Forex Report 04.05.17
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.0894 (08.03 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.0879 im frühen europäischen Handel markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.80. In der Folge notiert EURJPY bei 122.92. EURCHF oszilliert bei 1.0835.
Nicht gerade bekannt als aktivistisch oder vorschnell ist die Fed. Nach verschiedenen Berechnungen hängt die mit ihrem Zinserhöhungszyklus der Kurve sogar deutlich hinterher. Wir haben gestern im Report die Frage gestellt, ob die Fed den schwachen Daten des ersten Quartals inhaltlich folgt oder nicht. Sie tat es nicht. Das schwache Wachstum wird aus vorgübergehend klassifiziert und nicht als strukturelles Problem gesehen.
Nachdem am Freitag mit annualisierten 0,7% eine äußerst schwache Wachstumsrate verkündet wurde, beließ die Notenbank ihre Konjunktur- und Inflationserwartungen auf den alten Prognosen. Der Zielbereich der FED-Funds wurde erwartungsgemäß mit 0,75-1,00% ebenfalls nicht verändert. Es gab keine Signale in Richtung zweite Zinserhöhung in diesem Jahr. Es werden noch zwei weitere Erhöhungen in diesem Jahr angekündigt und erwartet.
Es ist nachvollziehbar, dass die Fed nach Ihrer März-Zinserhöhung nicht vorschnell eine weitere Erhöhung geleistet hat. Dies hat auch niemand ernsthaft nach nur einem Monat erwartet. Das am Freitag verkündete schwache Wachstum der USA in den ersten drei Monaten dieses Jahres spielte den Notenbankern nicht in die Karten. Schon im letzten Jahr lagen die USA von den Industrienationen mit Abstand am deutlichsten unter den Prognosen.
Sie muss neben angemessen steigenden Preisen und Vollbeschäftigung nämlich auch noch für solides Wachtum der US-Wirtschaft sorgen. So entschließ sie sich einstimmung auch noch, die fällig werdenden Anleihen zu reinvestieren und bleibt damit expansiv.
Beachtlich ist dagegen, dass die für die Fed trotz positiver Faktoren Inflation und dem Arbeitsmarkt keine Signale zur Straffung Richtung Juni sendet – warum eigentlich nicht, wenn das erste Quartal nur eine Delle war und wir demnächst deutlich höhere Wachstumsraten sehen sollen? Okay, mittel- und langfrsitig sind alle Vorzeichen positiv, aber wäre es dann nicht das Gebot der Stunde die Geschwindigkeit der Normalisierung einer außer Kontrolle geratenen Geldpolitik anzuziehen? To be continued…
Wie erwartet verlangsamt sich der US-Stellenaufbau in diesem Jahr. So sollen nach 2,5 Mio. Jobs in 2016 in 2017 noch 2,0 Mio. Stellen besetzt werden. Entsprechend fiel nach einem starken ersten Quartal der April schwächer aus.
Im Vorfeld zu dem monatlich veröffentlichten großen US-Arbeitsmarktbericht ist die Umfrage des privaten Arbeitsvermittlers ADP erschienen. Mit 177.000 neu geschaffenen Stellen lag der Aufbau im Rahmen der Erwartungen, die unterhalb der letzten Monate lagen. Interessant dabei ist, dass der Jobaufbau diesen Monat fast ausschließlich (>93%) aus dem Sektor Dienstleistungen stammt.
Der aktuelle ADP-Monatswert liegt deutlich unter den durchschnittlichen 257.000 Jobs aus dem ersten Quartal.
Da die ADP-Zahlen nicht selten besser ausfallen als die der offiziellen Arbeitsmarktbehörde (BLS), sind die Erwartungen an deren Arbeitsmarktdaten am Freitag mit 98.000 neuen Jobs gedämpft.
Der ISM-Index für den Sektor außerhalb des verarbeitenden Gewerbes konnte von 55,2 überraschend deutlich auf 57,5 Punkte zulegen. Im Vorfeld wurde mit einem geringen Anstieg auf 56,0 Zähler gerechnet.
Somit wurde der Märzverlust (von 57,6 auf 55,2 Zähler) nahezu vollständig wieder aufgeholt. Unerwartet lieferten die Exporte mit 65,5 einen starken Beitrag.
Mit der Veröffentlichung der ersten Schätzung des Bruttoinlandproduktes zeigt sich, dass die Euro Zone solide weiterwächst. Die Rate liegt bei 0,5% gegenüber dem Vorquartal und 1,7% über dem Vorjahreswert und damit voll im Dunstkreis der Prognosen.
Wo sind die Negativüberraschungen und Abwärtsrisiken zu sehen, liebe EZB? Transitorische Effekte, die die Fed anführt, wären auch in Frankfurt kein verbotenes Argument für ein Quartal schwächeren Wachstums, nur im Falle des Falles.
Das Wachstum in Frankreich lag mit 0,3% leicht unter den Erwartungen, angesichts der prekären Wahlkonstellation ist dieser Wert aber vertretbar. Spanien war von den bedeutenden Volkswirtschaften mit 0,8% Spitzenreiter des Wachstums.
Um 3,9% legten die Produzentenpreise im März zu, nachdem sie im Februar noch um beachtliche 4,5% anstiegen. Es zeigt sich, dass die große Preisspitze hinter uns liegt und sich die Inflation wieder etwas abkühlt. Ohne Energiepreise stiegen die Produzentenpreise nur um 0,2%. So lange die Ölpreise auf dem Level um 50 USD je Barrel bleiben, wird es keine signifikante Aufwärtsbewegung an der Preisfront geben.
Für die französische Stichwahl am Sonntag wurde den Medien gestern letztmals Futter in Form eines TV-Duells geliefert. Die Kandidaten scheuten sich nicht, den Gegenkanditen zu diffamieren. Letztenendes soll Macron dabei die etwas schlankere Figur gemacht haben, wenn man dem Institut Elabe Glauben darf. Auch ohne dieses finale Duell rechnet der Finanzmarkt mit einer Bestätigung der Ergebnisse der ersten Wahlrunde, wonach Macron am Ende als neuer Staatspräsident gewählt würde.
Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0550-1.0570 dreht den Bias zu Gunsten des USD.
Viel Erfolg!
''Um den gesamten Bericht zu lesen, klicken Sie bitte auf den untenstehenden Link''