Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
In der vergangenen Woche nahm ich am Harvard Presidents’ Seminar 2026 teil, gemeinsam mit führenden Entscheidungsträgern und Vordenkern des Landes. Zu den eindrucksvollsten Rednern zählte Kevin Rudd, ehemaliger Premierminister Australiens und heutiger Botschafter.
Rudd argumentierte pointiert und äußerte sich besorgt über die aktuelle geopolitische Entwicklung. Seiner Einschätzung nach gehört die regelbasierte Nachkriegsordnung – geprägt von Globalisierung, Multilateralismus, NATO, Welthandelsorganisation (WTO) und ähnlichen Institutionen – zunehmend der Vergangenheit an. An ihre Stelle könnte eine Rückkehr zu machtpolitischen Strukturen treten, wie sie eher dem 19. Jahrhundert zuzuordnen sind: geprägt von Einflusssphären und dem Prinzip „Macht vor Recht“.
Dabei trat Rudd weniger als Unheilsprophet auf, sondern vielmehr als nüchterner Realist. Er vertritt – ebenso wie ich – die Auffassung, dass eine starke USA eine stabilisierende Rolle für die Weltwirtschaft und die geopolitische Ordnung spielt. Umgekehrt würde eine geschwächte US-Position das Risiko eines Machtvakuums erhöhen, das Akteure wie China und Russland bereitwillig nutzen könnten.
Eine neue Welt(un)ordnung?
In den rund 80 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die USA eine dominierende Rolle bei der Ausgestaltung globaler Rahmenbedingungen ein – von offenen Märkten und freiem Handel bis hin zur Förderung demokratischer Strukturen und der Etablierung des US-Dollars als Weltreservewährung. Diese Phase war von vergleichsweiser Stabilität geprägt.
Nach Einschätzung von Rudd könnte sich diese Ära nun ihrem Ende nähern. Weltweit mehren sich Anzeichen einer rückläufigen demokratischen Entwicklung, während die Zahl bewaffneter Konflikte den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht hat.

China und Russland lassen hinsichtlich ihrer geopolitischen Ambitionen wenig Interpretationsspielraum. Erst vergangene Woche unterstrichen Xi Jinping und Wladimir Putin die zunehmende Intensität ihrer bilateralen Beziehungen und sagten sich gegenseitige Unterstützung in wirtschaftlichen, militärischen und ideologischen Fragen zu.
Mit dem Auslaufen des New-START-Vertrags in diesem Monat entfällt zudem das letzte verbliebene Element der nuklearen Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland.
Neuformulierung der Regeln
Rudd ist Autor zweier maßgeblicher Bücher über Xi Jinping. Darin betont er, dass der heutige chinesische Staatschef kaum als Pragmatiker im Sinne Deng Xiaopings verstanden werden kann, der in den 1970er Jahren mit marktwirtschaftlichen Reformen den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas einleitete. Xi hingegen beschreibt Rudd eher als marxistisch-leninistisch geprägten Nationalisten.
Unter Xis Führung ist China zunehmend dazu übergegangen, bestehende Regeln nicht nur zu befolgen, sondern aktiv neu zu definieren. Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) verfolgt dabei eine breit angelegte Strategie über zahlreiche Schlüsselbereiche hinweg – von militärischer Modernisierung über industrielle Dominanz bis hin zu Energieunabhängigkeit. Bereits im Oktober hatte ich meine Einschätzung dargelegt, dass Chinas globale „neue Seidenstraße“ (Belt and Road Initiative (BRI)) einem Trojanischen Pferd gleichkommt.
Für Xis Regierung sind wirtschaftliche Stärke und nationale Sicherheit untrennbar miteinander verbunden. Besonders deutlich wird diese Sichtweise in den Bereichen Energie und Technologie.
Massiver Energieausbau in China
Während die USA in ihrer Energiepolitik zwischen unterschiedlichen Prioritäten pendeln, treibt China den Ausbau seiner Kapazitäten mit bemerkenswerter Konsequenz voran. Seit 2021 hat das Land mehr neue Stromkapazität installiert als die USA im Verlauf ihrer gesamten, rund 250-jährigen Geschichte aufgebaut haben.
Man muss sich diese Dimension vor Augen führen: Innerhalb von nur vier Jahren hat China eine Ausbauleistung erzielt, die die bestehende US-Energieinfrastruktur übertrifft.
Allein im vergangenen Jahr kamen 543 Gigawatt an neuen Kapazitäten hinzu – eine Größenordnung, die ihresgleichen sucht. Der Zubau erstreckt sich über Solar- und Windenergie ebenso wie über Kohle, Kernkraft und Gas. Nach Einschätzung von BloombergNEF plant China, in den kommenden fünf Jahren weitere 3,4 Terawatt zu installieren – nahezu das Sechsfache des erwarteten US-Ausbaus.
Das strategische Ziel ist klar definiert: Die Energieversorgung soll den wachsenden Anforderungen der Industrien der nächsten Generation standhalten, darunter künstliche Intelligenz (KI), Robotik und fortschrittliche Fertigungstechnologien.

