Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Sie wissen es natürlich: Edelmetalle - allen voran Gold - haben in diesem Jahr deutlich an Wert gewonnen. Wie so oft, wenn eine Anlageklasse stark steigt, finden sich schnell Erklärungen, warum „diesmal alles anders ist“. Bei Aktien lauten die Schlagworte „künstliche Intelligenz“ und „Rechenzentren“.
Die Kryptowährungs-Community wiederum ist überzeugt, dass Fiat-Währungen langfristig scheitern und die Zukunft vollständig digitalen Vermögenswerten gehört. Im Fall von Gold werden die Stimmen lauter, die den jüngsten Preisanstieg auf die Abwertung des US-Dollars, die Entdollarisierung und die steigende Staatsverschuldung zurückführen.
Bloomberg fasste alle drei Argumente in einem Artikel wie folgt zusammen:
"Hinter den kurzfristigen Schwankungen der Finanzmärkte könnte sich eine längerfristige Neubewertung verschiedener Vermögenswerte vollziehen, da Investoren versuchen, sich vor den Risiken durch ausufernde Haushaltsdefizite zu schützen."
"Diejenigen, die daran glauben, ziehen sich aus Staatsanleihen und den Währungen, in denen diese denominiert sind, zurück, da sie befürchten, dass deren Wert mit der Zeit sinken wird, wenn Regierungen es vermeiden, ihre massiven Schuldenlasten anzugehen, und sogar versuchen, diese weiter zu erhöhen. Weitere Impulse kommen von Spekulationen, dass die Zentralbanken zunehmendem politischen Druck ausgesetzt sein werden, die Zinsen niedrig zu halten, um die Schulden der Regierungen auszugleichen - und dabei die Inflation anzukurbeln, indem sie weiterhin Geld drucken."
Das Problem an dem Bloomberg-Artikel ist, dass er kaum recherchiert wurde und im Wesentlichen nur bereits weit verbreitete Mythen wiederholt. In diesem Artikel werden wir die zentralen Irrtümer rund um Gold als Anlageform aufgreifen - und die zugrunde liegenden Daten genauer beleuchten.
Mythos #1: Zentralbanken kaufen Gold, um sich vom US-Dollar unabhängig zu machen
Dieser Mythos hält sich hartnäckig - sowohl in den Medien als auch unter Anlegern. Er suggeriert, dass sich das globale Finanzsystem zunehmend vom USD abkoppelt. Ein aktuelles „Chart-Crime“ von Statista hat diesen Eindruck zusätzlich verstärkt. Zitat:
"Die Zentralbanken haben eine symbolische Grenze überschritten: Ihre gesamten Goldreserven übersteigen nun zum ersten Mal seit fast drei Jahrzehnten ihre Bestände an US-Staatsanleihen. Diese Überschreitung einer wichtigen Schwelle unterstreicht eine allmähliche Diversifizierung weg von auf US-Dollar lautenden Wertpapieren hin zu Sachwerten."

Das Problem bei dieser Grafik besteht darin, dass sie ausschließlich auf Preisbewegungen beruht. Tatsächlich sind die Anleihekurse in den vergangenen Jahren infolge steigender Zinsen gefallen, während der Goldpreis deutlich zugelegt hat. Statista erweckt jedoch den Eindruck, es handle sich um eine tiefgreifende Verhaltensänderung der Zentralbanken – weg von Staatsanleihen und hin zu Gold. In Wahrheit ist das nicht der Fall.
Wie die nachfolgende Darstellung zeigt, ist der Anstieg des Goldanteils an den weltweiten Devisenreserven nahezu vollständig auf den Preisanstieg des Edelmetalls zurückzuführen. In den vergangenen fünf Jahren haben die Zentralbanken ihre physischen Goldbestände lediglich um rund 5 % aufgestockt. Mit anderen Worten: Es gibt keine signifikante Umschichtung hin zum Goldkauf.

Ebenso haben die Zentralbanken keine Staatsanleihen verkauft, um sich vom USD abzukoppeln. Vielmehr haben sie ihre Goldreserven im Zuge des Preisanstiegs moderat ausgeweitet - gleichzeitig jedoch auch Staatsanleihen in Rekordhöhe erworben. Die ausländischen Bestände übersteigen inzwischen 9 Billionen USD.

