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Wussten Sie, dass es eine Form der technischen Analyse gibt, die strukturelle Parallelen zu Phänomenen wie Hurrikanen, lebenden Fossilien wie Nautilusmuscheln, Sonnenblumen, Musik oder sogar menschlichen Proportionen aufweist? All diese Beispiele - und viele weitere - folgen bestimmten Zahlenverhältnissen, die auf der bekannten Zahlenfolge 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89 … basieren.
Diese fortlaufende Zahlenreihe, aus der charakteristische Proportionen abgeleitet werden und die als Fibonacci-Reihe bekannt ist, findet auch in der Finanzwelt Anwendung - insbesondere als Instrument der technischen Analyse zur Steuerung und Bewertung von Wertpapieren.
Bevor nun der Eindruck entsteht, wir würden uns zur Prognose von Aktienkursen auf Biologie oder gar Mystik verlassen, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, was es mit diesen Zahlen tatsächlich auf sich hat - und warum sie an den Märkten eine Rolle spielen.
Fibonacci ist überall
Wie in der folgenden Abbildung zu sehen ist, entsteht eine nach außen wachsende Spirale - vergleichbar mit einer Nautilusmuschel -, wenn Viertelkreise eingezeichnet werden, die jeweils die gegenüberliegenden Ecken von Quadraten verbinden, deren Seitenlängen der Fibonacci-Reihe (1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21 usw.) folgen.
Das zugrunde liegende Prinzip ist einfach: Jede Zahl der Reihe ergibt sich aus der Summe der beiden vorhergehenden Zahlen. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Verhältnisse aufeinanderfolgender Fibonacci-Zahlen zunehmend einem festen Wert annähern - dem Goldenen Schnitt von 1,618, auch bekannt als der griechische Buchstabe Phi.
Teilt man hingegen die kleinere Zahl durch die größere, nähert sich das resultierende Verhältnis 0,618 an - ein Wert, der in der technischen Analyse eine zentrale Rolle spielt.

Im Folgenden einige weitere Beispiele aus Natur, Kunst und Musik, in denen sich Muster der Fibonacci-Reihe und des Goldenen Schnitts wiederfinden:
- Spiralgalaxien: Bei einigen Galaxien erstrecken sich die Spiralarme nach außen in Abständen, die der Fibonacci-Spirale ähneln.
- Sonnenblumen: Die Anordnung der Samenspiralen folgt häufig Fibonacci-Zahlen - etwa 34 Spiralen im Uhrzeigersinn und 55 gegen den Uhrzeigersinn, in manchen Fällen auch 55 und 89.
- Blumenkohlröschen: Die spiralförmigen Röschen treten oft in Gruppen von fünf, acht oder dreizehn auf und spiegeln damit das typische Fibonacci-Wachstum wider.
- Klaviertasten: Eine Oktave besteht aus insgesamt 13 Tasten - 8 weißen und 5 schwarzen, wobei letztere in Gruppen von 2 und 3 angeordnet sind.
- Mona Lisa: Laut Math Central weist das Gemälde zahlreiche goldene Rechtecke auf. Zeichnet man ein Rechteck um das Gesicht, zeigt sich ein goldenes Verhältnis. Teilt man dieses Rechteck auf Höhe der Augen, entsteht erneut ein goldenes Rechteck - das Verhältnis von Kopfhöhe zu Augenhöhe entspricht damit dem Goldenen Schnitt. Weitere solche Proportionen lassen sich vom Hals bis zu den Handspitzen nachvollziehen.



