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Bitcoin und Ethereum: Die 3 größten Herausforderungen im neuen Jahr

Von Andy HechtKryptowährungen27.12.2021 15:01
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Bitcoin und Ethereum: Die 3 größten Herausforderungen im neuen Jahr
Von Andy Hecht   |  27.12.2021 15:01
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  • Bitcoin und Ethereum: Ein weiteres, erfolgreiches Jahr
  • Die Verwahrung von Krypto-Werten bleibt ein wichtiges Thema
  • Das Thema Sicherheit bleibt ein Problem
  • Kontrolle: das wichtigste Thema für Regierungen
  • Kryptowährungen sind gekommen, um zu bleiben

Ende letzter Woche notierte der nächstgelegene Bitcoin-Future bei über 50.000 US-Dollar und der Ethereum-Future bei über 4.000 US-Dollar - und das nur eine Woche vor dem Jahreswechsel. Obwohl die Krypto-Notierungen von den am 10. November markierten Höchstständen abgefallen sind, hat jeder, der die wichtigsten Kryptowährungen zum 31. Dezember 2020 im Portfolio hatte und sie das ganze Jahr über hielt, stattliche Renditen eingefahren.

Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt war der Begriff "Kryptowährung" noch völlig unbekannt. Die Entwicklung dieser technologischen und finanziellen Revolution führte zur Entstehung von Blockchain und Kryptowährungen. Das schwindende Vertrauen in Fiat-Währungen bewirkte, dass immer mehr Einzelpersonen und Unternehmen auf Kryptowährungen setzten und Fiat-Währungen ablehnten, was sich als nahezu perfekter Hausse-Treiber entpuppte.

Der Kursanstieg bei Kryptowährungen hat einen regelrechten Spekulationsrausch in dieser aufstrebenden Anlageklasse ausgelöst. Während einige digitale Währungen aus ideologischen Gründen befürworten, werden sie von vielen aufgrund ihrer Preisvolatilität und der Aufwärtsentwicklung der letzten Jahre gefeiert. Steigende Preise besitzen eine enorme Anziehungskraft, die den Reiz dieser jungen Asset-Klasse noch zusätzlich steigert.

Die Anlageklasse steuert nun auf das Ende des Jahres 2021 zu, und ihre Anhänger sind überzeugt, dass das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht ist und sie auch 2022 noch weiter wachsen wird. Kritiker dagegen glauben, dass das kommende Jahr das Ende der Cyberdevisen einläuten wird, die unterhalb oder oberhalb des Radars von Regulierungsbehörden und Regierungsvertretern unterwegs sind. Die Anlageklasse als Ganzes steht zu Beginn des nächsten Jahres vor einer Reihe von Herausforderungen.

Bitcoin und Ethereum: Ein weiteres, erfolgreiches Jahr

Jeder, der zum 31. Dezember 2020 Bitcoin oder Ethereum-Token gehalten hat, ohne sie im Laufe des Jahres 2021 zu traden oder zu verkaufen, konnte den Wert seiner Computer-Wallets im vergangenen Jahr deutlich in die Höhe treiben.

BTCUSD Monatschart 2010-2021
BTCUSD Monatschart 2010-2021

Quelle: Barchart

Der Chart veranschaulicht den Anstieg von Bitcoin von 28.986,74 US-Dollar am 31. Dezember 2020 auf 50.818 US-Dollar am 27. Dezember 2021 - ein Anstieg von mehr als 75 % im Jahr 2021.

ETHUSD Monatschart 2010-2021
ETHUSD Monatschart 2010-2021

Quelle: Barchart

Ethereum entwickelte sich sogar noch besser und stieg von 738,91 US-Dollar am Ende des Jahres 2020 auf 4.060 US-Dollar am 27. Dezember 2021. Die zweitwichtigste Kryptowährung bescherte den Anlegern eine Rendite von über 449 % im Jahr 2021.

Ethereum überflügelte damit sogar Bitcoin im Jahr 2021 bei weitem, nicht zuletzt weil sein Protokoll schneller und effizienter ist. Während Bitcoin eine Kryptowährung und ein Tauschmittel ist, ist Ethereum ein Protokoll, das viele andere der über 16.000 Kryptowährungen unterstützt.

