Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Die Aktien von United Parcel Service (NYSE:UPS) notieren aktuell auf demselben Niveau wie im März 2020, als die wirtschaftliche Aktivität durch die Pandemie praktisch zum Stillstand kam. Damals lag die Weltwirtschaft am Boden, die Arbeitslosenquote sprang innerhalb eines Monats von 3,5 % auf 14,8 % – ein historisch beispielloser Anstieg. Die Aussichten für UPS wirkten düster, und der Aktienkurs spiegelte diese Lage wider.
Einige Monate später setzte jedoch eine schnelle Erholung ein, getragen von massiven fiskalischen und geldpolitischen Maßnahmen. Während sich die Wirtschaft seit 2020 erholt hat und der Gesamtmarkt seit den Covid-Tiefs um über 200 % gestiegen ist, liegen die UPS-Aktien noch immer auf demselben Niveau wie damals, als die Weltwirtschaft zum Erliegen kam.
UPS und andere bekannte Titel handeln damit in der Nähe ihrer Pandemie-Tiefststände. Ähnlich wie wir es in Der Low-Beta-Boom beschrieben haben – wo wir uns auf Aktien konzentrierten, die nach dem Ende der aktuellen spekulativen Hausse überdurchschnittlich gut abschneiden könnten – wollen wir prüfen, ob Nachzügler wie UPS eine strategische Alternative darstellen.
In den kommenden Wochen werden wir weitere Artikel zu großen, bekannten Unternehmen veröffentlichen, die sich in einer ähnlichen Lage wie UPS befinden. Auf diese Weise entsteht eine Liste potenziell interessanter Titel, die vor allem dann relevant werden könnten, wenn der Markt in eine Abwärtsphase übergeht.

UPS - die Bewertungen
Nach einigen Kennzahlen ist UPS derzeit attraktiv bewertet. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der aktuellen Gewinne bei 12,00 und auf Basis der erwarteten Gewinne bei 11,50. Damit notiert das KGV leicht unter dem Niveau vom Tiefpunkt der Finanzkrise – und auf dem niedrigsten Stand seit mindestens dem Jahr 2000.

Auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt mit 0,81 auf dem niedrigsten Stand seit der Finanzkrise. Zum Vergleich: Für den S&P 500 betragen das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der aktuellen und erwarteten Erträge sowie das Kurs-Umsatz-Verhältnis 29,5, 22,3 und 3,22 – also deutlich höher.
Besonders wichtig erscheint uns das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG), da es die Bewertung um die erwarteten Wachstumsraten bereinigt. Bei UPS liegt dieser Wert bei 2,50, was einem erwarteten Gewinnwachstum je Aktie von 4,60 % entspricht. Vor der Pandemie lag die Wachstumsrate zwischen 6 % und 9 %, in den letzten fünf Jahren hingegen unter 4 %.
Trotz der vergleichsweise günstigen Bewertungskennzahlen wird die Aktie aktuell immer noch rund 14 % über ihrem fairen Wert gehandelt.

UPS - wie kommt ein Top-Name zu einer so schlechten Aktienperformance?
- Rückläufige Liefermengen / Amazon (NASDAQ:AMZN): Wie die erste Grafik unten zeigt, ist das durchschnittliche tägliche Versandvolumen in den vergangenen Jahren gesunken. Hauptursache ist, dass der größte – zugleich aber am wenigsten rentable – Kunde Amazon seine Sendungen um 50 % reduziert hat. Dieser Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, bei der profitablere Geschäftsfelder priorisiert werden.
- Höhere Betriebskosten: 2023 konnte UPS einen Streik abwenden, indem ein neuer Fünfjahresvertrag mit der Teamster-Gewerkschaft abgeschlossen wurde. Dieser sieht für Vollzeitkräfte Lohnerhöhungen von 18 % bis 2027 vor, für Teilzeitkräfte sogar 48 %. Hinzu kommen inflationsbedingte Mehrkosten, unter denen auch andere Unternehmen leiden. Die operative Marge liegt mit rund 10 % aktuell am unteren Ende der Bandbreite von 10 bis 15 %, die in den letzten 15 Jahren üblich war.
- Stagnierendes Wachstum: Die zweite und dritte Grafik unten zeigen sowohl rückläufige Gewinne je Aktie als auch ein deutlich verlangsamtes Umsatzwachstum. Zwar liegen die Erlöse leicht über dem Vorkrisenniveau, der Gewinn pro Aktie ist jedoch darunter gefallen. Das unterstreicht das schwache Wachstum der vergangenen fünf Jahre und den anhaltenden Druck auf die Margen.



