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Nachdem die Daten mit den Steuerunterlagen der Arbeitslosenversicherung der Bundesstaaten abgeglichen wurden, musste das Bureau of Labor Statistics (BLS) einräumen, die Beschäftigung in den USA im Zeitraum der zwölf Monate bis März 2025 um ganze 911.000 Stellen überschätzt zu haben. Damit zeigt sich: Der Arbeitsmarkt verliert an Dynamik – und das von einem deutlich schwächeren Ausgangspunkt, als bislang angenommen. Entsprechend steigen die Erwartungen an spürbare Zinssenkungen.
911.000: Nach unten korrigierte US-Beschäftigung
Das BLS hat seine vorläufigen Benchmark-Korrekturen zu den US-Non-Farm Payrolls für die zwölf Monate bis März 2025 veröffentlicht. Die Zahlen sind ernüchternd: Statt der zunächst gemeldeten 1,758 Millionen neu geschaffenen Jobs waren es tatsächlich nur 847.000 – also 911.000 weniger.
Damit fiel die Korrektur deutlicher aus als vom Konsens erwartet (682.000) und sogar höher als die 800.000, von denen Finanzminister Scott Bessent am vergangenen Wochenende gesprochen hatte. Statt eines durchschnittlichen monatlichen Beschäftigungszuwachses von 146.500 wurden effektiv nur 70.600 Stellen pro Monat geschaffen.
Implizite Payroll-Zahlen auf Basis der nach unten korrigierten Werte (monatliche Veränderung, in 000):

Quelle: Macrobond, BLS, ING
Diese neuen Werte ergeben sich aus dem Abgleich der ursprünglich veröffentlichten Payroll-Daten mit den Beschäftigungszahlen aus dem Quarterly Census of Employment and Wages (QCEW). Grundlage sind die Steuerunterlagen zur Arbeitslosenversicherung, die nahezu alle Arbeitgeber einreichen müssen. Normalerweise liegt der Fehler bei rund 0,2 Prozentpunkten – in diesem Jahr waren es jedoch satte 0,6 Punkte. Zum Vergleich: Schon im Vorjahr hatte ein Fehler von 0,5 Punkten eine Korrektur um 818.000 Stellen nötig gemacht.
Am stärksten betroffen waren diesmal Freizeit- und Gastgewerbe (–176.000 Jobs bzw. –1,1 Prozentpunkte), gefolgt vom Einzelhandel (–126.000 bzw. –0,8 Punkte) und dem Großhandel (–110.000 bzw. –1,8 Punkte). Den größten relativen Ausreißer lieferte der Sektor Information: –2,3 Prozentpunkte, was 67.000 Stellen entspricht.
Das BLS verweist im Benchmarking-Prozess auf mehrere Ursachen: unvollständige Rücklaufquoten, fehlerhafte Angaben von Arbeitgebern sowie eigene Prognosefehler. Während die Datenlage bei großen Unternehmen meist solide ist, herrscht bei kleinen und mittleren Betrieben deutlich weniger Transparenz – hier greift das sogenannte „Births-Death“-Modell.
In normalen Zeiten funktioniert dieses Verfahren recht zuverlässig. Doch an Wendepunkten im Konjunkturzyklus kann es stark danebenliegen. Gerade in frühen Abschwungphasen überschätzt das Modell die Zahl neuer Start-ups („births“) und unterschätzt zugleich die Jobverluste durch gescheiterte kleine Unternehmen („deaths“).
Alles in allem zeigen die Revisionen: Die Dynamik am Arbeitsmarkt bröckelt schon von einem schwächeren Fundament aus, als bislang gedacht. Und selbst die aktuellen Daten für 2025 zeichnen den Zustand des Arbeitsmarkts wahrscheinlich zu optimistisch.
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