Eilmeldung
Investing Pro 0
Werbefreie Version. Jetzt upgraden für ein Surferlebnis auf Investing.com ganz ohne Werbung. Sparen Sie bis zu 40%. Weitere Details

Wirtschaftsexperte: "Unsere schlimmsten Befürchtungen sind Realität geworden"

Wirtschaft 01.07.2022 10:49
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 
© Reuters

Investing.com - Die Inflation ist da - und wie! Mit 8,6 Prozent liegt sie auf dem höchsten Stand seit 1981 und bahnt sich ihren Weg durch die Portemonnaies der Amerikaner.

Die US-Notenbank Fed habe viel zu lange gewartet und laufe nun Gefahr, die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen, so ein renommierter Wirtschaftsexperte der Bank of America (NYSE:BAC).

Nach der Zinserhöhung der US-Notenbank um 75 Basispunkte Mitte Juni erklärte Ethan Harris, Leiter der Abteilung der globalen Wirtschaftsforschung bei der Bank of America, dass die Fed zu solch aggressiven Maßnahmen gezwungen war, weil die Preise aktuell so schnell steigen wie seit Ende 1981 nicht mehr.

"Unsere schlimmsten Befürchtungen in Bezug auf die Fed sind Realität geworden: Sie ist weit hinter der Kurve zurück und betreibt nun eine brandgefährliche Aufholjagd", so Harris in einer Kundenmitteilung. "Das BIP-Wachstum dürfte sich auf fast Null verlangsamen, die Inflation bei etwa 3 Prozent einpendeln und die Fed die Zinsen auf über 4 Prozent anheben."

Eine Rezession sagt Harris zwar noch nicht voraus, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2023 zu einer solchen kommt, sei auf 40 Prozent gestiegen.

Die US-Wirtschaft war Anfang des Jahres mit 1,6 Prozent stärker als bislang angenommen geschrumpft. Und auch für das zweite Quartal sieht es nicht sehr viel besser aus. Das von der Federal Reserve Bank of Atlanta erstellte GDPNow-Prognosemodell taxiert das US-Bruttoinlandsprodukt für den Zeitraum von Anfang April bis Ende Juni auf -1,0 Prozent. Das würde die von vielen erwartete "technische Rezession", also ein rückläufiges BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen, bestätigen.

Parallel zur 75 Basispunkte-Zinserhöhung deuteten die Fed-Vertreter in ihrem Dot-Plot an, dass der Leitzins zum Jahresende bei 3,4 Prozent liegen könnte. Dies entspricht einer Aufwärtsrevision der Zinsprognose um 1,5 Prozentpunkte gegenüber der März-Matrix. Das BIP-Wachstum schätzten die Notenbanker dagegen weiterhin auf 1,7 Prozent, nach 5,7 Prozent im Jahr 2021.

Laut Harris spielt sich aktuell ein Szenario ab, das einer Warnung ähnelt, die das Kreditinstitut vor mehr als einem Jahr bereits ausgesprochen hatte.

"Im Frühjahr 2021 argumentierten wir, dass das größte Risiko für die US-Wirtschaft ein Boom-Bust-Szenario sei. Wir befürchteten, dass die Fed zu lange warten würde, um die Zügel in die Hand zu nehmen", sagte er. "Wir fragten uns: Wenn die staatlichen Behörden so viele Konjunkturmaßnahmen ergreifen, warum muss die Fed dann mit einer ungewöhnlich späten Normalisierung der Geldpolitik noch zusätzlich Öl ins Feuer gießen? Nach und nach hat sich das Boom-Bust-Szenario zu unserem Basisszenario entwickelt."

Noch im November, so Harris, habe er sich gefragt, "ob die Fed es mit der Bekämpfung der Inflation jemals ernst meinen würde".

Inzwischen ist es der Notenbank in Sachen Inflationseindämmung sogar sehr ernst. Erst kürzlich meinte Fed-Chef Jerome Powell, die Priorität der Zentralbank sei es nun, die hohe Teuerungsrate wieder nach unten zu bringen. Es werde daher "rasche Fortschritte" hin zu höheren Leitzinsen geben, drohte er. Die Wirtschaft hält er für ausreichend stark, um das höhere Zinsniveau zu verkraften. Noch im vergangenen Jahr hatten sowohl der Chairman der Fed als auch andere Beamte, wie die amtierende US-Finanzministerin Janet Yellen, die Inflation als vorübergehendes Phänomen abgetan.

Harris zufolge befindet sich die Fed nun in einer weitaus besseren Position als noch im November, kann aber seiner Meinung nach noch nicht den Fuß vom Zinspedal nehmen. Auch die Zinsprognose der Notenbanker ist seiner Meinung nach noch zu konservativ: Demnach soll der Leitzins Ende 2023 bei 3,8 Prozent seinen Gipfel erreichen. Um die Teuerung tatsächlich einzufangen, sei ein Zinsniveau von über 4 Prozent nötig, so Harris.

