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Wie jedes Jahr um diese Zeit aktualisieren wir unsere Periodische Tabelle der Rohstoffrenditen, um die Entwicklung der Rohstoffe im ersten Halbjahr abzubilden. Ich gebe zu, ich bin vielleicht etwas voreingenommen – aber es gibt nur wenige Tools, die einen so klaren und interaktiven Überblick über die Rohstoffmärkte bieten wie unseres.
Im ersten Halbjahr lagen die Edelmetalle klar vorn. Die nachstehende Grafik zeigt es deutlich: Gold, Silber, Platin und Palladium haben die übrigen Rohstoffgruppen – von Industriemetallen über Energie bis hin zu Agrarrohstoffen – regelrecht hinter sich gelassen.

Platin legte im ersten Halbjahr fast 50 % zu, gefolgt von Gold mit +26 %, Silber mit +25 % und Palladium mit +21 %. Auch Kupfer konnte eine starke Entwicklung verzeichnen, unterstützt durch die wachsende industrielle Nachfrage und verschiedene geopolitische Faktoren, die den Markt zusätzlich befeuerten.
Platin ist bisher der Top-Performer des Jahres
Nach Jahren der Seitwärtsbewegung hat Platin nun einen Ausbruch hingelegt. Der Preis stieg von knapp über 900 USD pro Unze im Januar auf rund 1.360 USD Ende Juni – ein Plus von 49,8 %. Allein im 2. Quartal legte das Super-Edelmetall um 35,8 % zu und erreichte damit ein Kursniveau, das zuletzt 2014 gesehen wurde.
Ein Schlüsselfaktor für diesen Anstieg war das knappe Angebot. Laut dem World Platinum Investment Council (WPIC) reagiert das Platinangebot kurzfristig kaum auf Preissteigerungen. Selbst als die Preise stark anzogen, blieb die Produktion hinterher, was zu einem anhaltenden Ungleichgewicht am Markt führte. Gleichzeitig blieb die Nachfrage in den Bereichen Industrie, Schmuck und vor allem für die aufstrebende grüne Wasserstofftechnologie robust.
Im Gegensatz zu Palladium, das stark von der Produktion von Benzinfahrzeugen abhängt, profitiert Platin von einem breiteren Nachfragespektrum. Es wird nicht nur in Dieselkatalysatoren und Brennstoffzellen eingesetzt, sondern gewinnt mit dem weltweiten Fokus auf Dekarbonisierung auch strategische Bedeutung als Schlüsselmetall in Wasserstoff-Energiesystemen.
Gold: Immer noch der ultimative sichere Hafen
Gold bleibt das klassische Barometer für Unsicherheit – und im Jahr 2025 hatten Anleger mehr als genug Gründe, vorsichtig zu sein.
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten eskalierten erneut, insbesondere der sich zuspitzende Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Allein im April erreichte der Goldpreis fünf neue Rekordhochs. Bis Ende Juni hatte er um 25,9 % zugelegt und die Marke von 3.300 USD pro Unze überschritten. Mit Blick auf die weiterhin starken Goldkäufe der Zentralbanken – vor allem in Schwellenländern – bleibt das Metall für mich ein klarer Profiteur der aktuellen makroökonomischen Unsicherheiten.
Physisch besicherte börsengehandelte Goldfonds verzeichneten in der ersten Jahreshälfte beeindruckende Zuflüsse von insgesamt 38 Mrd. USD – die stärkste Entwicklung seit der pandemiegetriebenen Rallye im ersten Halbjahr 2020. Nordamerikanische Anleger führten dabei mit 21 Mrd. USD die Liste der größten Käufer an. Auch die Handelsvolumina zogen kräftig an: Laut dem World Gold Council (WGC) erreichten sie durchschnittlich 329 Mrd. USD pro Tag – ein neuer Rekord.

Ein weiterer wichtiger Trend ist die Entdollarisierung. Seit die USA und ihre Verbündeten im Jahr 2022 die Guthaben der russischen Zentralbank eingefroren haben, sind viele Länder deutlich vorsichtiger geworden, wenn es um das Halten von Dollarreserven geht.
Gold hingegen gilt als politisch neutral. Zentralbanken weltweit haben darauf reagiert und ihre Bestände in einem Tempo aufgestockt, das beispiellos ist. In den vergangenen vier Jahren haben institutionelle Anleger mehr Gold gekauft als in den beiden Jahrzehnten davor zusammen.
