Im Bestreben, seine Abhängigkeit von China zu verringern, plant Apple (NASDAQ:AAPL), vermehrt Produkte in Vietnam herzustellen und hat dafür laut Insidern mit seinen Zulieferern bereits erste Testläufe dort gestartet. Schon jetzt ist Vietnam die wichtigste Produktionsstätte des Tech-Giganten nach China und unter anderem verantwortlich für die Fertigung von iPads und AirPods. Die nämlich hatte Apple bereits aufgrund der Lieferkettenprobleme im Zuge des Corona-Lockdowns und aufgrund des unter Donald Trump entfachten Handelskriegs zwischen den USA und Peking dorthin verlagert. Nun sollen Apple Watches und MacBooks folgen. Der Prozess, die Produktion dieser aufwendigeren Produkte nach Vietnam zu verlegen, wird allerdings seine Zeit brauchen – zum einen wegen der weiterhin spürbaren Nachwirkungen der Pandemie und zum anderen, weil dies eine Umstrukturierung von Apples gesamtem Lieferketten-Netzwerk bedeutet, das derzeit noch in China zentriert ist. Außerdem dürften sich die Produktionskosten durch diese Veränderungen erhöhen.
Für den Konzern mit dem Apfellogo, der bisher in allen Produktionsbelangen von China abhängig war, ist diese Entscheidung ein ganz neuer Ansatz. Für Vietnam, das sich schon länger bemüht, seine Attraktivität im Bereich Technologieherstellung zu erhöhen, ist sie ein Gewinn. Auch viele andere große Techunternehmen, etwa Google (NASDAQ:GOOGL), Dell (NYSE:DELL) und Amazon (NASDAQ:AMZN), haben bereits Produktionsstätten in Vietnam aufgebaut, um sich mehr und mehr von China zu lösen. Ganz losgesagt hat sich der Technologiesektor jedoch nicht. Denn obgleich große Marken wie Apple und Samsung (F:SAMEq) sich für die Herstellung ihrer Produkte zunehmend anderen Ländern wie Vietnam oder auch Indien zuwenden, haben sie mit Luxshare, BYD (F:1211) oder Huaqin gleichzeitig mehr chinesische Zulieferer engagiert. So wurde China in seiner Rolle als wichtigster Produktionsstandort zwar nicht vollständig abgelöst, aber zumindest herausgefordert.
Für mehr aktuelle Inhalte, Analysen und Prognosen klicken Sie hier!