Die Realität ist, dass die Zentralbanken in den vergangenen fünf Jahren zwar ihre Goldbestände leicht erhöht haben, dies jedoch nicht als Reaktion auf eine „Flucht aus dem Dollar“ zu verstehen ist. Vielmehr handelt es sich um eine Neugewichtung ihrer Reserven, bei der Gold als zusätzliches Diversifizierungsinstrument dient - insbesondere in Phasen, in denen der USD gegenüber den jeweiligen Landeswährungen schwächer tendiert. Von einem Ersatz für den Dollar kann jedoch keine Rede sein.
Laut einer aktuellen Umfrage des World Gold Council plant nur eine Minderheit der Zentralbanken, ihre USD-Bestände zu reduzieren - und noch weniger beabsichtigen, US-Staatsanleihen zu veräußern. Der Dollar gilt nach wie vor als die liquideste und stabilste Reservewährung der Welt. Das wachsende Interesse an Gold ist daher eher Ausdruck eines vorsichtigen Risikomanagements als einer ideologischen Abkehr vom Dollar-System.
Hinzu kommen praktische Einschränkungen: Gold ist schwer zu lagern, teuer zu transportieren und wirft keine Zinsen ab. Da es keine laufende Rendite bietet, hängt der Werterhalt dieses Vermögenswerts ausschließlich von Preisveränderungen ab. Zudem könnten Zentralbanken ihre umfangreichen Bestände an US-Staatsanleihen nicht ohne erhebliche Marktverwerfungen gegen Gold eintauschen - ein solches Vorgehen würde eine globale Liquiditätskrise riskieren.
Zwar ist die Nachfrage nach Gold, insbesondere seitens spekulativer Anleger, zuletzt leicht gestiegen, doch bleibt dieser Zuwachs marginal und signalisiert keineswegs einen Zusammenbruch des Dollarsystems.
Die historische Erfahrung bestätigt das Bild: Selbst während des Kalten Krieges - als ideologische Fronten klar gezogen waren und das Misstrauen gegenüber westlichen Finanzsystemen groß war - hielten auch „gegnerische“ Staaten am USD fest. Gold diente als ergänzende Absicherung, nicht als Ersatz. Heute ist die Situation nicht anders: Zentralbanken verkaufen keine Dollar, sie steuern Risiken - im Rahmen eines breit diversifizierten Reserveportfolios.
Mythos #2: Fiat-Währungen stehen vor dem Zusammenbruch und der USD ist am Ende
Die Behauptung, Fiat-Währungen stünden kurz vor dem Kollaps und der USD verliere seine Dominanz, ist in erster Linie ideologisch motiviert. Dieser Mythos findet vor allem unter Anhängern harter Währungen und Goldbefürwortern Verbreitung, entbehrt jedoch jeglicher historischen oder institutionellen Grundlage.
Fiat-Währungen verschwinden nicht von heute auf morgen. Ihre Stabilität beruht auf funktionierenden Rechtssystemen, staatlicher Autorität, Steuerpolitik, militärischer Stärke und institutionellem Vertrauen. Würde der USD tatsächlich massiv entwertet, hätte das klare Folgen:
-
Kapitalflucht aus US-Vermögenswerten (Aktien, Anleihen, Gold, Kryptowährungen)
-
Zusammenbruch der Nachfrage nach US-Staatsanleihen
-
Einbruch des Welthandels, der überwiegend in USD abgewickelt wird
Tatsächlich beobachten wir jedoch das Gegenteil. Der US-Dollar bleibt die Leitwährung für den globalen Handel, für grenzüberschreitende Zahlungen, die Emission von Schuldtiteln und die weltweiten Währungsreserven. Die Nachfrage nach US-Treasuries ist - wie bereits erwähnt – nach wie vor robust. Rund 80 % der internationalen Transaktionen werden weiterhin in USD abgewickelt, und fast 60 % der globalen Devisenreserven entfallen auf den Greenback.
Zentralbanken, Staatsfonds und institutionelle Investoren halten und akkumulieren nach wie vor US-Vermögenswerte. Während Influencer in den sozialen Medien lautstark vor einem „Vertrauensverlust“ warnen, bleibt das globale Kapital klar auf der Seite des Dollars.
Wenn behauptet wird, der Dollar sei „am Ende“, werden häufig zwei Dinge miteinander verwechselt: Ein Rückgang der Kaufkraft wird fälschlicherweise als systemischer Zusammenbruch interpretiert. Inflation mindert zwar den realen Wert des Geldes, bedeutet aber keineswegs, dass das Währungssystem versagt. Wer seit 1960 Bargeld unter der Matratze gelagert hat, hat zweifellos Kaufkraft verloren - doch das ist eine Folge wirtschaftlichen Wachstums, das wiederum zu einem höheren Lebensstandard geführt hat, nicht ein Zeichen des Niedergangs.

