Gold-Explorer im Fokus: Contrarian-Chance oder nur Hype?

Veröffentlicht am 21.09.2025, 13:50

Die Mineralienexploration stand lange Zeit kaum im Fokus. Edelmetalle wie (Gold und Silber) sowie wirtschaftlich wichtigere Metalle (Seltene Erden, Platin/Palladium, Uran, Kupfer, Nickel usw.) galten eher als Randthemen, während Cloud/SaaS, Solar/EV und zuletzt auch KI die Schlagzeilen bestimmten. Kurz gesagt: alles, was sich je nach Marktlaune gerade hypen ließ.

Goldaktien fristeten ein Schattendasein – ebenso Produzenten, Lizenzgesellschaften oder reifere Minenentwickler. Nun aber scheint sich der Markt plötzlich auf diese lange übersehenen Werte zu stürzen. Bis zur nächsten echten Korrektur dürfte es allerdings noch etwas dauern. Vorerst ist jedenfalls die Katze aus dem Sack: Der HUI Gold Bugs Index hat mein lange genanntes Ziel von 500 hinter sich gelassen – zumindest fürs Erste.

Aktuell befindet sich der HUI in einer fast schon vertikalen Aufwärtsbewegung und scheint entschlossen, sämtliche Allzeithochs ins Visier zu nehmen. Ob das vor oder nach der nächsten Korrektur geschieht, ist offen – geschehen wird es! Dies ist kein Plädoyer für einzelne Goldgräber oder Lizenzmodelle. Mir geht es darum zu erinnern: Die Fundamentaldaten sind heute deutlich solider als vor dem Crash 2008 oder der langjährigen Korrektur ab 2016. Wir erleben hier eine klare Impulsbewegung – einen Neubeginn.

HUI Gold Bugs Index

Heute geht es um die Mineralienexploration. Und es geht weiter – 18 Jahre später. Ähnlich wie der HUI, der nach 12 Jahren Bärenmarkt in einen Bullenmarkt überging, der sich bis 2024 dennoch wie ein Bärenmarkt anfühlte, hatte auch der kanadische Venture-Index (TSX-V) eine harte Zeit. Sogar noch härter: ganze 18 Jahre. Der TSX-V wurde praktisch völlig ignoriert.

Was bedeutet das? Vielleicht Ablehnung. Verachtung. Abscheu. Für Anleger kann genau das aber eine Chance sein – vor allem für Contrarian-Investoren.

Denn irgendwoher muss die Nachfrage nach boomenden Bergbau- und Lizenzaktien kommen. Angesichts der ungebrochenen Nachfrage nach Gold, Silber und zahlreichen strategisch wichtigen Metallen und Mineralien könnte diese Nachfrage genau aus der Mineralienexploration entstehen. An dieser Stelle aber einige Einschränkungen:

Die Zusammensetzung des TSX-V wurde im Laufe der Jahre mehrfach angepasst. Die Zahlen sind daher nicht eins zu eins vergleichbar, reichen aber für einen verlässlichen historischen Vergleich.

Unter den Explorationsunternehmen gibt es viele, die keine echten Werte schaffen. Anders gesagt: „Schwindelbuden“, die von Insidern aggressiv beworben werden. Achten Sie also genau hin!

Interessant sind vor allem Fälle, in denen große Bergbaukonzerne bereits Interesse gezeigt haben.

Ich selbst habe mir einen Korb von TSX-V-Titeln zusammengestellt, die sich durch Merkmale auszeichnen, die ihre Erfolgschancen deutlich erhöhen: entweder das Engagement großer Minengesellschaften oder Bohrergebnisse, die die Ressourcenschätzungen erweitern. In meinem Portfolio finden sich Unternehmen, die nach Au, Ag, Cu, Pt, Pd, Ni, U₃O₈ und weiteren Mineralien bohren.

Das zentrale Thema bleibt: 18 Jahre Bärenmarkt – kombiniert mit künftiger Nachfrage und wachsender Marktaufmerksamkeit. Das eröffnet potenziell große Chancen. Natürlich: Noch ist vieles ungewiss, und es könnte sich am Ende als reiner Hype herausstellen. Aber 18 Jahre Nachholbedarf sind zumindest ein starkes Argument, genauer hinzuschauen.

Wir haben hier eine Kombination aus dem Verhältnis TSX-V/TSX und dem Verhältnis Silber/Gold. Diese Indikatoren liefern Orientierung für die spekulativeren Segmente – Edelmetalle, Rohstoffe, Ressourcen. Gleichzeitig wirken sie als Rückenwind für viele breitere Märkte.

Die Edelmetalle haben den Anfang gemacht, während der Rest erst im Mai allmählich nachgezogen hat. Diese Indikatoren sind nicht nur hilfreich für das Timing einer Haussephase. Sie gehören auch zu den Werkzeugen, die NFTRH regelmäßig für andere Marktindikationen nutzt – und erinnern daran, dass auch Korrekturen dazugehören.

TSX-V/TSX Verhältnis und Silber/Gold Verhältnis

Für diesen Artikel zählt vor allem eines: Mit dem Anstieg dieser beiden Faktoren verbessert sich auch das Umfeld für den Rohstoff- und Ressourcenbereich – und ganz besonders für den TSX-V.

Ein Blick auf das Big Picture (Monatschart) zeigt: Der „V“ hat eine Widerstandszone durchbrochen und wirkt kurzfristig überkauft. Doch wenn man den monatlichen MACD betrachtet – sieht das wirklich nach einem Ende aus? Eher nicht. Natürlich kann es jederzeit zu Korrekturen kommen. Aber dieser Aufschwung wirkt vielmehr wie der Beginn eines Ausbruchs aus 18 Jahren Bärenmarkt.

Auf kürzerer Sicht zeigt der TSX-V im Tageschart zahlreiche Kurslücken und wirkt ebenfalls überkauft. Auch das Handelsvolumen deutet auf eine Art Blow-Off hin, der eine kurzfristige Wende signalisieren könnte. Solche Bewegungen sind an den Märkten völlig normal. Entscheidend bleibt jedoch das große Bild: 18 Jahre der Nichtbeachtung sprechen für eine klare contrarian Chance.

Wichtig ist jetzt, gezielt auf Aktien mit relativer Qualität und echtem Potenzial zu setzen. Eine Chance, wie sie sich nur selten bietet.

Fazit

Der TSX-V und seine Beziehung zum übergeordneten TSX dienen derzeit sowohl als Makroindikator als auch als Investment in etwas, das es seit 18 Jahren nicht mehr gegeben hat. Einfach sind diese Märkte nicht – und eine „Cartoon-Analyse“ mit vermeintlichen Mustern und Pfeilen im Chart wird daran nichts ändern. Hier braucht es die Verbindung von technischer und fundamentaler Analyse, insbesondere unter Berücksichtigung von Angebot und Nachfrage.

Im Moment spielt die Makrolage diesen Grundlagen in die Karten. Auch wenn der Index kurzfristig gefährlich überkauft wirkt, zeigt er sich sowohl fundamental als auch zunehmend technisch von der positiven Seite.

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