Gestern Nachmittag hielt Donald Trump eine Rede zur US-Zollpolitik – von ihm selbst als „Tag der Befreiung“ bezeichnet. Die Bandbreite der angekündigten Zölle wurde vom amtierenden Präsidenten als „weiche gegenseitige Zölle“ beschrieben und entsprach im Wesentlichen den Aussagen der vergangenen Wochen.
Die Aktienmärkte reagierten im nachbörslichen Handel mit Verlusten: Der S&P 500 gab um mehr als 2 % nach – ein Zeichen dafür, dass sich viele Anleger einen moderateren Ton erhofft hatten. An den Devisenmärkten legte die Volatilität zwar kurzfristig zu, kehrte jedoch schnell auf ihr Ausgangsniveau zurück. Besonders das Währungspaar EUR/USD setzte seinen Höhenflug fort, was auf die anhaltende Schwäche des US-Dollars inmitten wachsender Rezessionssorgen hindeutet.
Wie sich die Märkte in den nächsten Handelssitzungen entwickeln, dürfte entscheidend sein für die kurzfristige Stimmung an den Währungs- und Aktienmärkten.
Ein Wendepunkt – oder der Auftakt zu langwierigen Verhandlungen?
Donald Trump legte eine übersichtliche Tabelle vor, in der die geplanten Zölle für verschiedene Länder aufgeführt sind:
Quelle: Yahoo Finanzen
Die Vereinigten Staaten bewegen sich derzeit auf das höchste effektive Zollniveau seit einem Jahrhundert zu – knapp unter 30 %. Aus Sicht der aktuellen Regierung ist dies Teil einer Strategie, die USA zurück in eine Phase starken Wachstums zu führen, wie sie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebt wurde. Ob dieses Ziel tatsächlich erreicht werden kann, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen – und zweifellos Gegenstand intensiver wirtschaftlicher Analysen sein.
Vieles spricht dafür, dass wir im sogenannten Zollkrieg noch lange nicht das letzte Kapitel erreicht haben. Die aktuellen Zollsätze dürften vielmehr als Ausgangspunkt für künftige Verhandlungen mit einzelnen Ländern oder größeren Handelsblöcken dienen. In den nächsten Wochen werden die Märkte genau beobachten, wie das Ausland reagiert, ob mit Gegenmaßnahmen zu rechnen ist – und welche Folgen all das für die Gewinnmargen der Unternehmen haben könnte. Schon während Trumps erster Amtszeit hatten ähnliche Maßnahmen, insbesondere die Zölle auf China, spürbare Belastungen für US-Unternehmen zur Folge.
Auch wenn viele Branchen von den neuen Zöllen negativ betroffen sein dürften, könnten einige davon durchaus profitieren. So könnten etwa US-amerikanische Stahl- und Aluminiumhersteller von der geringeren ausländischen Konkurrenz profitieren und eine stärkere Nachfrage verzeichnen. Auch in der Halbleiterindustrie (ETR:SEC0) ist ein strategischer Wandel im Gange: Die USA verfolgen das Ziel, ihre Lieferketten unabhängiger zu machen und investieren verstärkt in Produktion vor Ort oder in verbündeten Staaten – eine Entwicklung, die den großen Akteuren der Branche langfristig Rückenwind geben könnte.
Wird die Century Aluminum Company vom Zollkrieg profitieren?
Ein Unternehmen, das deutlich von den neuen Zollmaßnahmen profitieren könnte, ist die Century Aluminum Company (NASDAQ:CENX), der größte US-Hersteller von Primäraluminium. Bereits im vergangenen Monat wurden im Rahmen erster Schritte zur Unterstützung heimischer Produzenten Zölle von 25 % auf Stahl und Aluminium eingeführt.
Laut einer Fair-Value-Analyse von InvestingPro liegt das Kurspotenzial der Aktie bei satten 72,1 %.
Quelle: InvestingPro
Allerdings dürfte es bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2025 dauern, bis sich die tatsächlichen Auswirkungen dieser neuen Zölle konkret in den Geschäftszahlen des Unternehmens widerspiegeln.
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