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Insbesondere US-Anleger fassen ihre Konjunkturerwartungen häufig in drei Szenarien zusammen: harte Landung - also Rezession, weiche Landung - schwaches Wachstum ohne Rezession - oder keine Landung, was für moderates bis robustes Wirtschaftswachstum steht.
Die zuletzt zu beobachtende kräftige Rotation in konjunktursensitive Sektoren wie Industrie- und Grundstoffwerte sowie die deutliche Underperformance zinssensibler Wachstumsaktien deuten darauf hin, dass die No-Landing-These - inzwischen oft als „wirtschaftliche Reflation“ bezeichnet - am Markt derzeit den größten Zuspruch erhält.
Auch wenn dieses Narrativ die jüngsten Marktbewegungen schlüssig erklären mag, bleibt die entscheidende Frage, wie wahrscheinlich ein No-Landing-Szenario tatsächlich ist. Eine eindeutige Antwort gibt es naturgemäß nicht - schließlich kennt niemand den künftigen Konjunkturverlauf. Die aktuelle Marktstimmung erinnert jedoch an Regel Nummer neun der zehn bekannten Handelsregeln von Bob Farrell:
Wenn sich alle Experten und Prognosen einig sind, tritt häufig das Gegenteil ein.
Diese Regel mahnt zur Vorsicht, sobald sich Marktteilnehmer und professionelle Analysten weitgehend auf ein gemeinsames Konjunkturbild festlegen. Farrells Kernaussage: In Phasen ausgeprägter Einigkeit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Überraschung. Seine Einschätzung lässt sich klar dem Spektrum konträrer Marktansätze zuordnen.
Eine solche konträre Perspektive begünstigt typischerweise Anleger, die die dominierenden Markterzählungen kennen, sich jedoch zugleich der Möglichkeit bewusst sind, dass diese nicht zwingend den tatsächlichen Verlauf vorwegnehmen.
Vor diesem Hintergrund betrachten wir das folgende Diagramm - mit Genehmigung der BofA. Demnach erwarten lediglich 6 % der weltweit befragten professionellen Investmentmanager eine harte wirtschaftliche Landung, also eine Rezession. Die Mehrheit geht inzwischen von einer „Nicht-Landung“ beziehungsweise anhaltend solidem Wachstum aus.
Bemerkenswert ist dabei die Dynamik: Der Anteil der Stimmen, die ein No-Landing-Szenario unterstützen, ist deutlich gestiegen, nachdem er vor neun Monaten noch bei null lag. Zum Vergleich: Noch im vergangenen April rechneten 50 % der Befragten mit einer harten Landung innerhalb eines Jahres.

Der Ray-Dalio-Hype versus was Ray wirklich meint
Ray Dalio hat kürzlich vor dem Weltwirtschaftsforum gesprochen. Ein Großteil der anschließenden Kommentare war von Untergangsrhetorik und ausgeprägtem Pessimismus geprägt - wie auch der nachfolgende Screenshot verdeutlicht. Seine langfristigen Einschätzungen sind zweifellos ernst zu nehmen. Der mediale Hype sowie die von sozialen und klassischen Medien transportierte Alarmstimmung erscheinen jedoch überzeichnet.
Ein Blick auf die Diskrepanz zwischen viralen Zuspitzungen und Dalios tatsächlichen Aussagen:
Was in sozialen Medien häufig zugespitzt wird:
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"Die Hyperinflation kommt schnell."
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"Amerika geht gerade pleite."
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"Der Zusammenbruch des US-Dollars steht unmittelbar bevor."
Was Dalio tatsächlich betont hat:
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Die USA stehen vor einem strukturellen Problem im Zusammenspiel von Schulden, Angebot und Nachfrage.
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Das Haushaltsdefizit müsste sich wahrscheinlich in Richtung rund 3 % des BIP verringern, um eine Stabilisierung zu ermöglichen.
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Ohne politische Gegenmaßnahmen könnten die Kapitalmärkte letztlich schmerzhafte Anpassungen erzwingen.
Zusammengefasst warnt Dalio eindringlich davor, dass das Wachstum der Schuldenaufnahme nicht dauerhaft das Tempo übersteigen darf, mit dem diese Verbindlichkeiten tragfähig bedient werden können. Er geht davon aus, dass die Anleihemärkte im Zeitverlauf reagieren und höhere Renditen verlangen werden.
In einem solchen Umfeld stünden politische Entscheidungsträger vor schwierigen Abwägungen - zwischen fiskalischer Straffung, künstlich niedrig gehaltenen Zinssätzen, Inflation und einer möglichen Schwächung der Währung. Entscheidend ist jedoch: Dalio warnt nicht vor einem unmittelbar bevorstehenden Kollaps, sondern beschreibt ein System, das mit zunehmender Verschuldung zunehmend anfälliger und schwerer steuerbar wird.

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