TLT extrem ruhig: Kommt jetzt der Kurssprung?

Veröffentlicht am 11.02.2026, 11:08

Das erste untenstehende Diagramm (mit Genehmigung von Bloomberg) verdeutlicht, dass sich der Kurs des Treasury-Bond-ETF TLT für Laufzeiten von über 20 Jahren in den vergangenen Jahren überwiegend seitwärts bewegt hat. Eine derart ausgeprägte Handelsspanne, wie sie derzeit am Anleihemarkt zu beobachten ist, geht häufig kräftigen Ausbruchsbewegungen voraus. Vor diesem Hintergrund stellen wir fünf Faktoren vor, die auf einen potenziell signifikanten Ausbruch hindeuten – mit möglichen Kursanstiegen und fallenden Renditen.

Wie auch im Tweet des Tages hervorgehoben wird, ist der Average True Range (ATR) des TLT – ein Maß für die durchschnittliche tägliche Schwankungsbreite zwischen Hoch- und Tiefstkurs über 50 Tage – auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen. Die Handelsspanne ist damit außergewöhnlich eng. Genau diese Konstellation erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs.

Das untere Diagramm (mit Genehmigung von Bloomberg und Bianco Research) zeigt zudem, dass die Short-Positionierung im TLT über Jahre hinweg kontinuierlich zugenommen hat. Sollten Leerverkäufer gezwungen sein, Positionen einzudecken, könnten die daraus resultierenden Käufe zusätzlichen Druck auf die Anleiherenditen ausüben.

Während das Jobwachstum anhält, zeigen sich zugleich Anzeichen einer Eintrübung am Arbeitsmarkt. Das Verhältnis zwischen offenen Stellen und der Zahl der Arbeitslosen ist inzwischen unter 1,0 gefallen – der niedrigste Stand seit 2021. Eine schwächere Beschäftigungsdynamik könnte Wirtschaft und Inflation dämpfen und damit die Renditen belasten.

Wie bereits in früheren Kommentaren angemerkt, befindet sich der Truflation-Echtzeit-Inflationsindex weiter im Rückgang. Angesichts der ausgeprägten Korrelation zwischen Inflation und Anleiherenditen signalisiert diese Entwicklung tendenziell niedrigere Renditen.

Gleichzeitig treten Fannie Mae und Freddie Mac wieder verstärkt als Käufer von Hypotheken auf. Dadurch wird dem Markt Angebot an festverzinslichen Wertpapieren entzogen, während sich die Nachfragebasis für Anleihen verbreitert.

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Marktkonzentration - Vorsicht

Vor zwei Wochen veröffentlichten wir AI Bubble: Die Entwicklungen der Vergangenheit zeigen, dass wie die echten Chancen woanders suchen müssen. Der Beitrag liefert den Lesern eine fundierte Argumentationsgrundlage, um sich eine eigene Einschätzung zur Frage einer möglichen KI-Blase zu bilden.

Unsere Skepsis gegenüber einer potenziellen KI-getriebenen Finanzblase stützt sich auf die Arbeiten der Innovationsökonomin Carlota Perez, insbesondere auf ihr Buch Technologische Revolutionen und Finanzkapital: Die Dynamik von Blasen und goldenen Zeitaltern. Perez identifiziert die Marktkonzentration als ein zentrales Merkmal technologiegetriebener Spekulationsphasen. Dazu hielten wir fest:

Spekulationsblasen sind unter anderem durch zunehmende Marktkonzentration gekennzeichnet. Kapital fließt überproportional in eine kleine Gruppe vermeintlicher Gewinner. Mit sinkender Marktbreite steigt die Abhängigkeit der Indexentwicklung von wenigen Einzeltiteln.

Diese Entwicklung war in den vergangenen Jahren klar erkennbar, wie die nachfolgende Abbildung (mit Genehmigung von Visual Capitalist) zeigt. Eine begrenzte Anzahl von MegaCaps – darunter zahlreiche Vertreter der „Mag-7“ – dominiert die Diskussionen rund um KI-Investitionen, Indexrenditen und Kapitalströme. Die Erwartung vieler Anleger: Diese Unternehmen werden den Großteil der zukünftigen Gewinne auf sich vereinen, nicht zuletzt aufgrund ihrer frühen Marktführerschaft.

Um die Kernaussagen von Perez in den aktuellen Markt­kontext einzuordnen, verweisen wir auf das folgende Diagramm (mit Genehmigung von Apollo). Der Herfindahl-Hirschman-Index misst die Verteilung der Marktkapitalisierung innerhalb eines Index. Steigende Werte signalisieren eine zunehmende Konzentration, bei der weniger Aktien die Gesamtentwicklung bestimmen. Wie die Abbildung zeigt, ist der Index seit der Pandemie deutlich angestiegen. Auch im Vorfeld des DotCom-Crashs war ein Anstieg zu beobachten – wenngleich weniger ausgeprägt.

Die aktuell hohe Marktkonzentration stellt damit nicht nur ein typisches Merkmal innovationsgetriebener Spekulationsphasen dar, sondern unterstreicht zugleich das erhöhte systemische Risiko, falls die größten Indexgewichte abrupt korrigieren.

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Tweet des Tages

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