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Wenn man den Schlagzeilen Glauben schenkt, steht die US-Wirtschaft kurz vor einer Rezession. Ein genauerer Blick auf eine breite Auswahl an Makroindikatoren lässt jedoch deutlich weniger eindeutige Schlüsse zu.
Mark Zandi, Chief Economist bei Moody's Analytics, warnte am Sonntag: „Die Wirtschaft steht am Rande einer Rezession.“
Auch Luke Tilley, Chefökonom bei Wilmington Trust, äußerte sich vorsichtig: „Wir befinden uns in einer allgemeinen wirtschaftlichen Abschwächung. Ob daraus eine Rezession wird oder nicht – das ist die entscheidende Frage. Der Arbeitsmarkt spielt hier eine Schlüsselrolle, und es ist schwer vorherzusagen, wie es dort weitergeht.“
Das 24-Billionen-Dollar-Ratespiel um die richtige Prognose für die US-Konjunktur ist also wieder in vollem Gange. Viele machen mit – doch die Geschichte zeigt: Die Signale sind oft irreführend. Eine Rezession kommt irgendwann – das ist sicher. Nur wann, das ist (vorsichtig gesagt) extrem schwer zu sagen.
Schon im März sagte Zandi: „Die Rezessionsrisiken sind unangenehm hoch – und sie steigen weiter.“
Tatsächlich ist die Erfolgsbilanz bei Konjunkturprognosen meist kaum besser als ein Münzwurf. Zu viele Variablen beeinflussen die Wirtschaftsentwicklung – selbst erfahrene Ökonomen liegen damit regelmäßig daneben.
Trotzdem macht es wenig Sinn, die Wirtschaftsbeobachtung ganz aufzugeben. The Capital Spectator setzt deshalb auf eine Methode, die sich über die Jahre bewährt hat: Sie schätzt erstens die aktuelle Lage ein – und trifft zweitens vorsichtige Annahmen für die kommenden zwei bis drei Monate. Dieser Ansatz wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt und ist Basis unseres wöchentlichen Newsletters: dem Risikobericht zum US-Konjunkturzyklus.
In der aktuellen Ausgabe liegt die geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass sich die USA derzeit in einer vom NBER definierten Rezession befinden, bei rund 3 %. Diese Einschätzung basiert auf einer Vielzahl eigener und externer Indikatoren, die im Composite Recession Probability Index (CRPI) zusammengeführt werden.
Die Ergebnisse sind natürlich nicht perfekt – das können sie auch nicht sein. Aber unser Modell ist ein erprobtes, wertvolles Tool, um im Markt die Spreu vom Weizen zu trennen.

Der CRPI hat allerdings eine Einschränkung: Er bildet den aktuellen Zustand der Wirtschaft ab – basierend auf den zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten. Diese kommen jedoch mit einer gewissen Verzögerung.
Das heißt: Wir können zwar relativ gut einschätzen, was gerade passiert – oder was kürzlich passiert ist. Aber die entscheidende Frage bleibt natürlich: Wie geht es weiter?
Und die ehrliche Antwort lautet: Niemand weiß es. Punkt.
Was wir aber wissen: Die US-Wirtschaft ist wie ein großes Schiff – sie ändert ihren Kurs nicht abrupt. Es sei denn, ein externer Schock bringt sie aus dem Gleichgewicht. Solange das nicht passiert, lassen sich vorsichtige Annahmen treffen. Und auf Basis dieser Annahmen ist es möglich, eine fundierte Einschätzung darüber zu entwickeln, wie sich die nächsten Monate gestalten könnten – ein kalkuliertes Risiko.
Hier kommen zwei eigene Indikatoren ins Spiel: der Economic Trend Index und der Economic Momentum Index. In jeder Ausgabe des Newsletters stelle ich ein ökonometrisches Modell vor, das eine kurzfristige Projektion dieser beiden Indikatoren liefert.
Die aktuelle Analyse zeigt die erwartete Entwicklung bis einschließlich September – dargestellt in der folgenden Grafik.

Die wichtigsten Erkenntnisse: Beide Indikatoren liegen weiterhin über den jeweiligen Schwellenwerten, die Wachstum von Rezession trennen – beim ETI sind das 50 %, beim EWI 0 %. Gleichzeitig deutet sich jedoch an, dass beide Indizes ihre Höchststände erreicht haben könnten.
Das wiederum könnte bedeuten, dass sich im vierten Quartal erste Probleme abzeichnen. Aber: Das ist nur eine Annahme – und sie sollte mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet werden.
Der Wunsch, schon heute zu wissen, wie sich die Wirtschaft über das kurzfristige Zeitfenster hinaus entwickeln wird, ist verständlich – aber realistisch betrachtet sind Schätzungen mit hohem Konfidenzniveau, wenn überhaupt, nur für die nächsten zwei Monate möglich.
In diesem Rahmen erscheint eine Rezession im Sinne der NBER-Definition in naher Zukunft eher unwahrscheinlich. Aber klar ist auch: Morgen ist ein neuer Tag. Deshalb lässt sich die Analyse nur regelmäßig anpassen – immer dann, wenn neue Daten vorliegen.

