Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Die Ankündigung vom Sonntag, dass die USA und China ihre Zölle deutlich senken und die Handelsgespräche fortsetzen wollen, hat weltweit eine regelrechte Kursrallye ausgelöst. Die Hoffnung dahinter: Fortschritte im Handelskonflikt könnten das Risiko einer Rezession – sowohl in den USA als auch international – deutlich senken.
Trotz der starken Erholung in den letzten Tagen bleiben US-Aktien im bisherigen Jahresverlauf allerdings das Schlusslicht unter den wichtigsten Anlageklassen. Viele Verluste konnten zwar aufgeholt werden, doch im Vergleich hinken sie noch immer hinterher.
Anders sieht es bei Aktien aus Industrieländern außerhalb der USA aus. Sie führen das Feld 2025 bislang deutlich an – zumindest, wenn man die Entwicklung einiger repräsentativer ETFs bis zum Montagsschluss (12. Mai) betrachtet.
Der Vanguard FTSE Developed Markets Fonds (NYSE:VEA) liegt seit Jahresbeginn mit einem Plus von 13,3 % klar vorn. US-Aktien (VTI) dagegen haben 2025 bislang leicht um 0,5 % nachgegeben.

Der Global Market Index (GMI) liegt im bisherigen Jahresverlauf 2,8 % im Plus. Der GMI ist eine nicht aktiv verwaltete Benchmark, die von CapitalSpectator.com veröffentlicht wird. Er umfasst alle wichtigen Anlageklassen (mit Ausnahme von Barmitteln) in marktwertgewichteter Form über ETFs – und gilt als solide Vergleichsgröße für Multi-Asset-Portfolios.
Der zuletzt aufgekommene Optimismus, dass sich ein globaler Handelskrieg doch noch abwenden lässt, bekam durch die Zollnachricht vom Wochenende spürbar neuen Auftrieb. Trotzdem bleiben Einschränkungen: Denn obwohl die Zölle gesenkt werden sollen, bleiben sie laut Präsident Trump vorerst weiter auf hohem Niveau. Evercore ISI – mit Verweis auf das Wall Street Journal – schätzt, dass die effektive US-Zollbelastung gegenüber China bei 39 % liegt, einschließlich bereits vor Trumps Amtszeit erhobener Abgaben.
Ein weiterer Punkt, der zur Vorsicht mahnt: Die aktuelle Einigung zwischen den USA und China ist eher als Verhandlungspause zu werten – nicht als finaler Durchbruch. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf bleibt also bestehen.
Trotzdem haben einige Analysten ihre Rezessionsprognosen nach unten korrigiert. Goldman Sachs (NYSE:GS) senkte die geschätzte Rezessionswahrscheinlichkeit in den USA von 45 % auf 35 %. Yardeni Research sieht das Risiko sogar nur noch bei 25 %.
Das politische Risiko rund um den Handel bleibt allerdings volatil – stark abhängig von den wechselhaften Äußerungen und Entscheidungen von Präsident Trump.
Das könnte auch erklären, warum die Fortschritte im Handelsstreit wohl kaum kurzfristige Auswirkungen auf die Geldpolitik der Fed haben dürften. Adriana Kugler, Mitglied im Gouverneursrat der US-Notenbank, sprach zwar von einer „Verbesserung“, wies aber auch darauf hin, dass die Zölle weiterhin „ziemlich hoch“ seien. Ihre Einschätzung: Die Preise dürften weiter steigen und das Wachstum sich abschwächen – allerdings nicht mehr so stark wie zuvor.
Derzeit rechnen die Fed Funds Futures frühestens im September mit einer möglichen Zinssenkung.
Gleichzeitig könnte der jüngste Anstieg der Anleiherenditen eine weitere Erholung der US-Aktien bremsen. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen kletterte am Montag auf 4,48 % – den höchsten Stand seit einem Monat. Solange der Anleihemarkt nicht überzeugt ist, dass das zollbedingte Inflationsrisiko spürbar sinkt, bleiben höhere Renditen ein Thema – und damit eine ernstzunehmende Konkurrenz für Aktien.
Kurz gesagt: Es könnte ein langer Sommer werden, während sich der Handelskonflikt weiterentwickelt – in welche Richtung auch immer. Die einzige Konstante beim Thema Handel bleibt vorerst der Wandel. Und die Märkte müssen sich der Aufgabe stellen, mit dieser Unsicherheit umzugehen.