Genau aus diesem Grund investieren wir in Vermögenswerte, die über längere Zeiträume hinweg Renditen erzielen, die über der Inflationsrate liegen. Die nachstehende Grafik zeigt die Wertentwicklung von Geldanlagen in Aktien und Gold seit 1960. Auf einen Blick wird deutlich, welche Anlageklasse langfristig den besseren Schutz vor Kaufkraftverlust bietet. Tatsächlich konnte Gold - wie dargestellt - bis 2006 keine höhere Rendite erzielen als die Inflation.

Zweitens wird oft angenommen, dass jede neue Währungsalternative – sei es Gold, der Yuan oder ein digitaler Vermögenswert - Fiat-Währungen unmittelbar ablösen könnte. Die Faktenlage spricht jedoch klar dagegen.
So haben der japanische Yen und das britische Pfund in den vergangenen Jahren - gemeinsam mit dem chinesischen Yuan - zwar leicht an Bedeutung in den globalen Devisenreserven gewonnen, was auch die wirtschaftliche Stärke dieser Länder widerspiegelt. Dennoch machen sie weiterhin nur einen kleinen Teil des gesamten Reserveuniversums aus. Der Euro wiederum bleibt durch Fragmentierung und politische Dysfunktion belastet und hat in den letzten Jahren an internationalem Gewicht verloren. Mit anderen Worten: Es gibt derzeit weder eine einzelne Währung noch ein alternatives System, das den USD ernsthaft ersetzen könnte.

Selbst Gold, das historisch als Reservewährung diente, verfügt heute nicht über die notwendige Infrastruktur, um sich als dominantes Tauschmittel durchzusetzen. Goldgedeckte Währungssysteme setzen Konvertibilität, zentrale Kontrolle und strikte fiskalische Disziplin voraus - Anforderungen, die in modernen Volkswirtschaften, die auf flexible Kreditvergabe und expansive Haushaltspolitik angewiesen sind, kaum umsetzbar sind.
Das bedeutet nicht, dass Fiat-Währungssysteme frei von Herausforderungen wären - insbesondere im Hinblick auf Inflation und Verschuldung. Doch diese Spannungen führen zu Anpassungen innerhalb des Systems, nicht zu seinem Zusammenbruch.
Mythos #3: Gold verdankt seinen Anstieg der Staatsverschuldung und der erhöhten Geldmenge
Diese Argumentation gewinnt regelmäßig an Aufmerksamkeit, sobald der Goldpreis steigt. Kommentatoren führen dann häufig an, dass die wachsende Staatsverschuldung der USA und die anhaltenden Haushaltsdefizite das Vertrauen in das Finanzsystem untergraben und Investoren dazu veranlassen, in Gold zu flüchten. Das Argument klingt plausibel: Mehr Schulden bedeuten mehr Risiko - und damit eine höhere Nachfrage nach dem „sicheren Hafen“ Gold. Das Problem ist jedoch dasselbe wie bei vielen anderen Mythen: Die Daten stützen diese Annahme nicht.
Der Goldpreis steht nicht in direkter Beziehung zur Höhe der Staatsverschuldung. Wäre dies der Fall, hätte Gold bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren - einer Phase stetig steigender Schuldenquoten - deutlich zulegen müssen. Stattdessen stagnierte der Preis fast zwei Jahrzehnte lang. Der Zusammenhang ist deutlich komplexer: Gold reagiert in erster Linie auf Veränderungen der Zinssätze, realer Renditen und wahrgenommener wirtschaftlicher Unsicherheit – nicht auf die Verschuldungsquote isoliert betrachtet.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Die US-Schuldenquote hat sich in den vergangenen Jahren leicht verbessert, nachdem sie während der COVID-Krise einen Höchststand von fast 121 % des Bruttoinlandsprodukts erreicht hatte. Nach Angaben des Congressional Budget Office ist dieser Wert bis 2024 auf rund 118 % zurückgegangen. Auch wenn dieses Niveau historisch hoch bleibt, zeigt die Entwicklung einen leicht rückläufigen Trend - nicht den befürchteten Anstieg.
Ein Teil dieser Verbesserung ist auf das starke nominale BIP-Wachstum zurückzuführen. Die US-Wirtschaft hat sich robuster entwickelt als erwartet, gestützt durch solide Konsumausgaben, Unternehmensgewinne und Beschäftigungszuwächse. Mit einem wachsenden BIP wird die Schuldenlast tragbarer: Eine größere Volkswirtschaft kann ein höheres Schuldenniveau bewältigen, ohne Marktstress oder inflationäre Dynamiken auszulösen.

