Am 13. März hatten wir die K+S (XETRA:SDFGN)-Aktie aus unserem „Geldanlage Premium Depot“ geschmissen, weil K+S damals Zahlen veröffentlicht hatte, die wenig berauschend ausfielen. Zudem war der Ausblick auf das laufende Jahr nur mäßig und die Dividende wurde massiv gekürzt. Mit dem Trade auf die K+S-Aktie konnten wir für unsere Leser Gewinne von 30% und 10% erzielen.
Geschäftsjahr 2013: Gewinne massiv eingebrochen
Mit 3,95 Mrd. Euro lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2013 auf dem Niveau des Vorjahres (3.935,3 Mio. Euro), das operative Ergebnis mit 656 Mio. Euro aber deutlich niedriger (-18%).
Grund dafür war insbesondere der Rückgang des Kalipreises, über den so oft berichtet wurde. Das Absatzvolumen blieb stabil (6,94 Mio. Tonnen), dennoch sank der Umsatz in diesem Bereich wegen der Preisentwicklung um 11 %. Der Absatz mit Auftausalz stieg dagegen sogar um 65% gegenüber 2012, was zu einem um 18% höheren Umsatz in diesem Segment führte.
Im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte verringerte sich das operative Ergebnis EBIT insbesondere wegen gesunkener Durchschnittserlöse für Kalidüngemittel um rund 28% auf 552,5 Mio. Euro. Das Ergebnis des Geschäftsbereichs Salz lag im Jahr 2013 mit 117,8 Mio. Euro rund 91% über dem Vorjahreswert.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 2,27 Euro nach 3,33 Euro im Vorjahreszeitraum (-32%).
Aktie war bei 23 Euro rund 10% zu teuer
Bei einer Aktienzahl von 191.400.000 Stück und einem damaligen Kurs von ca. 23 Euro errechnete sich eine Marktkapitalisierung von 4,4 Mrd. Euro. Bei einem Umsatz von 3,95 Mrd. Euro, der in 2014 laut K+S „moderat niedriger“ ausfallen wird, errechnete sich ein zu hohes KUV von 1,11. Damit war die Aktie aus unserer Sicht mindestens 10%, eher 15% zu hoch bewertet.
Schlimmer wurde es aber noch bei Betrachtung des EBIT. Dieses soll in 2014 „deutlich rückläufig“ sein, so die Angaben des Konzerns. Das Ergebnis je Aktie lag in 2013 bei 2,27 Euro. Daraus errechnet sich noch ein moderates KGV von weniger als 10. Doch da die Gewinne in 2014 deutlich sinken werden, erhöht sich das KGV entsprechend stark, womit die Aktie insgesamt nicht mehr günstig erscheint.
Entsprechend nahmen einige Anleger Abstand von der K+S-Aktie. Glücklicherweise waren wir sehr günstig eingestiegen und konnten im Vorfeld der Zahlen Teilgewinne von über 30%, so wie nach den Zahlen noch einen weiteren Gewinn von 10% erzielen.
Aktuelle Geschäftszahlen fallen erneut nicht berauschend aus
Nun hat der Konzern am 14. Mai seine Zahlen zum ersten Quartal 2014 veröffentlicht. Und diese fallen erneut nicht berauschend aus:
Der Umsatz der K+S Gruppe sank im ersten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 7% auf 1.189,0 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 219,6 Mio. Euro und lag damit 21% unter dem Wert des Vorjahres (Q1/13: 277,9 Mio. Euro).
Die Umsätze im schwächelnden Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte lagen knapp 19% unter dem Vorjahreswert, das Ergebnis ging in diesem Segment sogar um rund 36% zurück.
Der Geschäftsbereich Salz steigerte dagegen den Umsatz vor allem mengenbedingt um 4,3% und das Ergebnis um 21,9%.
Das bereinigte Konzernergebnis der K+S Gruppe nach Steuern betrug im Berichtszeitraum 141,5 Mio. Euro (Q1/13: 190,2 Mio.). Dies entspricht einem Rückgang um knapp 26%. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte im gleichen Zeitraum 0,74 Euro nach 0,99 Euro im Vorjahreszeitraum (-25,6%).