UPS: Gründe für Optimismus
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Initiativen zur Kostensenkung: Mit dem Programm Efficiency Reimagine will UPS Einsparungen von 3,5 Mrd. USD erzielen – durch Personalabbau, höhere Produktivität, Standortschließungen und Flottenoptimierung. Ziel ist es, die rückläufigen Margen wieder zu stabilisieren. Das Unternehmen erklärte dazu: „Bei unserem Plan Efficiency Reimagine geht es darum, intelligenter zu arbeiten – nicht härter. Durch den Einsatz fortschrittlicher Analysen, Automatisierung und optimierter Abläufe erzielen wir erhebliche Kosteneinsparungen und verbessern gleichzeitig die Servicequalität für unsere Kunden.“
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Erholung des Volumenwachstums: Im letzten Quartal verzeichnete UPS in den USA erstmals seit neun Quartalen wieder ein leicht steigendes Versandvolumen – ein mögliches Signal für eine Trendwende. Das Wachstum wird auf die steigende E-Commerce-Nachfrage, die Integration des Luftfrachtvolumens des US Postal Service und eine stärkere Nachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen zurückgeführt.
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Fokus auf margenträchtige Segmente: UPS priorisiert margenstärkere Bereiche wie Gesundheitslogistik, kleine und mittelständische Unternehmen sowie internationale Märkte gegenüber margenschwächeren Amazon-Sendungen. Damit soll der Umsatz pro Paket erhöht werden.
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Attraktive Dividendenrendite: Mit einer Rendite von 7 % bietet UPS einkommensorientierten Anlegern einen klaren Anreiz und schafft gleichzeitig Stabilität für die Aktie, während das Unternehmen seine operativen Herausforderungen adressiert.
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Aktienrückkäufe: UPS hat zudem sein Aktienrückkaufprogramm wieder aufgenommen. Dies stützt nicht nur den Wert für die Aktionäre, sondern signalisiert auch Vertrauen des Managements in eine nachhaltige Erholung. In den vergangenen vier Jahren wurden rund 30 Mio. Aktien zurückgekauft – etwa 3,5 % der insgesamt ausstehenden Titel.
Fazit
In unserem Artikel Der Low-Beta-Boom haben wir gezeigt, dass Aktien mit hoher Rentabilität, günstigen Bewertungen, niedrigen Betas und kleineren Marktkapitalisierungen die breite Masse deutlich übertrafen – und Investoren während der Dotcom-Krise Schutz boten.
Bei UPS spricht von diesen Faktoren im Grunde nur die Bewertung für sich, und selbst dieses Argument ist nicht ohne Fragezeichen. Das Beta lag in den vergangenen fünf Jahren meist bei rund 1,0, die Marktkapitalisierung ist mit 73 Mrd. USD hoch, und die Profitabilität war nicht herausragend.
Auch wenn UPS drei der vier Kriterien nicht erfüllt, bieten die aktuellen Bewertungen eine bessere Sicherheitsmarge als bei vielen anderen Titeln. Dennoch würden wir eine Verbesserung bei Erträgen und Umsatz abwarten, bevor wir UPS in unsere Liste der Aktien aufnehmen, die wir für schwierige Marktphasen empfehlen.
Unterm Strich erscheint die Bewertung insgesamt fair – auch wenn die Aktie heute noch immer auf dem Niveau von 2020 liegt. Der Verlust von Marktanteilen und die nachlassenden Margen rechtfertigen diesen Bewertungsabschlag. Sollten sich die Fundamentaldaten nicht verbessern, könnte UPS trotz scheinbar günstiger Kennzahlen zu einer klassischen Wertfalle werden.
