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Derzeit stehen Rezessionsprognosen wieder im Rampenlicht – und das aus nachvollziehbaren Gründen. Der Status quo an der Makrofront hat in diesem Jahr deutliche Dämpfer bekommen, und die Unsicherheit darüber, was das für die Wirtschaft bedeutet, ist spürbar gestiegen. Die negative Nachrichtenlage hat in manchen Kreisen bereits Warnungen ausgelöst, das Ende des aktuellen Wachstumszyklus sei nah. Möglich ist das, doch eine sorgfältige Betrachtung einer breiten Palette von Indikatoren zeigt, dass es noch zu früh ist, von mehr als einer Wachstumsverlangsamung zu sprechen.
Das hält einige Analysten allerdings nicht davon ab, Schlagzeilen wie diese in Umlauf zu bringen:
„Die US-Wirtschaft könnte an der Schwelle zur Rezession stehen.“
Der Artikel beruft sich auf einen selbsternannten „Mega-Bären“, der „3 besorgniserregende Diagramme“ präsentiert. Das ergibt zwar eine gute Story, hat aber wenig mit einer soliden Methodik zur Modellierung von Rezessionsrisiken zu tun. Der Analyst selbst räumt ein, dass seine „jüngste Erfolgsbilanz schlecht ist“.
Zum Glück gibt es bessere Ansätze – auch wenn sie für reißerische Schlagzeilen ungeeignet sind. Aber Aufmerksamkeit ist nicht das Ziel. Wichtiger ist es, ein vernünftiges Gleichgewicht zu finden: rechtzeitige und gleichzeitig möglichst zuverlässige Rezessionssignale zu erkennen. Eine schwierige Aufgabe, denn wer das eine betont, läuft Gefahr, das andere aus dem Blick zu verlieren.
Eine pragmatische Lösung besteht darin, regelmäßig eine breite Auswahl an Indikatoren zu beobachten und die Signale zu kombinieren.
Genau das deutet aktuell darauf hin, dass das Rezessionsrisiko gering bleibt. Konkret liegt die Wahrscheinlichkeit, dass eine vom NBER definierte Rezession bereits begonnen hat oder unmittelbar bevorsteht, basierend auf dem primären Konjunkturindex (siehe unten), der mehrere Indikatoren zusammenfasst, bei rund 2 %.

Fairerweise muss man sagen: Ein geringes Rezessionsrisiko bedeutet nicht automatisch, dass die Öffentlichkeit die positiven Effekte spürt – etwa leichter Zugang zu gut bezahlten Jobs oder stabile Preise im Supermarkt. Für das klar umrissene Ziel jedoch, die Wahrscheinlichkeit eines vom NBER definierten Abschwungs einzuschätzen, bleibt nur der Weg, ein breites Netz an Datenquellen zu nutzen.
Ein Blick in die nahe Zukunft deutet außerdem darauf hin, dass der Konjunkturzyklus seinen Höhepunkt erreicht hat und sich das Wachstum verlangsamt (siehe das untere Diagramm auf S. 2 des Newsletters dieser Woche). Das könnte ein Vorbote von Problemen sein – oder sich schlicht als typischer Market Noise erweisen. In jedem Fall ist es keine gute Methode, das Rezessionsrisiko einzuschätzen, wenn man Woche für Woche nur die neuesten Zahlen durchgeht und eine Vielzahl von Signalen aneinanderreiht – es sei denn, man setzt sie in einen sinnvollen Vergleich mit allen verfügbaren Alternativen.