Positive Entwicklungen
Allerdings zeigte der Markt für kaliumhaltige Produkte in den vergangenen Monaten deutliche Stabilisierungstendenzen. Die internationalen Preise für Kaliumchlorid zogen sogar wieder leicht an.
K+S strebt mit seinem Programm „Fit für die Zukunft“ an, bis 2016 Kosten in einer Größenordnung von insgesamt 500 Mio. Euro gegenüber der früheren Planung für diesen Zeitraum einzusparen. Im Jahr 2014 soll eine Kostenreduktion von gut 150 Mio. Euro erzielt werden.
Im ersten Quartal 2014 investierte die K+S Gruppe 164,6 Mio. Euro und damit etwa 50 % mehr als im Vorjahresquartal (Q1/13: 110,8 Mio. Euro). Der Großteil der Investitionen erfolgte im Geschäftsbereich Kali- und Magnesium-produkte.
Ausblick 2014 unverändert
Dennoch soll der Umsatz der K+S Gruppe im Geschäftsjahr 2014 weiterhin moderat unter dem Wert des Vorjahres (2013: 3,95 Mrd. Euro) liegen. Das operative Ergebnis (EBIT) der K+S Gruppe soll aufgrund des Umsatzrückgangs im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte deutlich unter dem Vorjahr liegen (2013: 655,9 Mio. Euro). Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern dürfte der Entwicklung des operativen Ergebnisses folgen und somit ebenso deutlich niedriger ausfallen als im Vorjahr (2013: 434,8 Mio. Euro).
Angenommener Gewinnrückgang um nur 10%
Offen lässt der Geschäftsbericht leider die Frage, was „deutlich“ in diesem Zusammenhang bedeutet. Ginge man von einem Gewinnrückgang um 10% aus, also einem Konzernergebnis von ca. 390 Mio. Euro, dann würde sich bei 191,4 Mio. Aktien ein Ergebnis pro Aktie (EPS) von 2 Euro errechnen. Bezogen auf den aktuellen Kurs von rund 26 Euro bedeutet dies ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13, was bei rückläufigen Gewinnen noch gerade so zu vertreten sein könnte. Kurspotential ist dabei aber schon keines mehr vorhanden.
Angenommener Gewinnrückgang um 20%
Nicht viel verändert sich, wenn man die Gewinnentwicklung kritischer sieht und von einem 20%igen Gewinnrückgang ausgeht. Dieser wäre angesichts der oben genannten Zahlen immer noch ambitioniert kalkuliert. In diesem Falle lägen der Gewinn nach Steuern bei 347 Mio. Euro, das EPS bei 1,81 und das KGV bei 14,4.
Begrenztes Kurspotential bei einem Kursrisiko von 25%
Fakt ist, dass diese KGV (13 bzw. 14,4) bei rückläufigen Gewinnen aus unserer Sicht das höchste der Gefühle sind. Das Kurspotential ist daher auf absehbare Zeit begrenzt.
Gemessen am Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), welches bei einem erwarteten Jahresumsatz 2014 von 3,95 Mrd. Euro und einer aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 5 Mrd. Euro bei 1,26 liegt, könnte die Aktie sogar um 25% fallen um wieder als fair zu gelten. Denn bei rückläufigen Gewinnen und gleichzeitig auch sinkenden Umsätzen gilt ein KUV von maximal 1 als fair.
Demnach bestehen bei der Aktie ein Kursrisiko von 25% und damit die Gefahr eines Kursrutsches auf knapp unter 20 Euro. Insbesondere dann, wenn sich die Nachrichten zum Kali-Markt wieder verschlechtern. Eine einzelne Nachricht könnte dann bereits ausreichen, um die zarte Kurserholung, welche die Aktie derzeit durchlebt, wieder sehr schnell zunichte zu machen. Wir raten daher von einem Kauf ab.
Über K+S
K+S ist nach eigenen Angaben ein internationales Rohstoffunternehmen mit mehr als 14.000 Mitarbeitern. Die hergestellten Produkte kommen in der Agrarwirtschaft, Ernährung und Straßensicherheit weltweit zum Einsatz. Die Nachfrage wird aus Produktionsstätten in Europa, Nord- und Südamerika sowie einem weltweiten Vertriebsnetz bedient. K+S ist der größte Salzproduzent der Welt und ein internationaler Kalianbieter.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Sven Weisenhaus