Verbrauchervertrauen zwischen Optimismus und Sorge

Veröffentlicht am 30.04.2025, 08:56

Die Aktienkurse sind gestern gestiegen, während die Anleiherenditen leicht nachgaben. Der Grund? Die Hoffnungen, dass die Trump-Administration bald mit der Umsetzung von Handelsabkommen beginnt und die Fed möglicherweise den Leitzins senkt, wenn der Arbeitsmarkt Anzeichen von Schwäche zeigt. Handelsminister Howard Lutnick verkündete gestern, dass die Regierung ihr erstes Handelsabkommen in Aussicht hat, auch wenn es noch nicht vollständig finalisiert ist. Welches Land daran beteiligt ist, wollte er nicht verraten – vielleicht ist es ja Freedonia?

Verbrauchervertrauen zwischen Optimismus und Sorge

Der gestern veröffentlichte Consumer Confidence Index (CCI) für April zeichnet ein gemischtes Bild. Während die aktuellen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin solide sind, wird eine Abschwächung in naher Zukunft erwartet. Der JOLTS-Bericht für März bestätigt gleichzeitig, dass der Arbeitsmarkt im letzten Monat robust blieb. Zeit also, die Implikationen dieser Zahlen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Verbrauchervertrauen: Shoppen als Stimmungsmesser

Wir haben es schon oft betont: Die Amerikaner gehen shoppen, wenn sie glücklich sind. Aber auch wenn sie niedergeschlagen sind, zücken sie die Kreditkarte – denn selbst die größten Pessimisten greifen zum Portemonnaie, solange sie einen Job haben. Einkaufen setzt schließlich Dopamin frei und sorgt für bessere Laune.

Doch der Blick auf den Consumer Confidence Index des Conference Board zeigt, dass die Stimmung der Verbraucher in den letzten Monaten getrübt ist. Der Index fiel im April um 8 Punkte auf 86,0 und erreichte damit ein fast fünfjähriges Tief. Das ist bereits der fünfte monatliche Rückgang in Folge – die längste solche Serie seit 2008. Interessanterweise wird der Rückgang hauptsächlich durch den Erwartungsindex getrieben. Die Einschätzung der aktuellen Lage bleibt hingegen relativ positiv!

Consumer Confidence Survey

Arbeitsmarkt: Aktuelle Stärke vs. zukünftige Unsicherheit

Die aktuelle Einschätzung der Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen hält sich überraschend gut. Etwa 31,7 % der Befragten gaben an, dass Jobs reichlich vorhanden sind, während 16,6 % meinten, dass es schwierig sei, einen Job zu bekommen. Das bedeutet, dass fast doppelt so viele Menschen optimistisch über den Arbeitsmarkt denken als pessimistisch. Ein Silberstreif am Horizont, könnte man sagen.

Jobs Availability Survey

Doch wie sieht es mit den Erwartungen für die kommenden Monate aus? Rund 32,1 % der Befragten glauben, dass es bis September weniger Jobs geben wird. Etwa die Hälfte davon – 13,7 % – erwartet hingegen mehr Jobs in den nächsten sechs Monaten. Das wird jedoch durch die 54,2 % ausgeglichen, die denken, dass sich die Bedingungen nicht wesentlich ändern werden. Angesichts des derzeitigen Pessimismus aus der wirtschaftlichen Ecke ist das ein durchaus positiver Ausblick.

Consumer Confidence Survey-Jobs in 6-months

Aktienmärkte halten sich wacker

Auch die Aktienmärkte zeigen sich, allen Umständen zum Trotz, erstaunlich robust. Ein Schlüsselfaktor hierfür ist der Glaube der Investoren, dass die Federal Reserve bei Bedarf die Zinsen senken wird. Wir gehören zwar nicht unbedingt zu diesem Lager, aber die Möglichkeit besteht – besonders wenn der "Stag"-Teil der Stagflationsgefahr mehr Beachtung findet als die "-flation"-Komponente, mit der die politischen Entscheidungsträger konfrontiert sind.

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