Die zweite Variante des Schuldenarguments lautet, dass eine Ausweitung der Geldmenge automatisch zu steigenden Goldpreisen führt. Doch auch diese Annahme lässt sich durch die Daten nicht belegen. Wie bereits in einem unserer früheren Artikel erläutert:
"Es ist leicht, auf die M2-Charts zu zeigen und ‚Entwertung‘ zu rufen. Die Geldmenge muss jedoch im Einklang mit dem Wirtschaftswachstum zunehmen. Geschieht das nicht, drohen deflationäre Risiken. Entscheidend ist daher, ob die Geldschöpfung das Wirtschaftswachstum dauerhaft übersteigt. Seit 1959 wächst die Geldmenge im Gleichschritt mit der wirtschaftlichen Leistung."

"Eine aussagekräftigere Methode zur Beurteilung der Situation ist der Vergleich der Geldmenge M2 mit dem Bruttoinlandsprodukt. Historisch betrachtet verlaufen beide Größen weitgehend parallel. Selbst während des COVID-Schocks blieb M2 als Prozentsatz des BIP unter der Marke von 100 %, was darauf hinweist, dass das Wachstum der Geldmenge im Wesentlichen mit der wirtschaftlichen Leistung Schritt hielt. Derzeit zeigt dieses Verhältnis sogar einen leicht rückläufigen Trend - nicht einen Anstieg."

"In Wirklichkeit sind die Wachstumsraten von M2 und der Wirtschaft erwartungsgemäß hoch korreliert."

Die Märkte verstehen diese Dynamik. Zwar zeigen sich die Anleiherenditen volatil, doch haben sie keine unkontrollierten Ausschläge verzeichnet - im Gegenteil: In den letzten zwölf Monaten Jahr sind sie tendenziell gesunken. Die Auktionen von US-Staatsanleihen stoßen weiterhin auf solide Nachfrage, und wie bereits erwähnt, bleibt das Interesse ausländischer Investoren an Treasuries unverändert hoch. Wären tatsächlich die Schulden der Treiber der Goldrallye, müsste die US-Regierung erhebliche Vermögenswerte veräußern - doch das ist nicht der Fall.
Diesen Punkt griff Joe Weisenthal von Bloomberg in seinem Artikel „Vielleicht ist ‚Entwertung‘ nicht die beste Bezeichnung dafür“ auf:
"Es ist nicht zutreffend, dass alle realen Vermögenswerte im Preis steigen. Beispielsweise entwickelt sich der Immobilienmarkt derzeit nicht besonders gut. [Immobilien] sind der ultimative ’harte’ Wert, und dennoch steigen die Preise in diesem Markt kaum. Nun könnte man argumentieren, dass Immobilien derzeit eine ungewöhnliche Situation darstellen, da die Hypothekenzinsen hoch sind und so weiter. Andererseits ist eine der Prämissen des Debasement-Trades, dass die Zinsen künstlich niedrig gehalten werden. Theoretisch sollte es also eine hohe Nachfrage nach Krediten auf diesem Niveau geben – tatsächlich ist das jedoch nicht in großem Umfang der Fall."
"In Bezug auf die Zinssätze wird die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe derzeit nahe ihrem niedrigsten Stand der vergangenen zwölf Monate gehandelt. Wer den Markt nicht aktiv verfolgt, könnte annehmen, Anleihen seien eine schlechte Investition und die Industrieländer verlören die Kontrolle über das lange Ende der Zinskurve. Die Daten zeigen jedoch ein anderes Bild: 2025 war ein ausgesprochen gutes Jahr für Staatsanleihen."
Die Realität ist, dass der jüngste Anstieg des Goldpreises im Wesentlichen spekulativ getrieben ist. Diese sogenannten „Mythen“ dienen häufig dazu, steigende Vermögenspreise zu rationalisieren und zu rechtfertigen - ein bekanntes Muster in Phasen überhöhter Marktdynamik, ganz gleich ob bei Gold, Aktien oder Kryptowährungen.
Was das für Investoren bedeutet
Zwar hat Gold in den vergangenen Jahren eine beachtliche Performance erzielt, doch war die Entwicklung auch immer wieder von langen Phasen schwacher Wertentwicklung geprägt. Gold verhält sich damit ähnlich wie Aktien, die zwischen Hausse- und Baissephasen wechseln. Wie bei jeder Anlage ist es daher entscheidend, die mit dem Engagement verbundenen Risiken angemessen zu steuern. Der aktuelle Aufwärtstrend dürfte sich nicht unbegrenzt fortsetzen - und angesichts der deutlichen technischen Übertreibungen spricht vieles dafür, dass eine Korrektur nur eine Frage der Zeit ist.

