Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Es besteht kaum ein Zweifel, dass sich in der Marktpsychologie ein deutlicher Überoptimismus breitgemacht hat. Noch vor wenigen Monaten, im März und April, herrschte extremer Pessimismus – heute notiert der S&P 500 bereits wieder nahe seiner Höchststände. Gleichzeitig überbieten sich Analysten damit, ihre Kursziele auf 7.000 Punkte oder mehr anzuheben. Nicholas Colas von DataTrek weist darauf hin, dass die Sektorkorrelationen – ein verlässlicher Indikator für Spitzen im Anlegervertrauen – inzwischen auf Niveaus zusteuern, die auch den Hochpunkten in den Jahren 2023, 2024 und Februar 2025 vorausgingen.
Wachstumswerte liegen weiterhin deutlich vorn. Wie wir bereits im Daily Market Commentary angemerkt haben, stammt fast die Hälfte der jüngsten Gewinne des S&P 500 aus dem Big-Tech-Segment.
„Es ist wie bei einem Eisberg, von dem nur die sichtbaren 10 % aus dem Wasser ragen: Die passive Indexkonzentration überdeckt die zugrunde liegende Schwäche. Gleichgewichtete Versionen des S&P 500, bei denen jede Aktie gleich stark gewichtet ist, zeigen eine deutlich schwächere Entwicklung. Das macht klar, dass der breite Markt – abseits der großen Namen – unter Druck steht. Wenn die Gewinne so konzentriert sind, ist das Fundament des Marktes schmaler, als es auf den ersten Blick wirkt.“

Um die Dimension dieses Performance-Gefälles einzuordnen: Es ist aktuell das größte seit der „Finanzkrise“.

Der übermäßige Optimismus zeigt sich nicht nur an den Aktienmärkten. Auch im Kryptobereich ist ein ähnliches Muster erkennbar: {{Bitcoin}} und {{Ethereum}} notieren auf oder nahe ihren Allzeithochs, gefolgt von einer breiten Rally bei Altcoins. TopDown Charts schrieb in dieser Woche:
„Und die Sache ist die: Selbst wenn Sie Bitcoin oder andere Kryptowährungen nicht verfolgen und auch nicht die Absicht haben, je in diese Anlagen zu investieren, werden Sie dennoch davon beeinflusst – sei es als Barometer für Risikobereitschaft und Spekulation, als Risiko-Asset an sich oder durch die enge Korrelation mit Tech-Aktien (NYSE:XLK). Wenn Bitcoin fällt, dann fallen sehr wahrscheinlich auch die Tech-Werte – und mit ihnen der Rest des Aktienmarktes.“
Damit ergibt sich eine aufschlussreiche Grafik mit spannenden Implikationen für Anleger.

Wie TopDown Charts hervorhebt und weiter unten darstellt, ist die Korrelation zwischen Bitcoin und dem Nasdaq alles andere als schwach.

Auch bei den jüngsten Börsengängen an der Wall Street, die auf große Nachfrage gestoßen sind, zeigt sich ein übermäßiger Optimismus. Begründet wird dieser vor allem mit der Erwartung, dass eine bevorstehende Zinssenkung der US-Notenbank den Abzinsungssatz für künftige Erträge reduziert – und damit die Bewertungen, die Anleger bereit sind für Aktienrisiken zu zahlen, ansteigen lässt.
Ich bin jedoch überzeugt, dass ein Großteil dieser Effekte bereits in den aktuellen Kursen eingepreist ist. Die Anleger sehen das offenbar anders: Zum ersten Mal ist die Margin-Verschuldung über die Marke von 1 Billion USD gestiegen.

Während der hohe Margindebt die Hausse zusätzlich befeuert, ist sie zugleich ein deutliches Zeichen für die Rückkehr des „irrationalen Optimismus“.
Anstieg des irrationalen Optimismus: Die Grenzen der Vernunft
Wie bereits erwähnt, weist das Marktumfeld klare Anzeichen einer überhitzten Hausse auf, da die Zuflüsse privater Anleger inzwischen jene der institutionellen Investoren übertreffen. In den vergangenen Wochen flossen mehr als 50 Mrd. USD in den Markt, wodurch der Anteil der Kleinanleger an den S&P-Zuflüssen auf den höchsten Stand seit Februar gestiegen ist. Umfragen zeigen: 62 % der Kleinanleger sind optimistisch, 66 % erwarten weiter steigende Kurse.
Zudem warnt Goldman Sachs (NYSE:GS): Das hauseigene Aktien-Asymmetriemodell signalisiert derzeit ein Verlustrisiko von knapp 30 % – ein Wert, der in der Vergangenheit mit Markthöchstständen zusammenfiel. Das durch Optionskäufe privater Anleger verzerrte Verhältnis von Käufen zu Verkäufen verstärkt dieses Ungleichgewicht zusätzlich. Stimmungsextreme runden das Bild als klassische Kontraindikatoren ab.
Der Kernpunkt: Auf einen Höhepunkt des Optimismus folgt meist ein Umschwung. Der derzeitige Überschwang – getrieben von aggressiven KI-Bewertungen und stark fremdfinanzierten Positionen – macht die Rallye anfällig. Wie wir im jüngsten #BullBearReport festgestellt haben, zeigt die Spekulation auf steigende Asset-Preise, vor allem in konjunktursensiblen Bereichen wie Small- und Mid-Caps, dass sich die Anlegerstimmung zunehmend von den Fundamentaldaten entfernt.
„Das zeigte sich bereits im Berichtszeitraum für das 2. Quartal: Ohne die Megacap-Tech-Unternehmen und die großen Wall-Street-Banken hätte es überhaupt kein Ertragswachstum gegeben.“

Darüber hinaus stützt sich die Wette auf künftiges Gewinnwachstum im Technologiesektor zunehmend in extremer Weise auf den gesamten Finanzmarktkomplex. Zwar ist das aktuelle Gewinnwachstum zweifellos robust, doch ein ähnliches Bild sahen wir auch im Jahr 2022 – kurz bevor die Gewinne deutlich zurückgingen.

