Der wahre Crash-Indikator: Kaum jemand schaut auf diese Zahl

Veröffentlicht am 16.01.2026, 14:42

Willst du wissen, wann die Party endet? Diese Kennzahl liefert den Hinweis.

Hohe Zinsen wirken mit Zeitverzögerung - doch irgendwann hinterlassen sie Spuren. In einer stark verschuldeten Volkswirtschaft müssen wachsende Schulden zu immer höheren Kosten bedient werden, wodurch weniger Spielraum für Einkommen und Konsum bleibt.

Der entscheidende Punkt dabei: Viele Marktbeobachter richten ihren Blick auf die falsche Art von Schulden.

Deutlich relevanter als die Staatsverschuldung ist die Verschuldung des privaten Sektors - und vor allem deren Dynamik. Anders als der Staat verfügt der private Sektor nicht über die Möglichkeit, Geld zu schöpfen. Wer sich übermäßig verschuldet und gleichzeitig an Ertragskraft verliert, spürt die Konsequenzen unmittelbar.

Wie die linke Grafik des Ökonomen Dario Perkins zeigt, sind die gravierendsten Finanzkrisen der vergangenen Jahrzehnte vor allem dort entstanden, wo die private Verschuldung hoch war und weiter anstieg. Das Platzen der Immobilienblasen in Japan und Spanien, die Krisen der asiatischen Tigerstaaten oder auch die aktuelle Situation in China liefern dafür eindrückliche Beispiele.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die entscheidende Frage: Wo stehen die USA bei dieser zentralen makroökonomischen Kennzahl?

Die rechte Grafik zeigt, dass die private Verschuldung in den USA gemessen am Bruttoinlandsprodukt deutlich unter der kritischen Schwelle von rund 200 Prozent liegt - und seit der Finanzkrise 2008 signifikant zurückgegangen ist.

Private Verschuldung in den USA im Verhältnis zum BIP

In den USA wirken staatliche Konjunkturprogramme derzeit stabilisierend auf Einkommen und Konsum, während private Haushalte und Unternehmen gleichzeitig ihre Bilanzen bereinigen und Verschuldung abbauen.

Diese Entwicklung könnte sich jedoch mit dem investitionsgetriebenen KI-Zyklus allmählich drehen. Um die hohen Investitionsvolumina zu finanzieren und sich im globalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz zu positionieren, dürften Unternehmen wieder verstärkt auf Fremdfinanzierung zurückgreifen.

Erst in dem Moment, in dem die Verschuldung des privaten Sektors erneut dynamisch ansteigt, gibt es einen belastbaren Grund, sich ernsthaft mit dem Risiko eines Blasenplatzens auseinanderzusetzen.

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Dieser Artikel erschien ursprünglich bei The Macro Compass. Die Plattform richtet sich an Makro-Investoren, Asset-Manager und Hedgefonds. Interessierte können über einen Link prüfen, welches Abonnement am besten zu ihnen passt.

Aktuelle Kommentare

pro badge
Wo bekommt man denn die Verschuldungsdaten der Privatwirtschaften und Privathaushalte aus unterschiedlichen Ländern als regelmäßig zeitnah aktualisierten Indikator-Chart her? Ist Bloomberg die einzige Quelle?
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Na wenigstens ein vernünftiger Anhaltspunkt um sich grob eine Übersicht zu verschaffen.
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