Investing.com - Am Mittwochabend steht Nvidia (NASDAQ:NVDA) im Rampenlicht der Börsenwelt. Der US-Chiphersteller wird seine Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2025 bekannt geben, und die Erwartungen könnten kaum höher sein. Doch trotz des erwarteten Umsatz- und Gewinnsprungs liegt der Fokus der Investoren nicht allein auf den nackten Zahlen, sondern vielmehr auf den künftigen Aussichten des Unternehmens in einem der heißesten Themen der Gegenwart: Künstliche Intelligenz (KI).
Nvidia, ein Pionier in der Herstellung von Grafikprozessoren, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen unverzichtbar sind, hat sich in den letzten Jahren einen festen Platz im Zentrum der KI-Revolution erarbeitet. Doch während der Markt auf atemberaubende Ergebnisse wartet, wächst gleichzeitig die Unsicherheit darüber, wie schnell und in welchem Umfang KI von Unternehmen in verschiedenen Sektoren tatsächlich eingesetzt wird.
„Die Anleger sind weiterhin unsicher, was die Akzeptanz von KI angeht“, betonten die Strategen von Evercore ISI in einer Mitteilung. Diese Unsicherheit spiegelt sich in den Märkten wider, die jede Andeutung von Wachstumsschwäche mit nervöser Zurückhaltung quittieren.
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KI-Nutzung: Ein weiter Weg zur flächendeckenden Einführung
Laut Evercore ISI nutzen derzeit nur etwa 5 % der US-Unternehmen aktiv KI-Technologien. Diese Zahl macht deutlich, dass trotz des massiven Hypes und der prognostizierten Marktpotenziale die tatsächliche Verbreitung noch in den Kinderschuhen steckt. Insbesondere im sogenannten Hyperscale-Bereich, der große Rechenzentren umfasst und eng mit dem Umsatz von Halbleitern verbunden ist, wird für die zweite Jahreshälfte 2024 eine Verlangsamung der Investitionsausgaben erwartet.
Hyperscaler wie Amazon (NASDAQ:AMZN) Web Services oder Google (NASDAQ:GOOGL) Cloud setzen auf riesige Infrastrukturen, die eine immense Rechenleistung erfordern. Ein Rückgang der Investitionen in diesem Bereich könnte potenziell zu einem geringeren Absatz von Nvidia-Chips führen – eine Entwicklung, die die Märkte mit Sorge beobachten.
KI als Markttreiber – und Kaufgelegenheit?
Trotz dieser potenziellen Risiken sieht Evercore die aktuelle Schwächephase als Kaufgelegenheit. „Da KI ihren Einfluss in verschiedenen Sektoren weiter ausbaut, werden Phasen der Marktschwäche als Kaufgelegenheiten gesehen“, heißt es.
In diesem Zusammenhang verweisen die Analysten auch auf die schleichende Integration von KI in traditionell schwer zu automatisierende Sektoren. So etwa im Einzelhandel, wo Walmart (NYSE:WMT) generative KI einsetzt, um die Produktivität zu steigern.
„KI-Revolutionäre“: Nvidia, Coca-Cola (NYSE:KO) und State Street (NYSE:STT) an der Spitze
Evercore hat auch seine Liste der „KI-Revolutionäre“ aktualisiert, die Unternehmen umfasst, die nicht nur immer häufiger auf KI verweisen, sondern auch ihre Gewinne pro Aktie (EPS) steigern und attraktive Bewertungen bieten. Auf dieser Liste finden sich prominente Namen wie Nvidia, Coca-Cola und State Street.
Auch kleinere Unternehmen und solche mit hohen Aktienrückkäufen sind laut Evercore interessant.
Nvidia: Über den Wolken, aber mit Turbulenzen?
Für das zweite Quartal erwartet die Wall Street einen Umsatzsprung auf 28,84 Milliarden Dollar, was mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts wäre. Der Nettogewinn soll sogar 14,95 Milliarden Dollar erreichen, ebenfalls mehr als eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Diese Erwartungen haben den Aktienkurs in den letzten Monaten beflügelt, doch jüngste Berichte über Verzögerungen beim neuen Blackwell-Chip sorgten für Irritationen.
Nvidia hat zwar beteuert, dass die Produktion des Chips wie geplant in der zweiten Jahreshälfte hochgefahren wird, dennoch führten die Meldungen zu einem kurzfristigen Kursrückgang. „Die Verzögerung könnte eine bescheidene Auswirkung haben und sogar die Nachfrage nach bestehenden Chips ankurbeln“, so die Analysten von Raymond James (NYSE:RJF), die auch davon ausgehen, dass das Nvidia-Management die Bedenken der Investoren herunterspielen wird.
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