Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Sarah Friar, CFO von OpenAI, sprach auf einer Technologiekonferenz des Wall Street Journal über das enorme Potenzial der Künstlichen Intelligenz. Trotz ihres grundsätzlich optimistischen Tons machte sie deutlich, dass OpenAI weiterhin auf Kapitalzuflüsse angewiesen ist – und berührte damit den zentralen Punkt der künftigen Entwicklung der Branche.
Ihr Zitat, das wir mit Genehmigung von Bloomberg wiedergeben, geht über klassische Finanzierungsquellen hinaus. Friar sprach dabei auch die mögliche Rolle der US-Regierung an, die OpenAI durch Kreditgarantien oder ähnliche Instrumente unterstützen könnte – ein Hinweis auf den wachsenden Kapitalbedarf des Unternehmens.
Neben bestehenden Vereinbarungen mit führenden Chipherstellern prüft der Entwickler von ChatGPT derzeit eine breite Palette möglicher Finanzierungsinstrumente, um den Ausbau seiner Infrastruktur zu sichern. Friar erklärte, OpenAI sei auf der Suche nach einem Netzwerk aus Banken und Private-Equity-Investoren, das die ehrgeizigen Pläne des Unternehmens mitträgt. Zudem deutete sie an, dass die US-Regierung eine Rolle dabei spielen könnte, „die Garantie zu unterstützen, die die Finanzierung überhaupt ermöglicht“, ohne jedoch zu erläutern, wie eine solche staatliche Rückendeckung konkret aussehen könnte. Bloomberg (LINK)
Nach kritischen Reaktionen auf ihre Aussagen präzisierte Friar ihre Äußerungen später auf LinkedIn:
„Ich möchte meine Äußerungen von heute Vormittag präzisieren. OpenAI strebt keine staatliche Unterstützung für unsere Infrastrukturverpflichtungen an. Ich habe den Begriff ‚Unterstützung‘ verwendet – das hat zu Unklarheiten geführt. Mein Punkt war, dass die Stärke der USA im Technologiebereich sowohl vom privaten Sektor als auch von der Regierung getragen wird.“
Sowohl ihre ursprüngliche Aussage als auch die spätere Klarstellung verdeutlichen, dass OpenAI – trotz bereits umfangreicher Kapitalbeschaffungen – weiterhin erhebliche Mittel benötigt. Das Unternehmen sucht aktiv nach zusätzlichen Ressourcen, um seine führende Position im Bereich der Künstlichen Intelligenz langfristig zu sichern.
Die folgende Abbildung zeigt, wie OpenAI und andere Marktteilnehmer ihre Finanzierung strukturieren, um dem enormen Kapitalbedarf gerecht zu werden.
In jüngerer Zeit deuten – wie in diesem Kommentar näher erläutert – sowohl eine Anleiheemission von Meta (NASDAQ:META) im Umfang von 30 Mrd. USD als auch eine Transaktion von Google (NASDAQ:GOOGL) über 25 Mrd. USD darauf hin, dass die Erträge und Cashflows dieser Konzerne womöglich nicht mehr ausreichen, um ihre KI-Entwicklungskosten vollständig zu decken.

Die Notwendigkeit einer Standing Repo Facility ist ein Zeichen von Stress
Im September 2019 kam es zu einem plötzlichen Einfrieren der Liquiditätsmärkte: Großbanken verweigerten anderen Finanzinstituten selbst besicherte Übernachtkredite – und das, obwohl faktisch kein Ausfallrisiko bestand. Die Folge war ein sprunghafter Anstieg der kurzfristigen Renditen und das Eingreifen der US-Notenbank mit einer Reihe von Notfallmaßnahmen, darunter drei Zinssenkungen und eine quantitative Lockerung, um die Liquiditätslage zu stabilisieren.
Eine dieser Maßnahmen war die Einführung der Standing Repo Facility (SRF). Über dieses Instrument können berechtigte Finanzinstitute über Nacht Liquidität zu einem festen Zinssatz von der Fed aufnehmen, indem sie US-Staatsanleihen als Sicherheit hinterlegen. Der Zinssatz liegt oberhalb der gängigen Repo-Markt-Sätze und fungiert damit als Obergrenze für die Kosten kurzfristiger Geldmarktfinanzierungen.
In den vergangenen Wochen wurde die SRF wieder verstärkt genutzt – ein Hinweis darauf, dass Banken offenbar Schwierigkeiten hatten, sich über herkömmliche Tagesgeldquellen zu refinanzieren. Dies dürfte mit den angespannten Liquiditätsbedingungen zusammenhängen, auf die wir bereits zuvor hingewiesen haben. Unsere Analyse zeigt, dass das Programm während der Liquiditätskrise 2019 sowie zu Beginn der COVID-bedingten Marktspannungen besonders stark beansprucht wurde.
Aktuell liegt die Nutzung der Fazilität zwar deutlich unter den damaligen Werten, zeigt aber einen zunehmenden Trend. Die Standing Repo Facility soll dazu beitragen, eine Wiederholung der Liquiditätsengpässe von 2019 zu verhindern. Gleichwohl könnte die jüngere Aufmerksamkeit für das Programm bei Marktteilnehmern Bedenken auslösen – was paradoxerweise das Risiko neuer Liquiditätsspannungen erhöhen könnte.

Finanzierung des KI-Fortschritts
Wie bereits erwähnt, benötigt OpenAI erhebliche Investitionen – und steht damit keineswegs allein. In diesem Zusammenhang lohnt sich ein Blick auf die jüngsten Bond-Transaktionen, deren Preise in der vergangenen Woche bekannt gegeben wurden:
Meta (NASDAQ:META) begab am 30. Oktober 2025 eine Anleihe im Volumen von 30 Mrd. USD. Die Emission umfasste sechs Laufzeiten zwischen fünf und vierzig Jahren. Das Interesse der Investoren war enorm: Die Nachfrage belief sich auf rund 125 Mrd. USD – mehr als das Vierfache des angebotenen Volumens. Die Mittel sollen in den Ausbau der KI-Infrastruktur und den weiteren Ausbau der Rechenzentren fließen.
Auch Google (NASDAQ:GOOGL) platzierte am 3. November 2025 erfolgreich eine Anleihe im Umfang von insgesamt 25 Mrd. USD und 6,5 Mrd. EUR. Der USD-Anteil umfasste acht Tranchen mit Laufzeiten zwischen drei und fünfzig Jahren. Wie bereits bei Meta übertraf auch hier die Nachfrage die Erwartungen deutlich – Investoren zeichneten Aufträge im Volumen von rund 90 Mrd. USD. Die Erlöse sind für die Finanzierung der umfangreichen KI-bezogenen Infrastrukturinvestitionen vorgesehen.
Tweet des Tages: Die kumulierten Investitionen in den Bereich Künstliche Intelligenz beliefen sich in den vergangenen fünf Monaten auf nahezu 1 Billion USD.

