Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Uns fehlen vielleicht die offiziellen Wirtschaftsdaten der Regierung, aber die Federal Reserve ist keineswegs untätig. Sie steht weiterhin in engem Kontakt mit Unternehmen, Banken und Institutionen im ganzen Land - und die Rückmeldungen, die von dort kommen, klingen alles andere als beruhigend. Das dürfte die US-Notenbank in den kommenden Monaten in Richtung weiterer Zinssenkungen treiben.
Fed bestätigt: Von echter Verbesserung keine Spur
Auch wenn die US-Notenbank selbst nicht direkt vom „Government Shutdown“ betroffen ist, arbeitet sie unvermindert weiter. So hat sie gestern ihren aktuellen Beige Book-Bericht veröffentlicht - eine anekdotische Sammlung wirtschaftlicher Stimmungsbilder aus allen Teilen der USA. Das Fazit fällt ernüchternd aus: Die Wirtschaftsaktivität hat in den vergangenen acht Wochen leicht an Schwung verloren. Diese Einschätzung deckt sich mit den Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell, der erst am Dienstag betonte, dass sich die wirtschaftliche Lage seit der Zinssenkung um 25 Basispunkte am 17. September praktisch nicht verbessert hat.
Im Detail heißt es im Bericht, die wirtschaftliche Aktivität habe sich „insgesamt nur wenig verändert“ seit der letzten Erhebung. Von den 12 Fed-Distrikten meldeten drei ein leichtes bis moderates Wachstum, fünf keinerlei Veränderung und vier sogar eine leicht abgeschwächte Entwicklung. Verglichen mit dem August-Bericht ist das ein Rückschritt: Damals berichteten noch vier Distrikte über „modest growth“, während die übrigen acht ein stabiles bis kaum verändertes Aktivitätsniveau meldeten.
Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich Anzeichen von Schwäche: Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei „gedämpft über alle Distrikte und Branchen hinweg“. Im August hatte die Fed noch gemeldet, dass 11 der 12 Distrikte eine stagnierende Beschäftigung verzeichneten, während der verbleibende Distrikt einen „modest decline“ meldete. Diesmal klingt das ernster: In den meisten Regionen hätten mehr Unternehmen von Stellenabbau oder natürlichen Fluktuationen berichtet - Gründe seien eine schwächere Nachfrage, eine erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit und teils auch Investitionen in künstliche Intelligenz.
Beim Thema Preise zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Der August-Bericht sprach davon, dass in allen 12 Regionen das Preiswachstum „moderat oder verhalten“ verlief. In zwei Regionen stiegen die Kosten jedoch stärker als die Verkaufspreise - ein deutliches Signal für schrumpfende Gewinnmargen. Diese Einschätzung wird im neuen Bericht nun ausdrücklich bekräftigt: „Mehrere Distrikte“ meldeten, dass die Inputkosten schneller steigen als die Verkaufspreise. Als Kostentreiber werden unter anderem Zölle, Versicherungen, Gesundheitsausgaben und Technologie genannt.
Zwei weitere Zinssenkungen 2025 scheinen sicher – zwei weitere 2026 bleiben unser Basisszenario
Fed-Chef Powell sprach am Dienstag offen über die deutliche Abkühlung des Stellenwachstums. Und heute legte Fed-Gouverneur Stephen Miran nach: Es sei nun „dringlich“, die Leitzinsen zügig auf ein neutrales Niveau zu senken. Alles deutet darauf hin, dass die Notenbank im Oktober und im Dezember bei den jeweiligen FOMC Meetings erneut um jeweils 25 Basispunkte senken wird - selbst dann, wenn wichtige Datenveröffentlichungen aufgrund des Regierungsstillstands fehlen sollten. Die Märkte haben diese Erwartung längst eingepreist und kalkulieren zudem mit der Möglichkeit weiterer drei Zinssenkungen um insgesamt 75 Basispunkte im Jahr 2026.
Wir von der ING teilen die Einschätzung, dass für 2025 zwei weitere Zinssenkungen à 25 Basispunkte wahrscheinlich sind. Für 2026 allerdings gehen die Meinungen in der Ökonomenwelt auseinander.
Im optimistischen Szenario entspannen sich die finanziellen Rahmenbedingungen: niedrigere Fed-Funds-Sätze, sinkende Renditen von US-Staatsanleihen und ein schwächerer Dollar könnten die Stimmung stabilisieren. Wenn zusätzlich wieder mehr Klarheit in den internationalen Handel kommt, könnten Unternehmen wieder investieren und neue Mitarbeiter einstellen. In dieses Umfeld passt, dass die Fed - wie in ihrer eigenen Prognose - vielleicht nur noch eine weitere Zinssenkung vornimmt, bevor sie eine Wartestellung einnimmt.
Doch es gibt auch die pessimistische Sichtweise: Steigende Zölle könnten zunehmend auf die Realwirtschaft durchschlagen, Konsumausgaben und Unternehmensgewinne würden unter Druck geraten. Das würde den Arbeitsmarkt weiter schwächen - und wenn die Beschäftigungszahlen tatsächlich zu sinken beginnen, könnte sich die Lage zusätzlich verschärfen. Verschärft wird dieses Risiko durch eine deutlich abkühlende Immobilienkonjunktur und fallende Preise. In einem solchen Szenario dürfte die Fed ihre Zinssenkungen bis weit ins Jahr 2026 hinein fortsetzen und in ein ausdrücklich stimulierendes geldpolitisches Umfeld übergehen.
Derzeit bleibt unser Basisszenario irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Die ING rechnet mit zwei weiteren Zinssenkungen im Jahr 2026, womit die Fed-Funds-Rate letztlich in einer Spanne von 3 bis 3,25 % liegen würde.
Disclaimer: Diese Veröffentlichung wurde von der ING ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Sie berücksichtigt weder die individuellen Mittel, die finanzielle Situation noch die Anlageziele bestimmter Personen. Die Informationen stellen keine Anlageempfehlung dar und ersetzen keine rechtliche, steuerliche oder finanzielle Beratung. Ebenso handelt es sich nicht um ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Weitere Informationen findest du auf der ING-Webseite.