Zudem dürfte sich der Token dank Ethereum 2.0 als wesentlich umweltfreundlicher erweisen, weil der Proof of Stake der Version 2.0 weit weniger Energie benötigt als der Proof of Work von Bitcoin.

Auf dem Weg ins Jahr 2022 werden voraussichtlich mehrere Faktoren für anhaltende Volatilität in der Anlageklasse der Kryptowährungen sorgen.

1. Die Verwahrung von Krypto-Werten bleibt ein wichtiges Thema

Die Aufbewahrung von Kryptowährungen in Computer-Wallets stellt für die Anhänger der Anlageklasse zwar kein Problem dar, für den viel größeren potenziell adressierbaren Markt gilt dies jedoch nicht. Horrorgeschichten über den Verlust von Kryptowährungen im Wert von Millionen oder Milliarden von Dollar, wenn Festplatten ausrangiert wurden oder Passwörter verloren gingen, haben viele Marktteilnehmer von der Einrichtung von Computer-Wallets abgehalten.

Ende 2021 legte Jack Dorsey sein Amt als CEO von Twitter nieder, um sich auf sein Zahlungsunternehmen zu konzentrieren, das früher als Square bekannt war. Dorsey gilt als lautstarker Befürworter von Kryptowährungen und sagte, die Anlageklasse werde "die Welt vereinen".

Er änderte den Namen von Square in Block (NYSE:SQ) als Ausdruck dafür, dass Kryptowährungen den Zahlungsverkehr in Zukunft dominieren werden. Der Name Block ist offensichtlich eine Anspielung auf die Blockchain. Das Unternehmen von Dorsey arbeitet an einer Hard Computer Wallet, um das Problem der Krypto-Verwahrung zu lösen. Nach Ansicht vieler Marktteilnehmer und Aufsichtsbehörden ist die Aufbewahrung von Krypto-Werten ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Anlageklasse.

Im Jahr 2021 genehmigte die SEC Bitcoin-ETF-Produkte auf Basis von Futures (NYSE:BITO). Bisher hat die US-Börsenaufsicht jedoch keine physischen ETF-Produkte auf Kryptowährungen zugelassen. Eine bessere Lösung in Bezug auf die Verwahrung würde bei den Regulierungsbehörden sicherlich so einiges in Bewegung setzen.

Darüber hinaus versichert die FDIC Dollar-Einlagen bei Finanzinstituten. Ein System für versicherte Krypto-Einlagen würde den adressierbaren Markt sicherlich dramatisch vergrößern. Viele Marktteilnehmer wollen ihre Portfolios mit einem gewissen Engagement in Kryptowährungen diversifizieren. Wenn Finanzinstitute ihren Kunden sichere Verwahrungslösungen anbieten, dürfte das Wachstum der Anlageklasse weiter zunehmen.

Das Thema Sicherheit bleibt ein Problem

Hackerangriffe auf Computer waren auch im Jahr 2021 ein großes Problem. Die Hacks bei Colonial Pipeline und JBS Meatpacking waren zwei von vielen Ereignissen, die das Thema Sicherheit in den Vordergrund gerückt haben. Die Angst vor dem Verlust von Kryptowährungen durch Hacker, die einen Weg in Computer-Wallets oder Börsen finden, die Token für viele Kunden aufbewahren, war für viele interessierte Marktteilnehmer ein unüberwindbares Hindernis.

Das Thema Sicherheit ist eine weitere Herausforderung für die Anlageklasse im Jahr 2022. Ein umfassender Krypto-Hack könnte die Preise in den kommenden Monaten und Jahren erheblich nach unten treiben.

Zur Lösung des Sicherheitsproblems ist die Zusammenarbeit zwischen den Börsen und den Regierungsbehörden, die Hacker beobachten, erforderlich, um zuverlässige Methoden zur Verhinderung von Token-Diebstahl zu entwickeln.

Kontrolle: das wichtigste Thema für Regierungen

Verwahrung und Sicherheit sind zwar wichtige Themen, aber sie sind rein technischer Natur. Kontrolle hingegen ist ideologisch. Die Regierungen der Welt beziehen ihre Macht aus ihrem Militär und der Kontrolle über die Geldmenge. Regierungen können die Geldmenge nach Herzenslust ausweiten und einschränken, um ihre politischen Ziele zu erreichen.

