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Für den Devisenmarkt steht in dieser Woche einiges auf der Agenda. Neben drei Zentralbanksitzungen erwarten uns die US-Einzelhandelsumsätze, das neuseeländische BIP für das vierte Quartal, der australische Arbeitsmarktbericht und die kanadischen Umsätze im Einzelhandel. Das Hauptaugenmerk wird auf der geldpolitischen Ankündigung der Federal Reserve liegen, aber jedes dieser Ereignisse könnte einen bedeutenden Einfluss auf die jeweiligen Devisen haben, was zu interessanten Kursbewegungen bei den Crosses führen könnte. Der US-Dollar legte zu Wochenbeginn trotz eines Rückgangs der Treasury-Renditen gegenüber den meisten Währungen zu. Die Produktionsaktivität in New York beschleunigte sich und der Empire State Index stieg auf 17,4 von 12,1. Besser als erwartete US-Daten stellen einen der wesentlichen Gründe dar, warum Investoren damit rechnen, dass die Federal Reserve ihre Wirtschaftsprognosen in dieser Woche anheben wird.
Die Investoren haben sicherlich eine Menge Fragen an die Fed. Das letzte Mal, dass die Notenbank ihre Prognosen aktualisiert hat, war im Dezember und seitdem hat sich viel verändert. Während der Feiertage wurden neue Beschränkungen verhängt, aber viele dieser Restriktionen wurden inzwischen gelockert, nachdem mehr als 20% der Amerikaner mindestens eine COVID-19-Impfung erhalten haben. Die Aussichten haben sich in den letzten Monaten deutlich aufgehellt, so dass zumindest die Wirtschaftsprognosen dies widerspiegeln müssen. Der zunehmende Preisdruck sollte auch zu einer Anhebung der VPI-Prognosen führen. Aber zwei große Fragen bleiben - beunruhigt der jüngste Anstieg der Renditen die Fed und wie wird sich die Dot-Plot-Prognose für die Zinsentwicklung ändern. Der Vorsitzende Powell hat in seinen jüngsten Stellungnahmen deutlich gemacht, dass er sich keine Sorgen macht, aber wie lange können die Notenbanker noch gelassen bleiben, wenn die Renditen weiter in die Höhe schießen?
Selbst wenn Powell die Entwicklung der Renditen weiterhin herunterspielt, wird der Dot Plot höchstwahrscheinlich nach oben ausschlagen und in Kombination mit höheren Wirtschaftsprognosen sollte der Dollar seinen Anstieg fortsetzen können. Für den Fall, dass er nachgibt, rechnen wir mit einem regen Interesse von Schnäppchenjägern. Die morgigen Einzelhandelsumsätze werden eine wichtige Rolle bei der Erwartungshaltung in Bezug auf die Zinsentscheidung am Mittwoch spielen. Derzeit gehen die Ökonomen davon aus, dass die Ausgaben im Februar nach einem starken Januar zurückgehen werden. Höhere Benzinpreise, ein Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne und ein sehr guter Arbeitsmarktbericht sprechen jedoch für eine positive Überraschung.
Sollte der Dollar seine Gewinne ausweiten, besteht für den EUR/USD das höchste Risiko einer Kurskorrektur. Letzte Woche gab die Europäische Zentralbank Pläne zur Beschleunigung der Asset-Käufe bekannt. Die neue Woche begann mit einer Flut von negativen Schlagzeilen zum Thema Impfstoffe. Viele Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, haben die Verabreichung des Impfstoffs von AstraZeneca (LON:AZN) aufgrund von Bedenken bezüglich der Blutgerinnung gestoppt. Die Impfstoffknappheit war schon vor der jüngsten Ankündigung ein Problem, und leider wird dies das Impfprogramm der EU noch weiter ausbremsen. Die Auswirkungen zeigen sich bereits jetzt, da die Zahl der neuen Fälle in Deutschland und Italien stark ansteigt. Italien ordnete vor den Osterfeiertagen neue Lockdowns an und laut dem Chef des deutschen Gesundheitsamtes hat in Deutschland bereits "eine dritte Corona-Welle begonnen." Beide Länder leiden unter der schmerzhaft langsamen Verteilung der Impfstoffe. Der Kontrast zwischen der Eurozone und den USA in Bezug auf alles, von der Geldpolitik bis zu den Wirtschaftsaussichten und Impfprogrammen, ist riesig, was ein großes Problem für den EUR/USD darstellt. Die deutsche ZEW-Umfrage steht am Dienstag auf der Agenda - die Stimmung wird durch die Aktienrallye gestützt, aber es gibt auch genug lokale Sorgen.
Auch die Bank of England wird diese Woche voraussichtlich die Geldpolitik unverändert lassen, aber die große Frage für die BoE ist das Timing der Zinserhöhungen. Obwohl sich die Wirtschaft verbessert und Großbritannien bei der Verteilung von Impfstoffen an der Spitze steht, macht die Volatilität an den Anleihemärkten und der Anstieg der Renditen eine Zinserhöhung obsolet. Seit Jahresbeginn sind die 10-jährigen Renditen von 0,15% auf 0,85% heute Morgen gestiegen. Dies ist zwar immer noch äußerst niedrig, aber die BoE könnte die Sorgen der EZB über das Tempo des Renditeanstiegs aufgreifen.
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