Schwacher Dollar, schwache Konjunktur: Treasuries verlieren den Anschluss

Veröffentlicht am 04.02.2026, 07:14

Die Diversifizierung in ausländische Anleihemärkte hat sich für US-Anleger im ersten Monat des Jahres 2026 klar ausgezahlt. Ein Vergleich verschiedener ETFs zur Abbildung der Wertentwicklung zeigt bis zum gestrigen Börsenschluss (29. Januar) eine deutliche Outperformance gegenüber US-Anleihen.

Mit großem Abstand an der Spitze liegen inflationsindexierte Staatsanleihen außerhalb der USA. Der SPDR FTSE International Government Inflation-Protected Bond ETF (NYSE:WIP) kommt seit Jahresbeginn auf ein Plus von 4,5 % und lässt damit sowohl andere ausländische Bond-ETFs als auch sein US-Pendant TIP klar hinter sich.

Auffällig ist zudem, dass sämtliche ausländischen Bond-ETFs in der untenstehenden Grafik die Benchmark für festverzinsliche US-Investment-Grade-Anleihen schlagen. Der Vanguard Total Bond Market ETF (NASDAQ:BND) legte im gleichen Zeitraum lediglich um 0,3 % zu.

Performance von nicht-US-Bonds

Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung war zuletzt der schwache US-Dollar, der ausländischen Vermögenswerten – darunter auch Anleihen – spürbaren Rückenwind verliehen hat.

Interessant dabei: Die Rallye des WIP von 4,5 % seit Jahresbeginn ging Hand in Hand mit einem Minus von 1,6 % beim Invesco DB US Dollar Index Bullish Fund, einem gängigen ETF-Proxy für den Greenback im Jahr 2026.

WIP-Tageschart

Ein weiterer Faktor, der den SPDR FTSE International Government Inflation-Protected Bond ETF (WIP) stützt, ist die Inflation. Dieses Risiko ist zuletzt wieder stärker in den Fokus gerückt, da die Staatsverschuldung in mehreren großen Volkswirtschaften neue Rekordstände erreicht hat oder sich zumindest in deren Nähe bewegt. Die Folge: Regierungen müssen höhere Zinsen zahlen, was die Schuldenlast weiter erhöht und zugleich das Inflationsrisiko verschärfen kann.

Nach Schätzungen des Internationaler Währungsfonds entspricht die Staatsverschuldung in sechs der sieben G7-Staaten – zu denen auch die USA zählen – inzwischen der jeweiligen Wirtschaftsleistung oder übersteigt diese sogar.

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit über die künftige Finanzpolitik suchen Anleger zunehmend Schutz in inflationsindexierten Wertpapieren, um ihre Allokation im Bond-Segment abzusichern. Diese veränderte Risikowahrnehmung trägt zugleich zur Stärke anderer realer Vermögenswerte bei: So ist der SPDR Gold Shares (NYSE:GLD) im Jahr 2026 bislang um 25 % gestiegen – ein Ausdruck des wachsenden Interesses an Anlagen, die als widerstandsfähig gegenüber fiskalischen Risiken und den strukturellen Schwächen von Fiat-Währungen gelten.

„Die Weltwirtschaft ist untrennbar mit der Staatsverschuldung verbunden“, schreibt das Wall Street Journal in dieser Woche. „Das ist ein Warnsignal. Es ist ein weiteres Symptom für die Schwachstellen, die unter der Oberfläche der Volkswirtschaften der Industrieländer brodeln“, so Neil Shearing, Chefökonom bei Capital Economics in London.

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