Saubere Energie - der neue Wachstumsmotor
Wie bereits erwähnt, haben Elon Musk sowie NVIDIA-CEO Jensen Huang davor gewarnt, dass Chinas erheblicher Energieüberschuss dem Land einen strukturellen Vorteil im Bereich der künstlichen Intelligenz verschaffen könnte.
Vor dem Hintergrund der vorliegenden Daten erscheint diese Einschätzung zunehmend nachvollziehbar. Die Dimensionen sind bemerkenswert: Im Jahr 2025 entfiel mehr als ein Drittel des chinesischen BIP-Wachstums auf saubere Energie, die zugleich für über 90 % des Anstiegs der Investitionen verantwortlich war. Branchen wie Solarenergie, Elektrofahrzeuge und Batterietechnologie steuerten mehr als 2,1 Bio. USD zur Wirtschaftsleistung bei – eine Größenordnung vergleichbar mit dem Bruttoinlandsprodukt von Kanada oder Brasilien.
Würde der chinesische Sektor für saubere Energie als eigenständige Volkswirtschaft betrachtet, entspräche er der achtgrößten Wirtschaftsnation weltweit.

In Washington hingegen ...
Demgegenüber wurde der Ausbau der Energieversorgung in den USA zuletzt durch politischen Stillstand und ausgeprägte Parteilichkeit gebremst. Während China eine klar langfristige Strategie verfolgt, richtet sich der Fokus der US-Politik häufig auf kurzfristige Wahlzyklen.
Ein aktueller Bericht der Information Technology and Innovation Foundation (ITIF) kommt zu dem Schluss, dass China dabei ist, die USA in einem breiten Spektrum sogenannter „National Power Industries“ einzuholen. Dazu zählen Militärindustrien (etwa Lenkflugkörper und Panzer), Dual-Use-Industrien (einschließlich elektronischer Bildschirme und Halbleiter) sowie Grundstoffindustrien wie Automobile und schwere Baumaschinen.
Gleichzeitig bekräftigen die USA ihre Prioritätensetzung im Verteidigungsbereich. Der Kongress hat jüngst einen Verteidigungshaushalt in Höhe von 839 Mrd. Dollar verabschiedet – 8 Mrd. Dollar mehr als vom Pentagon beantragt. Die Mittel sollen unter anderem in Schlüsselprogramme wie die F-35, den B-21-Bomber sowie die Interkontinentalraketen (ICBM) des Typs Sentinel fließen. Darüber hinaus sind mehr als 13 Mrd. USD im Rahmen von Präsident Trumps Golden Dome-Programm für Weltraum- und Raketenabwehr vorgesehen.
Was bedeutet das für die Anleger?
Möglicherweise haben die Aktienmärkte als erste signalisiert, dass ein neuer Investitionszyklus eingesetzt hat.
Bereits im Januar übernahmen US-fokussierte Small Caps die Führung. Während der S&P 500 neue Höchststände erreichte und im Monatsverlauf um rund 1,4 % zulegte, verzeichnete der Russell 2000 ein Plus von 5,4 % und übertraf damit seine Large-Cap-Pendants deutlich. Bemerkenswert ist zudem eine 15-tägige Gewinnserie der Small Caps gegenüber dem S&P 500 – die längste seit Mai 1996.
Diese Entwicklung erscheint kaum als kurzfristige Marktanomalie. Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit entwickelt sich der Russell 2000 stärker als der S&P 500, mit einer Performance von etwa 17 % gegenüber 15 % (Stand: Freitag, 6. Februar). Einzelne – wenn auch nicht alle – Small-Cap-Unternehmen sind strukturell weniger von Trumps Zollpolitik betroffen und könnten in einem Umfeld geringerer Globalisierung und zunehmender wirtschaftlicher Fragmentierung profitieren.
Ungeachtet dessen bleibt eine sorgfältige Due Diligence unerlässlich. Schätzungen zufolge sind derzeit rund 40 % der im Russell 2000 enthaltenen Unternehmen nicht profitabel.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Konsolidierung bei den Edelmetallpreisen könnte sich zudem ein taktisches Einstiegsfenster ergeben. Unverändert gilt die strategische Empfehlung einer Gewichtung von 10 % in Gold, gleichmäßig verteilt auf physische Goldbarren und qualitativ hochwertige Goldminenwerte. Eine regelmäßige Überprüfung und Neugewichtung des Portfolios bleibt dabei entscheidend.
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Der Russell 2000 Index ist ein US-amerikanischer Aktienindex, der die Performance der 2.000 kleinsten Unternehmen im Russell 3000, einem weithin anerkannten Small-Cap-Index, misst. Der S&P 500 Aktienindex ist ein weithin anerkannter kapitalisierungsgewichteter Index, der die Kurse von 500 Stammaktien US-amerikanischer Unternehmen enthält.
