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M&A-Deals in Europa, Frankreichs Anleihen, Iran-Wahl und der Bitcoin stürzt ab - was die Märkte heute bewegt

Wirtschaft21.06.2021 11:50
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© Reuters.

Von Peter Nurse 

Investing.com -- In Europa liegen Fusionen und Übernahmen wieder voll im Trend, französische Anleihen entwickeln sich positiv nach den jüngsten Wahlergebnissen, Rohöl reagiert erfreut auf die Entwicklungen rund um das Atomabkommen und die Aktienmärkte unternehmen nach einer schwierigen Woche einen Erholungsversuch. Bitcoin rutscht unterdessen weiter ab und notiert nun unter 33.000 Dollar. Das bewegt die Märkte am Montag, den 21. Juni.

1. M&A-Deals in Europa

Weltweit gewinnen M&A-Deals an Fahrt, begünstigt durch niedrige Zinsen, die Rekordhausse an den Aktienmärkten und das hohe Interesse an Sektoren, die durch die Corona-Pandemie Auftrieb erhalten. In den USA wurden die meisten Deals getätigt, aber auch Europa rückt allmählich ins Rampenlicht. 

Anfang dieses Monats zeigten die Zahlen des Datenanbieters Refinitiv, dass die weltweiten Fusions- und Übernahmeaktivitäten im Mai den dritten Monat in Folge ein Rekordhoch erreichten, während der Gesamtwert der von Januar bis Mai angekündigten und abgeschlossenen Deals 2,4 Billionen US-Dollar erreichte - ein Allzeithoch.

Dieser Trend dürfte sich im weiteren Verlauf des Jahres fortsetzen. WM Morrison Supermarkets (LON:MRW), Großbritanniens viertgrößte Supermarktkette nach Umsatz, lehnte am Wochenende ein vorgeschlagenes 5,5 Mrd. Pfund (7,6 Mrd. Dollar) schweres Barangebot der US-amerikanischen Private-Equity-Firma Clayton, Dubilier & Rice ab.

Der Vorstand sagte, dass das Angebot Morrisons und seine Zukunftsaussichten "signifikant unterbewertet", aber es ist unwahrscheinlich, dass dies das Ende des Geschäfts ist, da CDR offensichtlich einen Wert in der Kette sieht, was möglicherweise Angebote von rivalisierenden Private-Equity-Firmen nach sich ziehen wird.

Ebenfalls am Wochenende unterzeichnete die Pershing Square (NYSE:SQ) Tontine Holdings des Milliardärs William Ackman, eine große Akquisitionsgesellschaft, einen Vertrag zum Kauf von 10% der Universal Music Group für etwa 4 Milliarden Dollar.

UMG wird von der französischen Vivendi (OTC:VIVHY) ausgegliedert und geht voraussichtlich Ende September an der Euronext Amsterdam an die Börse.

Darüber hinaus teilte das in Amsterdam ansässige Unternehmen CNH Industrial (NYSE:CNHI) am Montag mit, dass es eine Vereinbarung mit Raven (NASDAQ:RAVN) Industries Inc. über den Kauf des US-amerikanischen Herstellers von Landtechnik für einen Unternehmenswert von 2,1 Mrd. Dollar getroffen habe.

Im vergangenen Monat hatte der Infrastruktur-Investor John Laing der Übernahme durch die Private-Equity-Gruppe KKR im Wert von zwei Milliarden Pfund (2,8 Milliarden US-Dollar) zugestimmt.

2. Aktien vor Erholung

Die US-Aktienmärkte dürften am Montag höher eröffnen und sich damit nach den Verkäufen der letzten Woche im Zuge der hawkishen Wende der Federal Reserve erholen.

Gegen 12.30 Uhr notierte Dow Jones Future um 200 Punkte oder 0,6% höher, der S&P 500 Future stieg um 0,5% und der Nasdaq 100 Future kletterte um 0,6%.

Die Wall Street ging in der vergangenen Woche auf Talfahrt, nachdem die Mitglieder des FOMC auf den jüngsten Anstieg der US-Inflation reagierten, indem sie auf eine frühere Zinserhöhung als bisher erwartet hinwiesen. Der Präsident der Fed von St. Louis, Jim Bullard, erklärte, dass er den ersten Zinsschritt bereits Ende 2022 sehe.

Der Blue-Chip-Index Dow Jones Industrial Average fiel in der vergangenen Woche um 3,5%. Es war der größte Wochenverlust seit Ende Oktober, der breiter gefasste S&P 500 sank um 1,9% und erlebte damit seine schlechteste Wochenperformance seit Ende Februar, während der technologielastige Nasdaq Composite um 0,2% nachgab.

Konjunkturseitig stehen am Montag keine nennenswerten Daten auf der Agenda. Im Fokus der Anleger stehen einige Redner der US-Notenbank, die darauf bedacht sind, die Zinssorgen der Anleger zu zerstreuen.

Neben Bullard äußern sich am Montag auch der Präsident der Dallas Fed, Robert Kaplan, und der Chef der New York Fed, John Williams. Die meisten Augen werden jedoch auf den Fed-Vorsitzenden Jay Powell gerichtet sein, der am Dienstag vor dem Unterausschuss des Repräsentantenhauses zur Coronavirus-Krise eine Erklärung abgeben soll.

