Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Nach den starken Zahlen zum vierten Quartal reagieren die Aktien von Microsoft (NASDAQ:MSFT) und Meta (NASDAQ:META) völlig unterschiedlich: Während Microsoft rund 8 % verliert, legt Meta um 10 % zu.
Microsoft hat die Erwartungen sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz übertroffen. Dennoch zeigt sich der Markt unzufrieden – vor allem wegen der Entwicklung im Cloud-Geschäft. Das Unternehmen meldete ein Cloud-Umsatzwachstum von 26 %, blieb damit jedoch unter den zuvor sehr optimistischen Markterwartungen von 28–29 %.
Zwar wuchs das zentrale Cloud-Produkt Azure weiterhin kräftig um 39 %, was den anhaltenden KI-getriebenen Rückenwind klar bestätigt. Gleichzeitig mehren sich jedoch die Sorgen, dass die hohen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur (CapEx) mittelfristig auf die Margen drücken könnten. Diese Bedenken dominieren aktuell die Kursreaktion.
Ein Blick auf Meta zeigt eine interessante Parallele: Die Meta-Aktie war vor drei Monaten nach den Zahlen zum dritten Quartal deutlich gefallen – und das trotz übertroffener Gewinn- und Umsatzerwartungen. Auch damals lag der Fokus weniger auf den Ergebnissen selbst, sondern auf der höher als erwarteten Investitionsprognose.
Im nun vorgelegten Bericht zum vierten Quartal weist Meta erneut deutlich gestiegene Betriebskosten aus, getrieben durch wachsende Investitionen in die KI-Infrastruktur. Zusätzlich hat das Unternehmen seine Investitionsprognose für 2026 massiv angehoben – auf 115–135 Mrd. USD – und zugleich die Gesamtkostenprognose nach oben angepasst.
Der entscheidende Unterschied: Während der Markt Microsofts CapEx kritisch bewertet, werden die deutlich höheren Investitionspläne bei Meta aktuell positiv aufgenommen.
Beide Unternehmen haben operativ starke Ergebnisse geliefert – die Aktienkurse entwickelten sich jedoch vor allem aufgrund der unterschiedlichen Marktbewertung der Investitionsausgaben (CapEx) in entgegengesetzte Richtungen. Diese bemerkenswerte Differenzierung dürfte auch die Reaktionen auf die übrigen Ergebnisberichte in diesem Quartal sowie darüber hinaus maßgeblich prägen.

Der Mythos Silber
Ein aktueller Tweet steht stellvertretend für zahlreiche Behauptungen in den sozialen Medien, wonach der Silberpreis – insbesondere das an der COMEX gehandelte Silber in den USA – deutlich unter den Preisen in Asien liege. Konkret wird in dem Tweet eine angebliche „Marktprämie“ von rund 15 % für physisches Silber in China gegenüber dem US-Terminmarkt ausgewiesen.
Das Problem an dieser Darstellung – und am weit verbreiteten Mythos, wonach eine besonders starke Nachfrage in China diesen Aufschlag erklären soll – ist jedoch, dass ein zentraler Faktor ausgeblendet wird: die chinesische Mehrwertsteuer (VAT). Genau darauf weist auch Andreas Steno Larsen in einem Beitrag hin:
„Die Fakten: Silber wird von den chinesischen Steuerbehörden (im Gegensatz zu Gold und Platin) als Industriemetall behandelt, was bedeutet, dass Silber an den Börsen ein ‚versteuerter‘ Wert ist (der Standard ist, die Mehrwertsteuer von 13 % einzupreisen und dann dem physischen Käufer zu erlauben, sie je nach seinem Mehrwertsteuerstatus geltend zu machen oder nicht). Diese Regelung findet sich in den Artikeln 36, 53 der SHFE-Liefervorschriften.“
Entscheidend ist damit nicht eine angebliche strukturelle Knappheit, sondern die steuerliche Behandlung. Larsen ergänzt:
„Je mehr Spekulanten und kleine Marktteilnehmer wir also auf dem Markt sehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Silber in Shanghai mit (steuerbedingten) Preisaufschlägen von 13 % oder mehr gegenüber dem Westen handelt. Die derzeitige Prämie ist als eine Folge der Mehrwertsteuerregelung und ein deutliches Zeichen dafür, dass die Kleinspekulanten VOLL in den Handel eingestiegen sind.“
Kurz gesagt: Die viel zitierte „China-Prämie“ bei Silber ist weniger ein Nachfragephänomen als vielmehr ein steuerlicher Effekt – und zugleich ein Hinweis auf eine stark spekulativ geprägte Marktstruktur.