Die Doppelrolle von Silber als Edel- und Industriemetall
Die Geschichte von Silber verläuft zwar etwas anders als die von Gold, ist aber nicht weniger spannend.
Oft folgt Silber dem Gold auf dem Fuß – und im Jahr 2025 hat es mit dem gelben Metall Schritt gehalten. Bis Juni legte Silber um fast 25 % zu. Mitte Juni stieg der Preis kurzzeitig über die Marke von 37 USD – ein Niveau, das zuletzt 2011 erreicht wurde –, bevor er sich bei 36 USD einpendelte.
Das wiedererstarkte Interesse an Silber hängt eng mit seiner Doppelrolle zusammen: als Edelmetall und als wichtiger Rohstoff für die Industrie. Besonders die Nachfrage aus dem Bereich der grünen Energien – etwa für Solarzellen und Batteriespeicher – treibt die Entwicklung. Da die Zentralbanken weiterhin deutlich mehr Gold als Silber kaufen, erscheint Silber aus meiner Sicht auf relativer Basis unterbewertet. Eine Rückkehr zum historischen Gold-Silber-Verhältnis (rund 80) könnte den Preis wieder näher an die Allzeithochs von 50 USD je Unze heranführen.
Kupfer: Das Metall der Zukunft
Auch Kupfer verdient eine besondere Erwähnung – obwohl es kein klassisches Edelmetall ist. Das Metall beendete die erste Jahreshälfte mit einem Plus von 16,2 % und war damit das Basismetall mit der besten Wertentwicklung.
Was treibt den Kupferpreis an? Ein perfekter Sturm: Angebotsengpässe, eine stark wachsende Nachfrage aus Bereichen wie künstliche Intelligenz (KI) und Rechenzentren sowie politische Turbulenzen in den USA.
Für zusätzliche Spannung sorgte die überraschende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, einen Zoll von 50 % auf Kupferimporte zu erheben. Das trieb die US-Kupferfutures in diesem Monat auf ein Rekordhoch und verschärfte die Volatilität an einem ohnehin schon angespannten Markt.
Die langfristigen Aussichten für Kupfer sehen damit aktuell sehr robust aus. Allein für Rechenzentren wird bis 2029 ein Energiebedarf von 127.000 Megawatt (MW) prognostiziert (verglichen mit 82.000 MW im laufenden Jahr). Für jedes Megawatt Leistung werden im Schnitt etwa 27 Tonnen Kupfer benötigt. Und dabei ist der zusätzliche Bedarf für Elektrofahrzeuge, die Modernisierung der Stromnetze und die Halbleiterindustrie (ETR:SEC0) noch gar nicht eingerechnet.
Energie und Landwirtschaft - die Nachzügler
Nicht alle Rohstoffe konnten von der Rallye profitieren. Mehrere Energie- und Agrarrohstoffe beendeten das erste Halbjahr mit negativen Vorzeichen.
Sogar Lithium, einst der große Gewinner des Elektroautobooms, verlor fast 19 %. Dahinter steckt eine Kombination aus nachlassender Nachfrage nach Batterien und einem Überangebot der wichtigsten Produzenten in China und Südamerika.
Für Contrarian-Anleger könnte sich hier ein interessantes Feld auftun – möglicherweise entstehen im zweiten Halbjahr genau in diesen Segmenten neue Chancen.
Periodensystem der Rohstoffrenditen
Edelmetalle haben sich erneut als verlässliche Absicherung gegen Inflation und geopolitische Risiken bewährt. Die anhaltenden Käufe der Zentralbanken und finanzpolitische Ungleichgewichte stützen die langfristige Nachfrage, insbesondere nach Gold und Platin.
Industriemetalle wie Kupfer profitieren dagegen von den strukturellen Veränderungen im Technologiesektor und dem globalen Trend zur Elektrifizierung.
Die Bereiche Energie und Landwirtschaft hatten im ersten Halbjahr zu kämpfen – doch für Anleger mit einem längeren Zeithorizont könnten sich hier durchaus attraktive Einstiegsmöglichkeiten ergeben.
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Der Bloomberg Commodity Index (BCOM) ist eine stark verfolgte Benchmark für Rohstoffinvestitionen, die ein breit gefächertes und diversifiziertes Engagement in den Rohstoffmärkten abbilden soll.
