Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Unternehmen melden aktuell richtig starke Zahlen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Berichtssaison:
1. Starker Anstieg der Revisionen bei den Hyperscalern
Die größten Anpassungen in diesem Quartal kamen von Google und Meta, dicht gefolgt von Microsoft und Amazon. Entscheidend ist dabei: Wer seine Investitionen am stärksten ausweitet, hat auch die besten Chancen, mit den Ergebnissen positiv zu überraschen – was wiederum den Druck auf die Hyperscaler erhöht, weiter aggressiv zu investieren.
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Meta: Meta Platforms hob die Capex-Prognose für 2025 auf 64 bis 72 Mrd. USD an – ein Plus von rund 20 % gegenüber der vorherigen Spanne von 60 bis 65 Mrd. USD.
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Alphabet: Alphabet erhöhte die Capex-Prognose für 2025 auf 85 Mrd. USD. Das liegt etwa 40 % über der ursprünglichen Schätzung von 60 Mrd. USD. Google Cloud wuchs zudem um starke 32 % gegenüber dem Vorjahr bei einer Run-Rate von 54 Mrd. USD.
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Microsoft Azure: Azure legte um satte 39 % im Jahresvergleich zu und erreichte eine Run-Rate von 86 Mrd. USD. Microsoft betonte, dass es zwar mehr Kapazitäten bereitstellen konnte, die Lieferengpässe aber weiterhin ein Thema bleiben.
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Amazon (AWS): AWS hinkte hinterher – das Wachstum lag bei 17 % mit einer Run-Rate von 123 Mrd. USD und damit deutlich unter dem Tempo der Konkurrenz.

2. Netzwerk-Aktien stachen hervor
Hersteller von Netzwerktechnologien wie Arista Networks, Astera Labs und Credo überzeugten mit starken Ergebnissen.
Im Vorfeld war die Skepsis groß – viele hatten die Erwartungen eher niedrig angesetzt. Der zentrale Punkt, den Anleger dabei übersehen haben: Nvidia baut sein Netzwerkgeschäft zwar aggressiv aus, aber die Größe des Marktes wächst noch schneller.
Es geht dabei nicht nur um Chancen beim „Scale-up“, sondern auch beim „Scale-out“ – ein Bereich, der für Nvidia bislang keine Priorität hat.
Wir haben unsere Engagements in diesem Segment gerade während des Marktrückgangs ausgebaut, weil wir hier ein attraktives Risiko-Rendite-Profil sehen.
3. Physische Rechenzentren treiben die nächste Wachstumsphase
Betrachtet man das Gesamtbild, kamen die stärksten Aufwärtskorrekturen in diesem Quartal von Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vor allem von jenen, die direkt am Bau physischer Rechenzentren beteiligt sind.
Ein Beispiel ist GE Vernova, ein Anbieter von Gasturbinen. Dort stiegen die Power-Aufträge im 2. Quartal organisch um 44 % gegenüber dem Vorjahr, bei einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,49.
Die Sorgen um mögliche Zölle in der ersten Jahreshälfte eröffneten zudem attraktive Einstiegsgelegenheiten bei Aktien von Energieausrüstern und -erzeugern, die besonders vom Trend zum Re-Shoring profitieren.

4. Software – das neue Schlachtfeld
Künstliche Intelligenz wirbelt viele Software-Geschäftsmodelle durcheinander und stellt für zahlreiche Unternehmen eine zusätzliche Risikokomponente dar. Während Softwarefirmen (SaaS) in der Vergangenheit oft im Paket gehandelt wurden, schafft KI nun eine neue Ebene der Unsicherheit.
Unternehmen, die den Sprung von Einzellösungen hin zu Plattformen geschafft haben – etwa Palantir und Cloudflare – liefern weiterhin solide Ergebnisse. Solche Plattformen sind für Firmen unverzichtbar, um KI-Anwendungen zu nutzen und aufzubauen.
Anders sieht es bei Unternehmen wie Datadog, Confluent, Gitlab (GTLB) und Salesforce aus: Sie konnten ihre KI-Produkte bislang nicht in dem Tempo skalieren, das der Markt erwartet hatte.
Angesichts der steigenden Risiken haben wir viele dieser Positionen reduziert oder ganz verkauft. Entscheidend wird nun sein, wie sich die einzelnen Player aufstellen, um im neuen KI-Zeitalter zu den Gewinnern – oder zu den Verlierern – zu gehören.

5. Industrielle Nachfrage könnte 2026 überraschen
Während die Rechenzentrums-Infrastruktur derzeit boomt, bleibt die allgemeine industrielle Nachfrage verhalten.
Endmärkte wie die Automobilbranche, der Wohnungsbau und sogar die Automatisierungstechnik haben zuletzt einen Abschwung erlebt – eine Entwicklung, die im historischen Vergleich ungewöhnlich ist. Früher galt die Faustregel, dass „frühe Zyklussektoren“ wie Autos und Wohnbau die Erholung anführten. Mit Renditen von über 4 % für 10-jährige Anleihen war das jedoch schwer umzusetzen.
Unternehmen wie ON Semiconductor, Power Integrations und Coherent lieferten schwächere Zahlen und verwiesen jeweils auf die geringere industrielle Nachfrage – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Mit Blick auf 2026 könnte sich das Bild jedoch drehen: Niedrigere Zinsen und mehrere große Re-Shoring-Projekte könnten die Nachfrage wieder ankurbeln. Dieses Segment hat daher das Potenzial, positiv zu überraschen – und bleibt für uns im Fokus.