Die US-Finanzministerin Janet Yellen und die EZB-Präsidentin Christine Lagarde haben beide vor dem ruchlosen Gebrauch von Kryptowährungen gewarnt. US-Senatorin Elizabeth Warren sagte kürzlich, sie wünsche sich eine stärkere Regulierung der Anlageklasse der Kryptowährungen, da ihr Wachstum "systemische Risiken" für das globale Finanzsystem mit sich bringen könnte. Andere Regierungsvertreter haben sich ähnlich geäußert, und China hat Kryptowährungen im Jahr 2021 vollständig verboten.

Die staatlichen Regulierungsbehörden machen sich vermutlich mehr Sorgen darüber, die Kontrolle über die Geldmenge zu verlieren als über jedes andere Thema.

Kryptowährungen sind ein libertäres Tauschmittel, das den Regierungen die Macht zur Festlegung des Geldwertes entzieht und sie an ein Kollektiv von Individuen zurückgibt, das die Preise auf der Grundlage von Marktgeschäften festlegt. Die ideologische Kluft könnte im Jahr 2022 und darüber hinaus die größte Herausforderung sein, die es zu überwinden gilt. Mit dem Anstieg der Marktkapitalisierung der Anlageklasse werden auch die Bedenken der Regierungen weiter zunehmen.

Kryptowährungen sind gekommen, um zu bleiben

Mit 2,38 Billionen US-Dollar Ende letzter Woche ist die Marktkapitalisierung der Kryptowährungen mehr als dreimal so hoch wie Ende 2020. 2020 bewegte sich der Marktwert fast um den Faktor vier höher als am Ende 2019. Im Jahr 2019 lag sie mehr als 1,5 Mal höher als Ende 2018.

Wenn sich die Marktkapitalisierung der Anlageklasse im Jahr 2022 verdoppelt, nähert sie sich der 5-Billionen-Dollar-Marke. Je höher sie klettert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein signifikanter Rückgang systemische Auswirkungen hat, die sich auf die Märkte aller Anlageklassen ausdehnen. Sollte sich das Wachstumstempo so fortsetzen, schlagen Regierungsbeamte und Aufsichtsbehörden mit Sicherheit erneut die Alarmglocken.

Gleichzeitig setzt die Welt immer stärker auf Blockchain und Fintech. Der Höhenflug der Kryptowährungen stellt für die Regierungen eine Aufforderung zum Handeln dar, digitale Währungen zu emittieren. Ende 2021 hat China bei der Entwicklung einer staatlich kontrollierten Cyberdevise die Nase vorn, während die USA, die Heimat der Weltreservewährung, das Nachsehen haben.

Je mehr Unternehmen und Privatpersonen Kryptowährungen nutzen, desto größer wird der Druck auf Regierungen und Regulierungsbehörden, die Anlageklasse an die Kandare zu nehmen. Ich glaube, dass sich die Schwelle quantifizieren lässt. Sie ist eine Funktion des Wertes der Anlageklasse. Bei über 5 Billionen Dollar ist eine Panikreaktion möglich.

Mit Blick auf das Jahr 2022 bin ich für Kryptowährungen optimistisch. Ich könnte mir vorstellen, dass Bitcoin auf die 100.000-Dollar-Marke oder höher klettert. Wie Ray Dalio jedoch betonte, haben die Regierungen die Macht, die Anlageklasse zu "killen".

Daher werde ich auch im Jahr 2022 den Markt ganz genau im Auge behalten und erwarte, dass die enorme Volatilität anhalten wird. Ich werde nur Kapital in den Krypto-Markt investieren, das ich bereit bin, zu verlieren.

Den Aufstieg der Kryptowährungen sehe ich nicht als Blase, sondern als Bedrohung für den Status quo der staatlichen Kontrolle der Geldmenge und der traditionellen Banken- und Finanzhierarchie. Die ideologischen Hindernisse dürften zu einer eher holprigen Fahrt für die Anlageklasse führen.

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