Es wird allgemein davon ausgegangen, dass die Fibonacci-Reihe und der Goldene Schnitt eine grundlegende Rolle bei der Struktur und den Denkprozessen des menschlichen Gehirns spielen.
Darauf verweist unter anderem Adrian Bejan, Professor an der Duke University, in einer Veröffentlichung im Magazin The Atlantic. Er beschreibt diesen Zusammenhang wie folgt:
„Dies ist die optimale Konfiguration für den Fluss von Bildern vom Auge zum Gehirn und zeigt sich häufig in von Menschen geschaffenen Formen, die den Eindruck erwecken, als seien sie nach dem Goldenen Schnitt entworfen worden.“
Marktpreise und Fibonacci-Reihen
Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt, Muster zu suchen, zu erkennen und darauf zu reagieren. Vor diesem Hintergrund ist es nur konsequent, dass wir - oft unbewusst - nach Strukturen wie der Fibonacci-Reihe und dem Goldenen Schnitt Ausschau halten.
Das erklärt, warum sich diese Proportionen in zahlreichen bekannten Kunstwerken, Musikstücken und Gedichten wiederfinden. Zugleich liefert es eine plausible Begründung dafür, weshalb Fibonacci-Muster auch in der technischen Analyse eine Rolle spielen: Sie helfen Markttechnikern dabei, Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sowie potenzielle Breakout-Zielmarken präziser zu identifizieren.
Retracements/Unterstützung
Fibonacci-Reihen, insbesondere der Goldene Schnitt, dienen technischen Analysten dazu, potenzielle Unterstützungs- und Widerstandsniveaus innerhalb eines klar definierten Kursbereichs zu identifizieren.
Der in der folgenden Grafik dargestellte Analysebereich beginnt beispielhaft an den Tiefstständen Anfang April 2025. Als obere Begrenzung werden die im Oktober und Dezember markierten Höchststände herangezogen. Sobald dieser Bereich festgelegt ist, wird die Fibonacci-Reihe angewendet, um daraus potenzielle Unterstützungsniveaus abzuleiten. Die nachstehenden Prozentwerte beziehen sich jeweils auf den Anteil dieses Bereichs, der als Fibonacci-Unterstützung fungieren kann.
- 78,6 %: Dies entspricht der Quadratwurzel des Goldenen Schnitts (61,8 %). Obwohl dieser Wert nicht direkt Teil der Fibonacci-Folge ist, findet er in der technischen Analyse häufig Anwendung.
- 61,8 %: Der klassische Goldene Schnitt, abgeleitet aus dem Verhältnis von 34 zu 55 (34/55).
- 50 %: Kein Fibonacci-Retracement im engeren Sinne, jedoch ein weit verbreitetes psychologisches Niveau, das häufig in Fibonacci-Analysen berücksichtigt wird.
- 38,2 %: Das Gegenstück zu 61,8 %, abgeleitet aus einem doppelten Schritt von 55 auf 21 (21/55).
- 23,6 %: Entsprechend ein dreifacher Schritt von 55 auf 13 (13/55).

Im oben dargestellten Beispiel sollte der S&P 500 (SPY) zunächst am Niveau von 640,34 Punkten Unterstützung finden - dem ersten relevanten Retracement-Level. Die nächste potenzielle Unterstützungszone liegt bei 609,99 Punkten und entspricht dem 61,8-%-Retracement, also der klassischen Goldenen Regel.
Die oben gezeigte Fibonacci-Grafik stammt aus dem Charting-Tool von SimpleVisor.
Fibonacci-Erweiterung/Gewinnziele
Die Fibonacci-Analyse lässt sich nicht nur zur Bestimmung von Unterstützungszonen einsetzen, sondern auch zur Identifikation potenzieller Widerstände, nachdem ein neues Hoch erreicht wurde. Eine wesentliche Einschränkung dieser Methode besteht allerdings darin, dass der Anwender im Vorfeld abschätzen muss, wo der Trend sein mögliches Ende findet. Entsprechend ist dieser Ansatz weniger verlässlich als die zuvor dargestellte Widerstandsanalyse.
Wie in der Abbildung zu erkennen ist, werden dieselben Fibonacci-Verhältnisse auf das untenstehende Diagramm angewendet. Grundlage bildet dabei der Aufwärtstrend, der sich vom jüngsten Hoch bis in den Bereich von 800 erstreckt.

Zusammenfassung
Anleger sollten sich niemals auf eine einzelne Form der technischen Analyse verlassen. Eine belastbare technische Einschätzung ergibt sich vielmehr aus der Kombination mehrerer Muster und Indikatoren. Zwar ist kein Signal in Stein gemeißelt, doch je mehr Analysen zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangen, desto höher sind in der Regel die Erfolgsaussichten.
Auch wenn Kritiker der Fibonacci-Analyse argumentieren, es handele sich lediglich um Mustererkennung, spricht ihre breite Anwendung an den Finanzmärkten für ihre anhaltende Relevanz. Fibonacci-Reihen verbinden mathematische Strukturen, psychologische Verhaltensmuster und wiederkehrende Marktrhythmen - und genau diese Kombination erklärt ihre dauerhafte Attraktivität für Marktteilnehmer.