Wirtschaftsexperte: "Unsere schlimmsten Befürchtungen sind Realität geworden"
 

Verwandte Beiträge

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
Kommentare (8)
Oliver Schaffer
Swordfish 02.07.2022 11:43
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Warten wir mal den 13.7. ab,wenn die neuen US Inflationsdaten kommen…da kann es zu einer positiven Überraschung kommen,da Öl,Weizen und diverse andere Rohstoffe in den letzten Wochen deutlich korrigiert haben…darüberhinaus sollten sich die hohen Lagerbestände dämpfend in den kommenden Wochen&Monaten bemerkbar machen.
hartmut braune
hartmut braune 01.07.2022 22:41
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
...et is (es ist) doch noch alles preiswert...billig sogar...im Vergleich zu 1927...vor dem----größten Fest---- der Menschheit...des Zusammenbruchs der Wirtschaft...kostete ein Graubrot 1,5 Millionen Reichsmark...nochmal schreiben oder reicht das...?..dann kam versetzt einige Jahre später....1933 der ---bekannte Mann---...das Vorbild für Wladimir.....und der Börsencrash
hartmut braune
hartmut braune 01.07.2022 22:41
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
...mit dem Stand auf 5298.90...aber die gepanzerten LKWS auf der BAB...voll mit Cash dafür sorgen werden das die Dollar-Milliarden hin und gefahren werden...und neulich auf der Autobahn ein gepanzerter LKW vor mir...ein MB--G vorne vor einer dahinter ohne Hecktüre...1 Maschinen Gewehr mit 2 Beamten im Anschlag...ein Überfall auf den Gepanzerten ausgeschlossen...So bleibt alles beim Alten..das Graubrot noch bezahlbar...und der Crash im Bereich der Utopie versenkt...
Oliver Schaffer
Swordfish 01.07.2022 22:41
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
hartmut braune alter Flamingo😱…das sind die Folgen von ungezügeltem Drogenmissbrauch.
hartmut braune
hartmut braune 01.07.2022 22:41
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Ihre Achsen des Denkens sind bei Ihnen gebrochen....können nicht mehr fortfahren mit anständigen Regeln des Umgangs...müssen in die Werkstatt um alle Schrauben in Ihrer Zentrale auszuwechseln...
Oliver Schaffer
Swordfish 01.07.2022 18:03
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Das Stimmungsbild erinnert mich an 2000 ,2008&2020…herrlich,wie sich alles immer wieder wiederholt…und während der Pessimismus und Weltuntergangsstimmung breit macht,fangen die Profis bereits an,selektiv Werte einzusammeln…genau der Grund,warum die Masse immer unerfolgreich bleiben wird,während andere diesen Pessimismus nutzen,um sich für die kommenden 12 Monate zu positionieren.
01.07.2022 18:03
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Aufpassen... Einfach aufpassen. Ich selbst bin zu 80% in China investiert, dort ist der Bear schon durchmarschiert. Die Inflation für 2023 ist schon serviert und die meisten denken noch nicht daran, deswegen geht es in Europa und den USA wahrscheinlich noch einige Zeit mal ab- und seitwärts
Peter Güntner
Peter Güntner 01.07.2022 14:40
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Die müssten in Deutschland nur die Ust. auf Lebensmittel, Strom und Treibstoff ein Jahr aussetzen krisenbedingt, dann wäre die Inflation weg.
king alpha
king alpha 01.07.2022 14:40
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
was ein Schwachsinn 👏du hast auch vwl durchgespielt
Oliver Schaffer
Swordfish 01.07.2022 13:49
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Also zunächst einmal ist die Kerninflation in Deutschland auf 7,6% leicht zurückgegangen…bei der EU Inflationsrate machen Energiepreise rund 45% aus…Dienstleistungen sind dagegen kaum gestiegen,was ein positives Signal ist,da die Lohninflation ein wesentlich beständigerer und gefährlicher Inflationstreiber ist…mit rückläufigen Energiepreisen ändert sich das Inflationsszenario deutlich,ebenso wie durch die Frage,ob die chinesische Regierung die Lieferketten aufrecht erhält…ein weiterer inflationsdämpfender Faktor,den viele nicht auf dem Schirm haben,ist der von Michael Burry beschriebene „bullwhip Effekt“…einfach googeln…also erstmal cool bleiben.
leon kercmar
leon kercmar 01.07.2022 13:00
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Panik und Angst ist nur was für Pussies ... 😎💪👍✌
Erik Lage
Erik Lage 01.07.2022 12:27
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Die Party geht zu Ende. Wer am längsten da bleibt muss aufräumen was die anderen hinterlassen haben und sind dann zu erschöpft um die nächste Party in vollen Zügen zu feiern.
Heiko Lesser
Heiko Lesser 01.07.2022 12:27
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Wer am längsten da bleibt, muss die Zeche zahlen……. allerdings, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen; die, die zum richtigen Zeitpunkt gegangen sind (und das sind meistens die Gleichen), wissen schon, wo die nächste Party ist, oder organisieren selber eine……. das mal im Kontext zum Börsenverlauf sehen……. es war immer so und wird immer so sein
Jürgen Koch
Jürgen Koch 01.07.2022 11:39
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Wenn man pleite ist, muss man andere Länder auslutschen ohbe das der gemeine Bürger das mitkriegt. Da kommt so‘n Krieg gerade recht.
Jutta Das Gupta
Jutta Das Gupta 01.07.2022 11:39
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Die Meinung vertritt sicher auch Habeck Grüner Wirtschaftsmin. Er kann im Windschatten des Ukrainekrieges viele Massnahmen verstecken, zur Verteuerung fossiler Energien. Je teuerer umso weniger davon kann man sich leisten. Man wird zum Frieren gezwungen! Haben forciert alles für das Klima und zieht auch abgesprochene Termine vor. Er weiss eine 2. Amtszeit für die Grünen, wenn nicht gar die volle 1., wird schwierig!
JK Phoenix
JK Phoenix 01.07.2022 11:39
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Jutta, wer is denn am frieren, geh doch mal vor die Tür da bekommste Lust auf nen Eis. Und obs im Winter kalt wird, sehen wir wenns soweit is.
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Mit Google registrieren
oder
Registrierung