EUV, DRAM, Flash: Drei Schlüsselaktien im KI-Speicher-Superzyklus

Veröffentlicht am 25.11.2025, 07:21

PC-Hersteller stehen vor einer ausgesprochen schwierigen Phase, was die Aufrüstung ihrer Workstations und Gaming-Plattformen betrifft. Der enorme Speicherbedarf von KI-Workloads in Rechenzentren führt dazu, dass verfügbare Bestände zunehmend aus dem Einzelhandel abgezogen und stattdessen für die Skalierung im Unternehmensbereich reserviert werden.

Zugleich stellen die Hersteller von Hochleistungs-DRAM derzeit von DDR4 auf DDR5 und LPDDR5X um – ein Übergang, der die laufende Produktion verlangsamt und die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärft. Hinzu kommt, dass die Speicherproduzenten nach den Marktrückgängen der Jahre 2022 und 2023 nur zögerlich in neue Kapazitäten investiert haben. Angesichts der Komplexität entsprechender Upgrades und des Bedarfs an REEs übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich.

Den aggregierten Daten von PCPartPicker zufolge sind die Preise für verschiedene DDR4- und DDR5-Speichermodule in den vergangenen 18 Monaten um 130 bis 180 % gestiegen. Für das 4. Quartal prognostiziert das Marktforschungsunternehmen TrendForce einen erneuten Anstieg von 75 % gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich dürfte der Anstieg der Materialkosten (BOM) die Preise für Smartphones und Laptops im Jahr 2026 um weitere 5–15 % erhöhen.

Und als wäre das nicht schon belastend genug, hat Nvidia angekündigt, den Energieverbrauch von KI-Servern durch einen Wechsel von DDR5-Hochleistungsspeicher auf -Speicher zu reduzieren. LPDDR kommt normalerweise in Tablets und Smartphones zum Einsatz. Damit nimmt Nvidia eine Rolle ein, die eher an einen großen Smartphone-Hersteller erinnert – und greift in eine ohnehin empfindliche Lieferkette ein. Bei der Frage, wie sich Anleger in diesem Speicheraufschwung positionieren sollten, herrscht daher weiterhin Unsicherheit.

1. Micron Technology Inc.

Die Aktie von Micron gehört zu den Speicher-Titeln, die wir besonders häufig analysiert haben. Als wir Ende März über den Kursrückgang infolge des NAND-Flash-Überangebots und der reduzierten Margenprognose berichteten, notierte die MU-Aktie bei 94 USD. Nach dem KI-getriebenen Kursanstieg im Oktober liegt der Aktienkurs inzwischen bei 227,41 USD.

Bereits zu Jahresbeginn stuften wir Micron als einen der attraktivsten Titel im Bereich künstliche Intelligenz ein – entsprechend überrascht uns die jüngste Kursentwicklung nicht.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres bis zum 28. August 2025 profitierte das Unternehmen stark vom Wachstum der KI-Rechenzentren. Die Bruttomarge der Cloud-Speicher-Sparte stieg gegenüber dem Vorjahresquartal von 49 % auf 59 %. Insgesamt erzielte Micron im 4. Quartal einen Umsatz von 11,32 Mrd. USD, ein Zuwachs von 46 % gegenüber dem Vorjahr. Unter den vier Geschäftsbereichen entwickelte sich die Cloud-Speicher-Sparte am stärksten, gefolgt von den Segmenten Mobile und Automotive, deren Bruttomargen im Jahresvergleich auf 36 % (von 32 %) bzw. 31 % (von 24 %) zulegten.

Microns Dynamic Random-Access Memory (DRAM) trägt 79 % zum Gesamtumsatz bei, während der verbleibende Teil auf NAND-Flash entfällt, der für langfristige Speicheranforderungen eingesetzt wird.

Vor allem die Kooperation mit Nvidia hat Microns Position im Markt weiter gestärkt: Das Unternehmen hält inzwischen eine führende Stellung bei der Bereitstellung von LPDRAM für Datenserver. Für die kommenden Jahre erwartet Micron zusätzliche Impulse durch den Einsatz von modernem GDDR7, das für extrem rechenintensive KI-Workloads entwickelt wurde. Auf dem PC-Markt erzielte Micron zudem Rekordumsätze mit seinem SSD-Portfolio, das künftig auch G9-NAND-SSDs umfasst.

Für 2026 geht Micron von einer weiteren Verknappung des DRAM-Angebots aus. Entsprechend wird erwartet, dass die Investitionsausgaben von 13,8 Mrd. USD im Geschäftsjahr 2025 weiter steigen werden.

