Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Die Aktie von GameStop hat sich am 30. Januar 2026 deutlich vom schwachen Gesamtmarkt abgekoppelt und um 3,73 % auf 23,64 US-Dollar zugelegt. Auslöser war ein ambitionierter Umbauplan von Konzernchef Ryan Cohen, der den angeschlagenen Videospielhändler über umfangreiche Übernahmen in einen Konzern mit einer angestrebten Marktbewertung von 100 Mrd. US-Dollar transformieren will.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Vorstoß durch Starinvestor Michael Burry, der erneut bei GameStop eingestiegen ist und den strategischen Kurs von Cohen öffentlich unterstützt.
Mit rund 9 Mrd. US-Dollar an Barmitteln und liquiden Wertpapieren in der Bilanz verfügt GameStop über die finanzielle Schlagkraft, um eine Übernahme von erheblicher Größenordnung umzusetzen. Ob sich Cohens Vision damit als strategischer Coup erweist oder als gravierende Fehleinschätzung entpuppt, dürfte für Anleger zur entscheidenden Frage werden.
Cohens Milliarden-Wette: Vom Meme-Titel zum Mega-Konzern
Ryan Cohen sagte dem The Wall Street Journal, dass er den Kauf eines börsennotierten Unternehmens prüft – vermutlich aus dem Konsum- oder Einzelhandelssektor, also genau aus dem Bereich, in dem er sich mit der Mitgründung des Tierbedarfsanbieters Chewy einen Namen gemacht hat.
Der 40-jährige Milliardär räumte offen ein, dass es sich um eine Strategie mit hohem Risiko handelt. Sie werde „entweder genial oder völlig, völlig töricht“ sein. Cohen erklärte, er habe bereits mehrere potenzielle Übernahmeziele identifiziert, nannte jedoch keine Namen und kündigte an, diese Unternehmen in Kürze ansprechen zu wollen.
Eng verknüpft ist der ambitionierte Plan mit Cohens außergewöhnlichem Vergütungspaket, das Anfang des Monats angepasst wurde. Demnach könnte ihm eine Aktienvergütung von bis zu 35 Mrd. US-Dollar zufallen, sofern GameStop eine Marktkapitalisierung von 100 Mrd. US-Dollar sowie ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 10 Mrd. US-Dollar erreicht. Die Zuteilung setzt bereits ein, sobald das Unternehmen mit 20 Mrd. US-Dollar bewertet wird und ein EBITDA von 2 Mrd. US-Dollar erzielt.
Cohen, der inzwischen mehr als neun Prozent an GameStop hält und größter Einzelaktionär ist, hat seinen Anteil zuletzt weiter ausgebaut – auch mit Zukäufen in diesem Monat. Bei einer aktuellen Marktbewertung von rund 10,68 Mrd. US-Dollar und etwa 9 Mrd. US-Dollar an Barmitteln und liquiden Anlagen sieht er den Konzern nach dem Ausbau des Sammlergeschäfts und der Schließung schwacher Filialen erstmals in der Lage, größere strategische Schritte zu gehen.
Bekannt wurde Cohen bei Privatanlegern Ende 2020, als er die schleppende Umstellung von GameStop auf den Onlinehandel kritisierte und im Januar 2021 in den Verwaltungsrat einzog – zu einem Zeitpunkt, als der Konzern etwas mehr als eine Milliarde US-Dollar wert war. Die Bezeichnung „Meme-Aktie“ weist er bis heute zurück. Das sei „ein Etikett, das Menschen verwenden, wenn sie sich nicht die Arbeit machen wollen“, eine Aktie gründlich zu analysieren, sagte er der Zeitung.
Trotz der massiven Rally, bei der die Aktie im Januar 2021 bis auf 120,75 US-Dollar stieg, liegt der Kurs inzwischen rund 80 % unter diesem Hoch. Am Donnerstag schloss die Aktie vor dem jüngsten Anstieg bei 22,81 US-Dollar.
Burry unterstützt GameStops Übernahme-Kurs
Michael Burry, der frühzeitig auf den Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes setzte und durch The Big Short bekannt wurde, hat sich überraschend als Fürsprecher von Cohens Strategie positioniert. Burry, der seinen Fonds im vergangenen Jahr geschlossen und stattdessen einen kostenpflichtigen Substack-Newsletter gestartet hat, schrieb in dieser Woche, GameStop solle dem Vorbild von Berkshire Hathaway folgen und seine hohen Barmittel gezielt für großvolumige Übernahmen einsetzen.
