Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Zwischen der Diskussion um neue Zölle auf Importe fand Präsident Donald Trump vergangene Woche auch noch Zeit, eine neue Durchführungsverordnung zu unterzeichnen. Ziel: Amerikas „wunderschöne, saubere Kohleindustrie“ wiederzubeleben. Der Erlass steckt voller ambitionierter Maßnahmen – darunter die geplante Neueinstufung von Kohle als kritisches Mineral, die Wiederfreigabe von Bundesland für den Bergbau, beschleunigte Umweltprüfungen und finanzielle Unterstützung für Kohlekraftwerke sowie den Export von Kohle.
Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt. Während die USA im Zuge der Reindustrialisierung massiv in neue Infrastrukturen investieren – vor allem zur Unterstützung von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI), Elektrofahrzeuge und Hochleistungsrechner – zieht der Stromverbrauch deutlich an. Laut S&P Global wird die Stromnachfrage in den USA im kommenden Jahrzehnt so stark steigen wie in keinem anderen Zehnjahreszeitraum zuvor.

Die Aktien von Peabody Energy Corp (NYSE:BTU) – dem größten Kohleproduzenten der USA, der im Jahr 2023 mehr als 104.000 Tonnen Kohle gefördert hat – legten am vergangenen Dienstag um 9,21 % zu. Das war der stärkste Tagesgewinn seit dem 6. November 2024 – dem Tag nach Trumps Wahlsieg und dem Beginn seiner zweiten Amtszeit.
Langfristig sieht das Bild jedoch weniger rosig aus: Seit dem Wahltag hat die Peabody-Aktie rund 60 % an Wert verloren.

Ich habe durchaus Respekt vor dem Bestreben des Präsidenten, die Energiesicherheit in den USA zu stärken. Eine verlässliche und bezahlbare Stromversorgung ist schließlich die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum und für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.
Auch wenn ich den Ansatz nachvollziehen kann, sehe ich die langfristige Entwicklung jedoch in eine andere Richtung gehen – hin zu einem Energiesystem, das zunehmend auf erneuerbare Quellen setzt.
Die Realität der Kohlewirtschaft
Kohle wird gerne als kraftvoller Energieträger beschrieben – und tatsächlich hat sie eine zentrale Rolle beim Aufbau des Industriezeitalters gespielt. Heute sieht die Realität allerdings anders aus: Aus Kostensicht kann Kohle kaum noch mithalten.
Laut BloombergNEF sind die Stromgestehungskosten (LCOE) für neue Kohlekraftwerke mehr als doppelt so hoch wie bei Solar-, Windenergie oder Erdgas – und das sogar bevor man Umwelt- und Gesundheitsfolgen der Kohleförderung und -verbrennung überhaupt mit einrechnet.
Die einfache Wahrheit ist: Kohle ist weder die günstigste noch die sauberste Option.

Und das weiß auch der Markt. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) ist der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung in den Industrieländern seit dem Höchststand im Jahr 2007 kontinuierlich gesunken.
In den USA ist der Kohleanteil im Jahr 2024 erstmals unter die Marke von 15 % gefallen – und der Rückgang beschleunigt sich weiter. Das Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) schätzt, dass bis 2040 die verbleibenden 115.000 Megawatt (MW) an Kohlekapazität vollständig vom Netz gehen könnten. Bereits bis 2029 soll rund ein Viertel der bestehenden US-Kohlekraftwerke stillgelegt werden.
Viele der noch laufenden Anlagen arbeiten inzwischen weit unter ihrer eigentlichen Kapazität. Stillgelegte Kraftwerke wieder hochzufahren oder veraltete Anlagen künstlich am Leben zu halten, ist ineffizient und teuer. Mit zunehmendem Alter steigen die Wartungskosten – und viele dieser Anlagen sind inzwischen über 50 Jahre alt. Das letzte große Kohlekraftwerk in den USA wurde 2013 ans Netz gebracht. Seitdem ist die Projektpipeline praktisch versiegt.
Eine globale Verschiebung
Wir alle sehen: Die globale Energieversorgung befindet sich mitten im Wandel. Zwar wird die Kohleverstromung im Jahr 2024 voraussichtlich ein neues Rekordhoch erreichen – das liegt aber vor allem am wachsenden Energiehunger in den Schwellenländern.
Gleichzeitig zeigen selbst die größten Kohleverbraucher der Welt, dass es auch anders geht: China etwa war 2024 weltweit führend beim Ausbau von Solarenergie. Auch Indien treibt den Ausbau erneuerbarer Energien mit Nachdruck voran, um den steigenden Strombedarf zu decken.
In den USA ist der Kohleverbrauch im vergangenen Jahr bereits um 4 % gesunken, und für 2023 wird ein Rückgang von 17 % erwartet. Parallel dazu erreichen die Erneuerbaren immer neue Höchststände: Erst im vergangenen Monat lag die Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie bei 83 Terawattstunden (TWh) – ein neuer Rekord. Gleichzeitig fiel der Anteil fossiler Brennstoffe am US-Strommix erstmals unter 50 %.
Die Richtung ist klar – wir wissen, wohin der Wind weht.

Dem Smart Money folgen
Ich bin überzeugt: Dieser Trend bietet spannende Investitionschancen. Der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien ist im vergangenen Jahr um 25 % gestiegen – angeführt von Solar- und Windkraft. In den USA wird erwartet, dass allein die Solarenergie in diesem Jahr mehr als die Hälfte der neuen Stromerzeugungskapazitäten ausmacht. Mein Heimatstaat Texas spielt dabei eine führende Rolle: Über ein Drittel der neuen Solarmodule sollen genau hier installiert werden.
Besonders überzeugend ist dabei: Erneuerbare Energien sind heute nicht nur günstiger als der Neubau von Kohlekraftwerken – sie sind auch billiger als der laufende Betrieb der meisten bestehenden Kohleanlagen. Laut Energy Innovation könnten 99 % der US-Kohlekraftwerke durch neue Solar- oder Windkraftanlagen ersetzt werden – und das zu geringeren Kosten.
KI und Rechenzentren
In einem Punkt stimme ich Präsident Trump durchaus zu: Künstliche Intelligenz und Rechenzentren werden in den kommenden Jahren enorme Energiemengen benötigen. Als Executive Chairman von HIVE Digital Technologies weiß ich, wie rasant dieser Bedarf wächst. Bis 2030 soll sich der Stromverbrauch von Rechenzentren Schätzungen zufolge auf 945 TWh mehr als verdoppeln.
Auf Kohle zu setzen, um diesen steigenden Bedarf zu decken, halte ich jedoch für den falschen Weg. Das wäre ein Schritt zurück.
Ja, gelockerte Vorschriften könnten der Kohlebranche kurzfristig etwas Rückenwind geben – und es ist möglich, dass einige Anleger davon profitieren. Aber langfristig ist die Richtung klar: Die Welt bewegt sich hin zu sauberer, günstiger Energie. Wer der Entwicklung voraus sein will, sollte den Daten folgen – und dem Kapital, das schon längst neue Wege geht.
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