Beim aktuellen Kursniveau von 220,42 USD liegt die MU-Aktie nahezu exakt auf ihrem durchschnittlichen Kursziel von 228,05 USD. Laut dem Konsens des Wall Street Journals bewegt sich die Spanne der Analystenschätzungen zwischen 140,88 USD am unteren und 328 USD am oberen Ende. Die überwiegende Mehrheit der Analysten spricht weiterhin eine klare „Buy“-Empfehlung aus.

2. ASML Holding N.V.

Obwohl es sich nicht um eine klassische Memory-Aktie handelt, hält die niederländische ASML mit ihren Extrem-Ultraviolett-(EUV)-Lithografiesystemen ein faktisches Monopol im globalen Chipmarkt. Anders ausgedrückt: ASML stellt den zentralen lithografischen Engpass dar, den selbst Unternehmen wie Nvidia, TSMC und Samsung nicht umgehen können.

Gleichzeitig profitiert ASML unmittelbar davon, wenn Halbleiter- und Speicherchip-Hersteller ihre Investitionen erhöhen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Das Unternehmen verfügt über den größten Wettbewerbsvorteil in der gesamten Halbleiterindustrie – und möglicherweise in allen Technologiesektoren – wodurch ASML zu einem breit einsetzbaren technologischen Faktor für Investoren wird.

In den jüngsten Ergebnissen für das 3. Quartal meldete ASML einen Nettoumsatz von 7,5 Mrd. USD bei einer Bruttomarge von 51,6 %, nach 50,8 % im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 15 % im Vergleich zum Vorjahr sowie eine Bruttomarge von nahezu 52 %.

Trotz seiner strategischen Bedeutung wird ASML von Anlegern häufig zugunsten günstiger bewerteter Titel übersehen. Entsprechend notiert die Aktie mit 1.028,13 USD noch immer unter dem durchschnittlichen Kursziel von 1.160,08 USD. Die Untergrenze der Analystenschätzungen liegt bei 935 USD, während das obere Ende ein Potenzial bis 1.388,7 USD pro Aktie sieht. ASML zählt zu jenen Unternehmen, bei denen langfristig wenig Zweifel am strukturellen Wachstum bestehen – doch viele Anleger richten ihren Fokus eher auf kurzfristige, konjunkturabhängige Schwankungen.

3. Pure Storage Inc. Class A

Das kalifornische Unternehmen konzentriert sich auf reinen Flash-Speicher für Unternehmenskunden, die auf die NAND-Produkte von Micron setzen. Entsprechend generiert Pure Storage rund 70 % seines Umsatzes über Abonnements; die übrigen Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Hardware für die verschiedenen FlashArray-Systeme.

Pure Storage ist vor allem für Unternehmen attraktiv, die ihre Speicherarchitektur vereinfachen möchten – unabhängig davon, wie stark ihre Datenmengen künftig wachsen. Automatische, unterbrechungsfreie Upgrades sowie planbare monatliche oder jährliche Kosten machen das Modell zu einer überzeugenden Lösung für große Organisationen, die operative Effizienz und Kostentransparenz anstreben.

Zu diesem Zweck bietet Pure Storage eine einheitliche Enterprise Data Cloud (EDC)-Plattform an, die über eine Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) zugänglich ist.

Da immer mehr Unternehmen auf verbrauchsbasierten IT-Modellen aufbauen, besitzt der abonnementorientierte Ansatz des Unternehmens ein hohes Potenzial, langfristige Kundenbindungen zu schaffen und wiederkehrende Umsätze zu sichern. So kann Pure Storage eine Wirtschaftlichkeit erreichen, die jener traditioneller Versorgungsunternehmen (z. B. AES Corporation) ähnelt.

Im 2. Quartal, das am 3. August 2025 endete, meldete das Unternehmen einen Umsatzanstieg von 13 % auf 861 Mio. USD, getragen von einem 15%igen Zuwachs im Abo-Geschäft. Mit einer außergewöhnlich hohen Bruttomarge von 70,2 % (GAAP) steigerte Pure Storage seinen Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 32 % auf 47,1 Mio. USD.

Die Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2026 ist für den 2. Dezember angesetzt. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 84,72 USD, während das durchschnittliche Kursziel für PSTG bei 92,35 USD pro Aktie liegt. Die Analystenschätzungen reichen von einer unteren Erwartung von 55 USD bis zu einer optimistischen Prognose von 120 USD pro Aktie.

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