Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Am Dienstag legte das Media-Streaming-Unternehmen Spotify Technology (NYSE:SPOT) S.A. seinen Bericht für das zweite Quartal 2025 vor. Die Aktie von SPOT verlor daraufhin fast 9 %, nachdem die Erwartungen der Analysten verfehlt wurden. Die von Benzinga befragten Experten hatten im Vorfeld mit einem Gewinn von 2,11 USD pro Aktie (EPS) bei einem Umsatz von 4,84 Mrd. USD gerechnet. Stattdessen meldete das schwedische Unternehmen jedoch einen Verlust von 0,48 USD pro Aktie – deutlich unter den Schätzungen – und einen Nettoumsatz von 4,75 Mrd. USD.
Zum Redaktionsschluss notierte die SPOT-Aktie bei 635,91 USD und damit immer noch deutlich über dem 52‑Wochen-Durchschnitt von 519,78 USD. Erst am 26. Juni hatte die Aktie mit 775,90 USD sogar ein Allzeithoch erreicht. Nach solch einer Phase greifen Anleger oft zu Gewinnmitnahmen – und ein kurzfristiger Rückgang ist dann keine Seltenheit.
Doch stellt sich die Frage: Ist der aktuelle Rücksetzer bei SPOT eine Chance, bevor die Aktie vielleicht neue Höchststände erreicht? Um das einzuschätzen, werfen wir einen genaueren Blick auf die Finanzzahlen des zweiten Quartals.
Spotify: Immer noch ein gesunder Wachstumswert
Genau wie Netflix (NASDAQ:NFLX) wird auch Spotify als Wachstumsunternehmen aus dem Tech-Bereich gesehen. Über ein Jahr hinweg verlief die Kursentwicklung beider Aktien fast parallel: NFLX legte um 86 % zu, SPOT sogar um 94 %. Beide Firmen setzen dabei auf ein Freemium-Modell – eine Mischung aus werbefinanzierten Angeboten und kostenpflichtigen Premium-Abos.
Im zweiten Quartal steigerte Spotify den Umsatz um 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig wuchs die Zahl der monatlich aktiven Nutzer (MAU) um 11 % auf 696 Millionen. Besonders wichtig: Die Zahl der Premium-Abonnenten kletterte um 12 % auf 276 Millionen.
Auch bei der Profitabilität konnte Spotify zulegen. Die Bruttomarge stieg von 31,1 % im ersten Quartal auf 31,5 % im zweiten Quartal – ein Plus von 227 Basispunkten (Bp) im Jahresvergleich. Zum Vergleich: Anfang 2020 lag die Bruttomarge noch bei 25,65 %. Die Marge der zahlenden Abonnenten erhöhte sich um 33,1 % bzw. 171 Basispunkte, während die werbefinanzierte Ebene sogar um 495 Basispunkte auf eine Bruttomarge von 18,3 % zulegte.
Insgesamt kletterte das Betriebsergebnis von Spotify um 53 % auf 468 Mio. USD. Der freie Cashflow erreichte 807 Mio. USD – ein Anstieg um 43 % im Jahresvergleich.
Hat Spotify die Prognosen übertroffen?
Teilweise. Bei den Nutzern konnte Spotify positiv überraschen: Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer (MAU) lag mit 696 Millionen über den erwarteten 689 Millionen. Auch bei den Premium-Abonnenten wurden die Prognosen übertroffen – 276 Millionen gegenüber den prognostizierten 273 Millionen.
Finanziell sieht es allerdings anders aus. Zwar entsprach die Bruttomarge von 31,5 % den Erwartungen, doch Umsatz und Betriebsergebnis blieben hinter den Prognosen zurück. Erwartet wurden 4,3 Mrd. Euro Umsatz, berichtet wurden nur 4,2 Mrd. Euro. Beim Betriebsergebnis klaffte die Lücke noch deutlicher: 539 Mio. Euro waren prognostiziert, 406 Mio. Euro wurden geliefert.
Hauptgrund war ein spürbarer Anstieg der Betriebskosten um 8 % gegenüber dem Vorjahr – sie erreichten damit wieder das Niveau des zweiten Quartals 2023. Verantwortlich dafür waren höhere Ausgaben für Gehälter und Sozialleistungen, Marketing sowie professionelle Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Cloud-Streaming-Infrastruktur.
Zusätzliche Sorgen bereitete Anlegern auch der verhaltene Ausblick für das dritte Quartal. Spotify erwartet einen Umsatz von 4,2 Mrd. Euro (4,95 Mrd. USD) – deutlich unter dem Analystenkonsens von 5,15 Mrd. USD. Gleichzeitig prognostiziert das Unternehmen 14 Millionen neue MAUs, was die Gesamtzahl auf 710 Millionen heben würde. Von diesen sollen 5 Millionen neue Premium-Abonnenten kommen, womit die Gesamtzahl auf 281 Millionen steigen würde.
Immerhin zeigt sich Spotify beim Betriebsergebnis etwas gefestigter: Nach den verfehlten 406 Mio. Euro in Q2 (erwartet waren 539 Mio. Euro) rechnet das Unternehmen nun für Q3 mit 485 Mio. Euro.
Fazit
An diesem Punkt lässt sich sagen: Spotify hat den Netzwerkeffekt voll ausgespielt – dieselbe Dynamik, die X so einflussreich macht, Netflix zum Synonym für Film-Streaming werden ließ und Microsofts Windows bis heute dominant hält. Genau deshalb werden Labels, Podcaster, Künstler und Rechteinhaber Spotify auch künftig als erste Anlaufstelle sehen, wenn es um Tantiemen im Musikstreaming geht.
Die gestiegenen Personalkosten von Spotify hängen wohl eng mit dem Nutzerengagement zusammen. Mehr Vollzeitkräfte werden gebraucht, um die nächste Generation KI-gestützter Dienste einzuführen – vom KI-DJ über Podcast-Übersetzungen bis hin zu KI-Werbung, Sprachübersetzungen und personalisierten Playlists auf Basis individueller Vorlieben.
Auch wenn KI oft als das ultimative Automatisierungswerkzeug gilt, das Arbeitskräfte überflüssig macht, ist das hier nicht der Fall. Solche Funktionen müssen zunächst robust aufgebaut werden – und das erfordert mehr Einsatz von Menschen, damit die Technologie produktiv wirkt, statt sofort zu „disruptiv“ zu sein.
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