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Das Ende des Euro – wenn der Wachstumsmotor Europas für immer verstummt

Veröffentlicht am 15.06.2023, 10:02
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Investing.com – Deutschland galt lange Zeit als das Wirtschaftswunder schlechthin, denn obwohl das Land zwei Weltkriege verlor, konnte es zum Exportweltmeister aufsteigen und diesen Titel über viele Jahre hinweg verteidigen.

Die Produkte Made in Germany waren heiß begehrt, doch an diese Erfolgsbilanz werden die Deutschen wohl nie wieder anknüpfen können. Warum das so ist, beleuchtete der für seinen Finanzblog mehrfach ausgezeichnete Makroökonom Mike Shedlock.

Shedlock ist überzeugt, dass die Energiewende das größte Problem für Deutschland ist. Der Behauptung, dass der russische Angriffskrieg auf die Ukraine der Grund für die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit ist, erteilt er eine klare Absage. Stattdessen verweist er darauf, dass die deutschen Strompreise bereits vor dieser Krise die höchsten in Europa waren.

Damit liegt auf der Hand, dass das Land energiepolitisch schon viel früher hätte einlenken müssen, aber dieses strukturelle Problem wollte die Politik nicht angehen.

Einst verfügte Deutschland über eine weltweit führende Solarindustrie mit 110.000 Arbeitsplätzen, was gerade einmal 10 Jahre her ist. Doch der unter dem Altkanzler Schröder eingefädelte Gasdeal mit Russland war so verlockend, dass man sich unter der Regierung Merkel entschied, die Konjunkturprogramme für den Solarsektor einzustellen. Der Ausbau der Erneuerbaren geriet ins Stocken, 70.000 Solar-Fachkräfte verloren ihren Job und nahezu der gesamte Industriezweig wanderte nach China ab.

Die für die Wind- und Solarenergie infrage kommenden Flächen sind begrenzt und die Realisierung derartiger Projekte stößt auf Widerstand in der Bevölkerung. Deshalb wurde politisch entschieden, eine Infrastruktur für sauberen Wasserstoff aufzubauen, wie Shedlock schreibt. Das Problem ist jedoch, dass es für die Nutzung dieser Technologie, in dem Umfang wie sie benötigt wird, keinerlei Erfahrungswerte gibt. Damit lässt sich auch nicht wirklich sagen, ob das benötigte Volumen überhaupt produziert werden kann und vor allem zu welchem Preis.

Damit verliert Deutschland bei der Versorgung der Wirtschaft mit billiger Energie immer mehr den Anschluss, was zwangsläufig eine Abwanderung zur Folge hat, die sich beschleunigt.

Hinzu kommt, dass Deutschland auch technologisch von der Konkurrenz überholt wird. Einst waren deutsche Autos in aller Welt begehrt, aber wie Shedlock erklärt, hat die Automobilbranche die E-Mobilität verschlafen. BYD (F:1211) wurde im vergangenen Quartal die meistverkaufte Automarke Chinas und ließ damit VW (ETR:VOWG) abgeschlagen hinter sich. Der Grund ist einfach, wer zwischen Made in Germany von VW (ID3) und einem 60 Prozent günstigeren BYD mit mehr Reichweite und einer besseren Software-Plattform die Wahl hat, dem fällt die Entscheidung leicht.

Ein weiteres großes Manko, von dem jeder Leser sicherlich aus eigenen Erfahrungen berichten kann, ist die Digitalisierung. Für ein Land, dass vor wenigen Jahren noch Exportweltmeister war, ist es ein echtes Armutszeugnis auf der weltweiten Rangliste für Internetgeschwindigkeit lediglich auf Platz 51 zu liegen.

Anfang der 80er-Jahre brachte die Regierung unter Helmut Schmidt den Aufbau eines landesweiten Glasfasernetzes auf den Weg. Zu der damaligen Zeit ein futuristisches Projekt, von dem, wenn es umgesetzt worden wäre, heute das ganze Land profitieren würde. Sein Nachfolger, Bundeskanzler Helmut Kohl, entschied stattdessen, weiterhin Geld in das marode Netz aus Kupferkabeln zu stecken.

Hinzu kommt der allseits bekannte Fachkräftemangel, der sich auch durch die Zuwanderung nicht beheben lässt. Der demografische Wandel ist längst Realität und mit jedem Monat, der vergeht, nimmt die Zahl der Rentner zu, während die der Erwerbstätigen schwindet.

Shedlock verweist darauf, dass schon jetzt 50 Prozent der Unternehmen aufgrund fehlender Fachkräfte weniger produzieren. Das entspricht einem Gegenwert von 85 Milliarden Dollar pro Jahr.

Wie groß die Herausforderungen sind, welche auf die Deutschen zukommen, beschrieb die OECD mit folgenden Worten:

"Keine andere große Industrienation zerstörte so systematisch ihre Wettbewerbsfähigkeit durch sich verändernde soziale, ökologische und regulatorische Einflüsse."

Es sieht ganz danach aus, als ob sich Deutschland auf seine ursprünglichen Tugenden besinnt – ein Land der Dichter und Denker – eine brotlose Kunst.

Gerät Deutschland unwiderruflich auf das Abstellgleis der globalen Wirtschaft, dann wird dies zu einer weiteren Zerreißprobe für die Eurozone. Die EZB würde versuchen, die Wirtschaft mit frischem Geld anzukurbeln, womit das Ziel einer Inflation von 2 Prozent völlig aus dem Blickfeld gerät.

Die Rufe derer, die für ihr Land eine bessere Zukunft ohne den Euro propagieren, würden immer lauter. Die Umfragewerte der Populisten steigen bereits, sodass der Anfang vom Ende der Gemeinschaftswährung scheinbar in Stein gemeißelt ist.

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