Was letztlich die Ursache für eine Enttäuschung bei den Gewinnprognosen sein wird, weiß niemand.
Sicher ist jedoch: Irgendwann wird es so weit kommen – und die derzeitige überzogene Hausse kippt.
Der Weg durch das Korrekturrisiko: Strategien für umsichtiges Anlegen
Wie sollte ein Anleger mit einem so offensichtlichen Risiko umgehen, wenn die Märkte von übermäßigem Optimismus, hoher Hebelwirkung und extremen Stimmungen geprägt sind – und dabei dennoch am Gesamtmarkt partizipieren?
Das ist eine berechtigte Frage, deren praktische Umsetzung allerdings alles andere als einfach ist. In stark steigenden Märkten übernimmt unsere psychologische Neigung zur „Gier“ schnell die Kontrolle und erschwert konsequentes Risikomanagement. Die „Angst, etwas zu verpassen“ (F.O.M.O.) ist die sichtbarste Form dieses Problems. Wahrscheinlich haben auch Sie dieses Muster schon erlebt – etwa wenn Sie gezögert haben, bei einer Gewinnposition auszusteigen, in der Überzeugung, dass „diese Aktie nur weiter steigen kann“.
Ein Blick auf den aktuellen Chart von CoreWeave (CRWV) zeigt eindrücklich, warum Gewinnmitnahmen (Regel # 1) die wichtigste Regel überhaupt sind.

Hier sind die „Goldenen Regeln“, die helfen, nicht von übermäßigem Optimismus überrollt zu werden. Wenn Sie unsere Artikel regelmäßig lesen, werden Ihnen viele davon vertraut vorkommen – eine kleine Erinnerung kann dennoch nie schaden.
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Reduzieren Sie Positionen mit den höchsten Bewertungen: Bauen Sie Engagements in Titeln mit starkem Spekulationsaufschlag ab – insbesondere in konzentrierten KI- und Meme-Werten. Eine hohe Asymmetrie am Optionsmarkt signalisiert zusätzliches Tail-Risiko.
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Umschichten in Qualität und defensive Sektoren: Verlagerungen in weniger spekulative Segmente mit stabileren Erträgen zahlen sich aus. Defensive Aktien (NYSE:XLP) haben sich in früheren Korrekturen besser behauptet.
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Bargeldreserven halten oder aufstocken: Cash verschafft Handlungsspielraum. In Korrekturphasen steigt die Kaufkraft, wenn die Stimmung dreht. Vermeiden Sie es, in euphorischen Märkten voll investiert zu sein.
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Absicherungsgeschäfte und Volatilitätsstrategien nutzen: Ziehen Sie defensive Hedges in Betracht – z. B. inverse ETFs, Put-Spreads oder Engagements in Volatilität. Schon kleine Positionen können vor größeren Rückschlägen schützen.
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Positions- und Stimmungsindikatoren im Blick behalten: Beobachten Sie Margenverschuldung, Kapitalflüsse der Privatanleger sowie Stimmungsumfragen (AAII, Investors’ Intelligence). Überdurchschnittlicher Optimismus signalisiert Übertreibungen. Asymmetrische Options-Szenarien, Put-Call-Ratios oder die Indikatoren von Goldman liefern Hinweise auf Richtungs- und Tail-Risiken.
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Alternative Anlagen zur Diversifizierung einsetzen: Risikogesteuerte Strategien mit Sachwerten, Treasury Ladders oder Hedgefonds mit geringer Korrelation können Verluste abfedern und Wachstumspotenzial erhalten.
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Portfolios Stress-testen: Simulieren Sie Worst-Case-Szenarien wie den Dotcom-Crash oder Rückgänge wie bei CoreWeave. Ein Verlust von 20–30 % sollte die Liquidität Ihres Portfolios nicht gefährden.
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Risiko schrittweise anpassen: Wenn Sie optimistisch sind, bauen Sie Positionen langsam und über Zeit auf. Vermeiden Sie es, das Portfolio mit Momentum-Anlagen zu überladen.
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Agil bleiben, All-in vermeiden: Reduzieren Sie Engagements, wenn die Stimmung zu euphorisch wird. Arbeiten Sie mit Scale-in- und Scale-out-Taktiken – starre Positionierungen leiden in Korrekturen besonders stark.
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Limits für Conviction-Positionen setzen: Definieren Sie Obergrenzen für thematische Investments, etwa in einem spekulativen KI-Korb. Sobald diese überschritten werden, sollten Gewinne systematisch realisiert werden.
Diese Maßnahmen verbinden technische Disziplin mit pragmatischem Risikomanagement. So lässt sich übermäßiger Optimismus vermeiden. Wer konsequent reagiert, schützt sein Kapital – und behält auch bei hochconviction Investments die Kontrolle.

