern und das Risiko dank der Diversifikation gleichzeitig im Griff behalten.

Natürlich hat dieses Modell eine Schwachstelle: Drehen sich die Korrelationen ins Positive, brechen die Annahmen der fremdfinanzierten Portfolios zusammen.

Die Quintessenz: Echte Diversifizierung, ein disziplinierter Einsatz von Leverage zur Verstärkung ihrer Vorteile und eine konsequente Risikokontrolle bei Veränderungen der Korrelationen – das sind die entscheidenden Zutaten für eine langfristig erfolgreiche Makro-Strategie.

Wie sehen Sie das – teilen Sie diese Sichtweise oder haben Sie eine andere Perspektive?

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf The Macro Compass veröffentlicht. Werden Sie Teil der lebendigen Community von Makro-Investoren, Asset Allocators und Hedge-Fonds - finden Sie heraus, welche Abo-Stufe am besten zu Ihnen passt, indem Sie auf diesen Link klicken.

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