Daher empfehlen wir Ihnen als Goldinvestor, die gängigen „Goldmythen“ zu ignorieren und sich auf die Faktoren zu konzentrieren, die tatsächlich entscheidend sind:
-
Eine deutliche Erholung des US-Dollars. Gold wird in USD gehandelt - ein stärkerer Dollar verteuert das Edelmetall für Käufer außerhalb der USA und dämpft damit die Nachfrage. Dies steht im Widerspruch zu der Annahme, Gold könne eine Absicherung gegen Geldentwertung bieten.
-
Robustes Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten. Die US-Wirtschaft überrascht weiterhin positiv. Ein anhaltend solides Wachstum dürfte die Schuldenquote verringern und vermehrt ausländisches Kapital in auf USD lautende Vermögenswerte lenken.
-
Zunehmende Zinsdifferenzen. Sollten sich die Zinsunterschiede zugunsten des Dollars ausweiten, könnte dies eine Rückkehr in US-Vermögenswerte auslösen - ein Umfeld, das den Goldpreis belasten würde.
-
Ein anhaltender Rückgang der Inflation. Gold profitiert häufig von der Angst vor steigenden Preisen, auch wenn es keine perfekte Absicherung darstellt. Sinken jedoch Verbraucherpreise und Inflationserwartungen weiter, verliert Gold als Schutzanlage an Attraktivität. Disinflationäre Faktoren - etwa restriktivere Kreditbedingungen, fallende Rohstoffpreise oder eine globale Wachstumsabschwächung – könnten die in den Goldpreis eingepreisten Inflationsprämien weiter verringern.
-
Ein Rückgang der Anleiherenditen. Sinkende Renditen, insbesondere bei Realzinsen, können unter bestimmten Umständen den Goldpreis beeinträchtigen. Gold tendiert dazu, sich gut zu entwickeln, wenn Realrenditen negativ oder rückläufig sind. Fallen jedoch die Renditen aufgrund eines schwächeren Wachstums und einer Flucht in sichere Anlagen, profitieren häufig Staatsanleihen - nicht Gold. In solchen Phasen zeigen Treasuries oft die stärkere Performance, da sie als bevorzugte Anlage bei erhöhter Risikoaversion gelten.
-
Die Stimmung der Anleger. Die Marktpsychologie ist ein zentraler Treiber für den Goldpreis. Verändert sich die Stimmung infolge besserer Konjunkturdaten, nachlassender geopolitischer Spannungen oder einer breiten Aktienrallye, könnten Zuflüsse in Gold-ETFs und -Futures rasch abnehmen. Schon ein Stimmungsumschwung reicht oft aus, um den Trend zu brechen.
Gold ist nicht immun gegen Marktzyklen. Es bleibt ein volatiler Vermögenswert, dessen Preis von wechselnden Narrativen und Kapitalströmen geprägt wird. Wer heute in Gold investiert, sollte genau verstehen, welche Faktoren den Preis stützen - und welche ihn ins Wanken bringen könnten.
Behandeln Sie Gold als das, was es ist: eine Absicherung, nicht ein zentrales Wachstumsinvestment. Verwalten Sie Ihr Risiko entsprechend - und betrachten Sie die „Goldmythen“ als das, was sie letztlich sind: kurzlebig.

