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Goldpreis auf Abwegen, aber Hedgefonds sieht massive Unterbewertung

Rohstoffe & Futures25.11.2019 12:53
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© Reuters.

Investing.com - Der Goldpreis ist nach den zuletzt leichten Rückschlägen unter Druck geblieben. Das Edelmetall erreichte aufgrund der Handelshoffnung und den damit einhergehenden steigenden Anleiherenditen am Montag den tiefsten Stand seit dem 18. November.

Der an der COMEX gehandelte Gold-Future zur Lieferung im Dezember ist 4,25 Dollar oder 0,29 Prozent auf 1.466,25 Dollar je Feinunze gefallen.

Spot-Gold verbilligte sich um 2,43 Dollar oder 0,17 Prozent auf 1.459,62 Dollar. Das Einwochentief wurde bei 1.456,59 Dollar markiert.

"Die Unze Gold bereitet sich darauf vor, die Unterstützung bei 1450 Dollar je Feinunze zu testen", sagte Ipek Ozkardeskaya, Marktanalystin bei der London Capital Group. "Vor allem die steigenden Renditen für Staatsanleihen könnten das Edelmetall über die Klinge springen lassen".

Eine Schlüsselunterstützung sei das 38,2% Fibonacci-Retracement des gesamten Aufwärtsimpulses von Juni bis September bei 1.447 Dollar, stellte Ozkardeskaya fest. "Ein Rutsch unter dieses Preisniveau dürfte eine mittelfristige Trendwende signalisieren und weitere Verluste in Richtung des 50% Fibos bei 1.410 Dollar provozieren".

Die zuletzt positiven Signale im Handelskrieg haben die Risikobereitschaft der Anleger zum Auftakt in die neue Woche erhöht. In der Folge legten US-amerikanische Renditen zu und der US-Dollar baute seine Vorwochengewinne aus. Nach einem Wochenplus von 0,31 Prozent steigt der US-Dollar-Index am Montag um 0,02 Prozent auf 98,19 Prozent. Die Zehnjahresrendite aus den USA rentierte zuletzt 0,58 Prozent höher bei 1,784 Prozent.

China teilte am Wochenende mit, dass es die Strafen für Verstöße gegen die Rechte des geistigen Eigentums erhöhen werde. Dies ist eine wesentliche US-Bedingung für ein Phase eins Handelsdeal.

Zudem schrieb die Global Times am Montag auf Twitter unter Berufung auf regierungsnahe Kreise, dass China und die USA einem Phase 1-Handelsdeal sehr nahe seien. Außerdem sei man weiterhin gewillt, die Handelsgespräche über ein Abkommen der Phase zwei und drei auf Augenhöhe fortzusetzen, sagten die Insider gegenüber der Zeitung.

Letzte Woche berichtete das Wall Street Journal, dass Chinas Chefunterhändler Liu He die US-Handelsdelegation zu weiteren Handelsgesprächen nach Peking eingeladen habe. Man wolle noch vor Thanksgiving weiter verhandeln, hieß es in dem Artikel. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin sollen die Einladung jedoch noch nicht offiziell angenommen haben.

"Das alles könnte alles heiße Luft sein", schreibt Chris Beauchamp, Marktanalyst bei IG, in einer Morgennotiz. "Aber ein Ende der makroökonomische Sorgen könnte Wunder für die Stimmung bewirken".

Eine gute Stimmung der Marktteilnehmer, die sich unter anderen in steigenden Aktienmärkten und Renditen widerspiegelt, gilt in der Regel als Hauptbelastungsfaktor für den Goldpreis.

Als weiterer Belastungsfaktor für Gold gelten erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Weltkonjunktur. In Europa waren die Einkaufsmanagerindizes Industrie besser als erwartet ausgefallen, wenngleich sie weiterhin auf tiefem Niveau verharren. Auch legte das Verbrauchervertrauen moderat zu. In Deutschland geben die Frühindikatoren wie ZEW und Ifo-Index Anlass zur Hoffnung für ein Ende der konjunkturellen Flaute.

Auch in den USA waren die Daten zuletzt wieder etwas besser ausgefallen als erwartet. Sowohl der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex Industrie als auch Dienstleistungen verbesserte sich. Das Verbrauchervertrauen Uni Michigan stieg von 95,7 auf 96,8. Enttäuscht hatte dagegen der LEI, der im Oktober um 0,1 sank.

Angesichts der jüngsten Daten aus den USA dürfte die Federal Reserve nicht erneut in Panik verfallen und die Zinsen vorerst auf dem aktuellen Niveau von 1,50 bis 1,75 Prozent belassen.

Crescat Capital LLC sieht die Risiken, die vor den Anlegern liegen, aber nicht gebannt. Schließlich wiesen alle 44 Spreads der US-Zinskurve bis August noch eine Inversion von 73 Prozent auf. "Dies ist eine kritische Phase, denn in den fünf vorangegangenen Konjunkturzyklen, die wir untersucht haben, haben wir festgestellt, dass eine Rezession zeitnah eintritt, sobald 70 Prozent oder mehr der Zinskurve invertiert waren", berichtete Tavi Costa, globaler Makroanalyst bei Crescat. "Aus der Perspektive des Portfoliomanagements haben wir herausgefundne, dass der Kauf von Gold und der Verkauf von Aktien eine der attraktivsten Makro-Ideen ist, wenn der Inversionsgrad ein exzessives Niveau erreicht."

Zwar hat sich die Zinskurve in den USA dank der Zinssenkungen der Fed und dem "Not QE" wieder normalisiert. Jedoch ist die Bewegung aus dem inversen Bereich schnell und kräftig erfolgt. Das galt in der Vergangenheit als Vorbote für eine Rezession.

Ein weiterer Grund für die bullische Ausrichtung auf Gold sieht der Hedgefonds in der immer ansteigenden Geldmenge. "Gold ist im Verhältnis zur globalen monetären Basis und der Geldmenge nahezu rekordverdächtig unterbewertet. Gleichzeitig sind die Aktienbewertungen im Verhältnis zu den zugrunde liegenden Fundamentaldaten wohl auf dem höchsten Niveau aller Zeiten", so Crescat Capital.

In ihrem Global Macro Hedge Fund setzen Kevin Smith und Tavi Costa von Crescat Capital auf drei Hauptthemen: 1) Long auf Edelmetalle inklusive Minenaktien, 2) Short auf ausgewählte Aktien aus den USA und dem Rest der Welt, die überbewertet sind und 3) Short auf den chinesischen Yuan und den Hongkong Dollar durch asymmetrische Put-Optionen

Im Wirtschaftskalender stehen heute keine relevanten Datenpunkte mehr. Am heutigen Abend wird sich noch Fed-Chef Jerome Powell in Rhode Island äußern, bevor am Ende der Woche die Blackout-Period vor der nächsten FOMC-Sitzung beginnt.

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Von Robert Zach

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