Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Eine weitere Runde von Quartalsberichten ist abgeschlossen – und erneut haben viele Unternehmen die Erwartungen übertroffen. Ein Blick auf die folgende Grafik des Wall Street Journal, die zeigt, dass die Einzelhandelsumsätze ohne Berücksichtigung der Inflation unverändert geblieben sind, macht jedoch deutlich: Die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Gewinne steigern, muss sich ändern.
Das Wall Street Journal beschreibt in seinem Artikel „Rekordergebnisse dieser Saison – hinter den Kulissen“ eine „Transformation“ der Ertragsquellen. Die Kernaussage: Um ihre Gewinne zu erhöhen, mussten Unternehmen ihre Produktivität steigern – auf Umsatzwachstum konnten sie sich nicht verlassen. Wörtlich heißt es dort:
"Das Ergebnis dieser Umstrukturierungen bedeutet weniger Personal und mehr Produktivität." – Damon Lee, CFO C.H. Robinson Worldwide
Zu diesen „Transformationen“ zählen neue Technologien und Kostensenkungen, darunter auch Stellenabbau. Zwar hat diese Entwicklung das Gewinnwachstum gestützt, doch die Kehrseite ist eine wachsende Unsicherheit unter den Beschäftigten. Das schlägt sich bereits in schwächerem Konsum und rückläufigen Ausgaben nieder. Allerdings waren die Kürzungen bislang nicht gravierend genug, um eine Rezession auszulösen. Gregory Daco, Chefökonom bei EY-Parthenon, warnt jedoch:
"Meine Befürchtung ist, je länger dieser Trend anhält, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir in eine Art Abschwung geraten."
Da Unternehmen immer weniger Möglichkeiten haben, durch Kostensenkungen oder Technologiegewinne ihre Margen zu sichern, könnten sie zunehmend gezwungen sein, auf Entlassungen zurückzugreifen. Ein Anstieg der Arbeitslosenquote würde diesen Trend bestätigen.
Der Artikel verweist außerdem auf ein weiteres Mittel zur Gewinnsteigerung: Financial Engineering. Laut Wall Street Journal haben Aktienrückkäufe bei jedem sechsten S&P-500-Unternehmen mindestens 4 % zum Gewinnwachstum (EPS) beigetragen.

Die Beschäftigung
Der BLS-Beschäftigungsbericht zeigt erneut ein sehr schwaches Wachstum der Beschäftigtenzahlen. Im vergangenen Monat entstanden lediglich 22.000 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 % auf 4,3 %. Besonders bedenklich: Die Zahl der Vollzeitstellen sank um 357.000, während die Zahl der Teilzeitjobs um fast 600.000 zunahm. Wie das erste Schaubild unten zeigt, gingen in 11 der 16 Beschäftigungssektoren Arbeitsplätze verloren.
Nach Veröffentlichung der Daten preiste der Fed-Funds-Futures-Markt eine Wahrscheinlichkeit von 12 % für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte bei der kommenden Sitzung ein. Sollten der Erzeugerpreisindex und der Verbraucherpreisindex in dieser Woche schwächer ausfallen als erwartet, könnte diese Wahrscheinlichkeit weiter steigen.
Mit der FOMC-Sitzung am kommenden Mittwoch sind die Inflationsdaten dieser Woche die letzten, die noch in die Entscheidung einfließen. Nach dem kräftigen Anstieg des Erzeugerpreisindex im Vormonat rechnet die Wall Street nun mit einem Plus von 0,6 %. Das wäre zwar weniger als die +0,9 % zuvor, doch falls die Prognose zutrifft, dürfte es Fed-Chef Powell schwerfallen, eine Zinssenkung zu rechtfertigen. Selbst wenn die Fed trotz eines zweiten hohen EPI-Werts einen Schritt nach unten wagt, dürfte die Diskussion über weitere Zinssenkungen eher gedämpft bleiben.
Die Erwartungen für den Verbraucherpreisindex liegen bei +0,3 %. Sollte der Erzeugerpreisindex hoch bleiben, während der Verbraucherpreisindex auf diesem Niveau verharrt, geraten die Gewinnspannen der Unternehmen unter Druck. Angesichts der schwachen Verbraucherstimmung und der zuletzt rückläufigen Ausgaben überrascht es nicht, dass viele Firmen einen Teil der Zölle selbst auffangen müssen.
Zu beachten ist außerdem: Für die Mitglieder der US-Notenbank gilt in der Woche vor der FOMC-Sitzung am 17. September eine Mediensperre.


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