Cohen bezeichnete er dabei als Manager eines „miesen Geschäfts“, lobte ihn jedoch dafür, „das Beste daraus zu machen, indem er das Meme-Aktien-Phänomen nutzt, um Kapital einzusammeln und auf die Gelegenheit für den großen Kauf eines echten, wachsenden Cashflow-Geschäfts zu warten“.
Burry, der inzwischen selbst wieder bei GameStop investiert ist, erklärte, er habe kürzlich weitere Aktien gekauft und sehe erhebliches Potenzial, sollte Cohen zehn Milliarden US-Dollar oder mehr für den Erwerb eines qualitativ hochwertigen Unternehmens einsetzen. Als ideales Ziel nannte er einen Versicherer mit stabilen Kundeneinnahmen, die sich langfristig investieren ließen.
Darüber hinaus verwies Burry auf erhebliche steuerliche Verlustvorträge bei GameStop, mit denen künftige Gewinne verrechnet werden könnten – ein Aspekt, der den Konzern aus seiner Sicht für potenzielle Übernahmeziele besonders attraktiv mache. Cohen erklärte dem The Wall Street Journal, er habe seit mindestens 2019 keinen Kontakt mehr zu Burry gehabt, bezeichnete ihn jedoch als „einen der wenigen Investoren, die ich respektiere“, mit einer „Erfolgsbilanz früher, treffsicherer Einschätzungen“.
Die Unterstützung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem GameStop seine Kostensenkungen weiter verschärft. Berichten zufolge wurden Anfang 2026 bereits 470 Filialschließungen in den USA bestätigt, nachdem im Geschäftsjahr 2024 schon 590 Standorte aufgegeben worden waren. Zudem hat sich der Konzern aus mehreren internationalen Märkten zurückgezogen, darunter Irland, die Schweiz, Österreich, Deutschland und Italien, und sucht Käufer für die Geschäfte in Frankreich und Kanada.
Trotz dieser Einschnitte bleibt Cohen überzeugt: „Es gibt viele ungeschliffene Diamanten … mit schläfrigen Management-Teams. Ich habe GameStop nicht umgebaut, um dann stehenzubleiben.“
GME-Aktie steigt – Anleger wägen Chancen und Risiken ab
Die Papiere von GameStop legten am 30. Januar 2026 auf 23,64 US-Dollar zu. Das entspricht einem Plus von 0,85 US-Dollar beziehungsweise 3,73 % gegenüber dem vorherigen Schlusskurs von 22,79 US-Dollar. Die Aktie eröffnete bei 23,29 US-Dollar und markierte im Tagesverlauf ein Hoch bei 24,01 US-Dollar. Das Handelsvolumen belief sich auf 3,49 Mio. Stück und lag damit deutlich unter dem Durchschnitt von 6,79 Mio. Aktien.
Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund 10,55 Mrd. US-Dollar. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 19,93 bis 35,81 US-Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 26,76, basierend auf einem Gewinn je Aktie von 0,88 US-Dollar. Auffällig ist das negative Beta von –1,21, das darauf hindeutet, dass sich die Aktie tendenziell gegenläufig zum Gesamtmarkt bewegen kann.
Seit Jahresbeginn hat GameStop um 17,28 % zugelegt, während der S&P 500 lediglich ein Plus von 1,42 % verzeichnet. Auf Sicht von zwölf Monaten steht jedoch ein Minus von 15,86 % zu Buche, verglichen mit einem Anstieg des Index um 14,36 %.
Über drei Jahre liegt GameStop mit 10,82 % im Plus, während der S&P 500 um 72,81 % zulegte. Auf Fünfjahressicht ergibt sich sogar ein Kursverlust von 71,02 %, während der Vergleichsindex im selben Zeitraum um 86,93 % gestiegen ist.
Die jüngsten Quartalszahlen wiesen einen Umsatz von 821 Mio. US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 0,24 US-Dollar aus und lagen damit über der Markterwartung von 0,20 US-Dollar. Eine regelmäßige Dividende zahlt das Unternehmen nicht; der letzte Ex-Dividenden-Tag war der 14. März 2019.
