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Bloomberg warnt derzeit: „Iran-Krieg und Ölschock drohen eine Welle globaler Inflation auszulösen.“ Der Titel klingt dramatischer, als es der Inhalt des Artikels tatsächlich ist. Dennoch gewinnt die Sorge an Gewicht, dass deutlich höhere und länger anhaltende Ölpreise eine neue Inflationswelle auslösen könnten. Dieses Argument wird an den Märkten zunehmend diskutiert und verdient eine genauere Einordnung.
Ein erster Blick lohnt sich auf die historische Beziehung zwischen Ölpreisen und Inflation. Das folgende Diagramm nutzt Daten seit 2005 und stellt die prozentuale Veränderung der Ölpreise über sechs Monate auf der X-Achse den prozentualen Veränderungen der Verbraucherpreisiflation über denselben Zeitraum auf der Y-Achse gegenüber. Visuell zeigt sich zwar eine positive Korrelation, statistisch ist der Zusammenhang jedoch relativ schwach: Das r-Quadrat liegt lediglich bei 0,1824. Auf Basis dieser Beziehung würde ein Anstieg der Ölpreise um 10 % innerhalb von sechs Monaten rechnerisch zu einem monatlichen Anstieg des Verbraucherpreisindex um etwa 0,11 % führen, beziehungsweise annualisiert zu rund 1,38 %.
Ökonomisch betrachtet wirken Ölpreisspitzen für Verbraucher häufig wie eine zusätzliche Steuer. Wenn Haushalte mehr Geld für Benzin oder höhere Stromrechnungen ausgeben müssen, bleibt zwangsläufig weniger Einkommen für andere Güter und Dienstleistungen übrig. Für viele Unternehmen bedeutet das eine schwächere Nachfrage nach ihren Produkten, was tendenziell den Preisdruck in anderen Bereichen der Wirtschaft reduziert. Anders formuliert: Während teureres Benzin den Gesamt-VPI kurzfristig nach oben treiben kann, wirkt es gleichzeitig dämpfend auf die Preise in großen Teilen der Konsumwirtschaft.
Hinzu kommt, dass die Fed kurzfristige und nicht konjunkturell bedingte Schwankungen bei Ölpreisen häufig ausblendet. Stattdessen legt sie traditionell größeren Wert auf die Entwicklung der Kerninflation. Dieser Kernindex schließt Energie- und Lebensmittelpreise per Definition aus und gilt daher als stabilerer Indikator für den zugrunde liegenden Preisdruck in der Wirtschaft.

Put-Absicherungen können bullische Strategien unterstützen
Eine rekordhohe negative Delta-Put-Positionierung, wie sie aktuell im unten dargestellten Optionsmarkt zu beobachten ist, gilt als verlässlicher Indikator für die Marktstimmung. Wenn Händler und Investoren in diesem Ausmaß Put-Optionen aufbauen, spiegelt das vor allem den Wunsch wider, sich gegen einen möglichen deutlichen Marktrückgang abzusichern oder direkt darauf zu setzen. Auch wenn rekordhohe Wetten gegen den Markt auf den ersten Blick beunruhigend wirken, ist die konträre Interpretation häufig eher positiv.
Historisch betrachtet treten solche extremen negativen Delta-Put-Positionierungen häufiger in der Nähe von Markttiefs auf als zu Beginn längerer Abwärtsphasen. Der Grund: Sie signalisieren, dass ein Großteil der Angst bereits im Optionsmarkt eingepreist ist. Wenn die meisten Marktteilnehmer, die Schutz suchen, diesen bereits gekauft haben, werden zusätzliche Put-Verkäufer knapper, die Prämien steigen und der Druck durch weitere Absicherungsaktivitäten nimmt ab.
Zudem können Umkehrbewegungen dieser Positionierungen für den Markt bullish wirken. Im aktuellen Umfeld könnte eine Auflösung der aufgebauten Put-Positionen eine kräftige Rally auslösen, etwa wenn sich die Lage im Iran entspannt oder sich als weniger gravierend erweist als befürchtet. In diesem Fall müssten Händler, die diese Puts verkauft haben, die zugrunde liegenden Wertpapiere kaufen, um ihre Absicherung aufrechtzuerhalten.
Gleichzeitig bleibt das Risiko bestehen, dass sich die Lage im Iran weiter verschärft. In diesem Fall könnten die Put-Positionierungen bereits morgen noch höher liegen als heute - mit entsprechend negativem Einfluss auf die Märkte.

Ölpreisschocks und BIP
Die folgende Grafik liefert einen wichtigen Hinweis darauf, wie sich steigende Ölpreise auf die Wirtschaft auswirken könnten. Die US-Wirtschaft ist heute deutlich weniger anfällig für Ölversorgungsschocks als noch in der Vergangenheit. Die Energieintensität - also der Energieverbrauch pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts - ist über Jahre hinweg kontinuierlich gesunken. Gründe dafür sind unter anderem die stärker dienstleistungsorientierte Wirtschaftsstruktur, eine höhere Energieeffizienz sowie technologische Fortschritte. Auch der Anteil der Verbraucherausgaben für Energieprodukte und Energiedienstleistungen liegt inzwischen nahe einem historischen Tiefstand.
Wer die aktuelle Situation mit den Ölpreisschocks der 1970er Jahre vergleicht, sollte zudem einen wichtigen strukturellen Unterschied berücksichtigen: Heute wird nahezu das gesamte in den USA verbrauchte Öl auch im Inland produziert. In den 1970er Jahren hingegen wurden fast 50 % des Ölbedarfs importiert, was die US-Wirtschaft damals deutlich anfälliger für geopolitische Spannungen machte.

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