3. Französische Anleihen durch schlechtes Abschneiden von Le Pen beflügelt

Die Entscheidung der Federal Reserve in der vergangenen Woche, nach dem Anstieg der US-Inflation eine hawkischere Position einzunehmen, hat dazu geführt, dass die Renditen langfristiger Anleihen rund um den Globus größtenteils gefallen sind. Französische Anleihen haben durch die Ergebnisse der Regionalwahlen am Wochenende einen zusätzlichen Schub erhalten.

Gegen 12.30 Uhr rentierte die 10-jährige französische Staatsanleihe mit 0,145%, nachdem sie zuvor bis auf 0,13% gefallen war. In der vergangenen Woche lag sie noch bei knapp unter 0,20%. Anleiherenditen bewegen sich invers zu den Kursen.

Unterstützt wurde diese Entwicklung durch das schwache Abschneiden der französischen Rechtsextremen bei den Regionalwahlen am Sonntag. Marine Le Pens Partei Rassemblement National verlor landesweit mehr als 7 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Wahl im Jahr 2015.

Eine IPSOS-Umfrage ergab, dass die Mitte-Rechts-Partei Les Republicains 27,2% der Stimmen erhielt, vor der Rassemblement National mit 19,3%, gefolgt von den Grünen, der Sozialistischen Partei und Präsident Emmanuel Macrons La Republique en Marche mit 11,2%.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2017 trat Le Pen mit einer Kampagne an, die sich für einen Austritt Frankreichs aus dem Euro und der Europäischen Union aussprach und verlor gegen Macron. Sie reagierte auf diese Niederlage, indem sie die Skepsis gegenüber dem Euro zügelte, doch die Investoren scheinen ihren Absichten weiterhin misstrauisch gegenüberzustehen, zumal die Europäische Union gerade einem gemeinsam getragenen Rettungsfonds zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie zugestimmt hat.

Am kommenden Wochenende findet die zweite Wahlrunde statt, und die Anleger werden diese Ergebnisse im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr genau unter die Lupe nehmen, zumal Macrons Beliebtheit immer weiter abnimmt.

4. China setzt Bitcoin unter Druck

Bitcoin, die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, steht erneut unter Druck. Schuld daran sind Berichte, wonach China das Mining der digitalen Währung weiter einschränkt.

Gegen 12.30 Uhr büßte Bitcoin mehr als 6% auf 33.161 Dollar ein. Zuvor war der Kurs zum ersten Mal seit dem 8. Juni unter 33.000 Dollar gefallen. Das im April erreichte Rekordhoch knapp unter 65.000 Dollar rückt somit in weite Ferne.

Vorausgegangen war ein Bericht in der Global Times, einer von Chinas Regierungspartei unterstützten Zeitung, wonach die Behörden in der südwestlichen Provinz Sichuan die Schließung von Mining-Projekten für Kryptowährungen angeordnet haben. China ist für mehr als die Hälfte der weltweiten Bitcoin-Erzeugung verantwortlich. Sichuan spielt eine wichtige Rolle in Chinas Bitcoin-Mining-Industrie.

Darüber hinaus gab die Agricultural Bank of China (OTC:ACGBF), die drittgrößte Bank des Landes, am Montag bekannt, dass sie den Anweisungen der Zentralbank folgt und die Nutzung ihrer Dienste für Kryptowährungstransaktionen untersagt.

Laut Alyssa Wisein, Analystin bei CoinQuora, weist der Bitcoin-Chart nun einen intakten Abwärtstrend auf, weswegen die Kryptowährung unter 30.000 Dollar fallen könnte.

Dennoch sind nicht alle Nachrichten schlecht: Das in Hongkong ansässige Krypto-Startup Amber Group gehört nun zu den Krypto-Einhörnern, nachdem es die Bewertungsmarke von 1 Milliarde Dollar überschritten hat. Erreicht wurde dies durch eine zusätzliche Finanzierungsrunde, bei der das Unternehmen 100 Millionen Dollar einnahm.

5. Rohöl gewinnt nach Wahlsieg Ebrahim Raisis

Die Rohölpreise legten am Montag zu, unterstützt durch eine Pause in den iranischen Atomgesprächen, die die Wiederaufnahme der Rohölexporte aus dem Land am Persischen Golf in den globalen Markt hinauszögert.

Bis 12.30 Uhr verteuerte sich US-Rohöl um 0,6% auf 71,72 Dollar pro Barrel, während Brent um 0,6% auf 73,94 Dollar stieg.

Beide Benchmarks haben in diesem Jahr kräftig zugelegt. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Zuwachs auf über 40%. Grund dafür sind u.a. erfolgreiche Impfprogramme, die in vielen Ländern mit hohem Energieverbrauch zu einer Wiederaufnahme der Wirtschaft vor der Sommerurlaubssaison geführt haben.

Letzte Woche war Brent so teuer wie seit April 2019 nicht mehr und WTI erreichte den höchsten Stand seit Oktober 2018.

Zu dieser positiven Grundstimmung trug am Montag die Vertagung der Gespräche zwischen Teheran und den westlichen Mächten, insbesondere den USA, über die Reaktivierung des Atomabkommens von 2015 nach der Wahl des Hardliners Ebrahim Raisi zum neuen Präsidenten des Irans bei.

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