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Rückzug aus dem Deutschen Aktienindex – Delisting Linde

Veröffentlicht am 27.01.2023, 13:49
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Jetzt ist es offiziell. Am vergangenen Mittwoch fand die Hauptversammlung des deutsch-amerikanischen Industriegasherstellers statt. Das Ergebnis: Linde (ETR:LINI) (ETR:LING) verlässt den Club der größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes. 93% der abgegebenen Stimmen, was 78% der ausstehenden Aktien entspricht, stimmten für einen Rücktritt aus dem DAX. Was die Marktkapitalisierung anbelangt, ist Linde das wertvollste Unternehmen im Index. Geplant ist das Delisting am 1. März dieses Jahres. Der Hauptsitz von Linde wurde schon vor einiger Zeit nach Irland verlegt. Ein herber Rückschlag für das deutsche Finanzparkett.

Über die Linde plc

Das multinationale Unternehmen hat sich auf die Produktion und den Vertrieb von industriellen Gasen spezialisiert. Nach zahlreichen Akquisitionen und Fusionen gehört es zu den weltweit führenden Akteuren in der Branche. Im Jahre 2021 konnte ein Umsatz von rund 27 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden. In Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit hat Linde eine Reihe von Initiativen und Zielen eingeführt, um seinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren und seine Umweltauswirkungen zu minimieren. Dazu gehört unter anderem die Verwendung von erneuerbaren Energien in den Produktionsstätten und die Entwicklung von Technologien zur Verringerung der Emissionen. Linde ist außerdem bekannt dafür, die Herstellung, Speicherung und Produktion von Wasserstoff massiv voranzutreiben.
Linde zieht sich aus dem DAX40 zurück.

Gründe für den Rückzug

Der Industriegashersteller, welcher seine Wurzeln in Wiesbaden hat, fusionierte im Jahre 2018 mit dem US-Konkurrenten Praxair zur Linde plc. Der Konzern ist seither in zwei national relevanten Aktienindizes unterschiedlicher Märkte aufgeführt, nämlich im deutschen DAX und im nordamerikanischen S&P 500. Am Ende des Tages muss dabei genau abwägt werden, wo der hauptsächliche Handel der Aktien vonstattengeht. Der Finanzplatz der Vereinigten Staaten ist größte der Welt. Obendrein kommen viele Anteilseigner des Unternehmens aus Nordamerika. Nicht verwunderlich also, dass die Wahl nicht auf Deutschland gefallen ist. Neben einem hohen bürokratischen Aufwand und hohen Kosten für das doppelte Listing gibt es noch weitere Gründe für den Ausstieg. Der Aktienkurs von Linde entwickelte sich über die letzten Jahre so gut, dass Fonds, welche den Dax replizieren, immer wieder Aktien abstoßen mussten. Im deutschen Leitindex gibt es eine sogenannte Kappungsgrenze. Jene begrenzt das Gewicht eines einzelnen Wertes auf zehn Prozent. Anders formuliert, war das Unternehmen schier zu gut für den Dax. Der Industriegaskonzern wird nach dem Börsenrückzug künftig nur noch an der Wall Street notiert sein. Auch die SAP (ETR:SAPG), deutscher Softwarekonzern, ist sowohl in Deutschland als auch in den USA gelistet. Pläne für einen Rückzug sind hier jedoch nicht bekannt. Dennoch wird ein Blick über den großen Teich für viele Unternehmen immer lohnender.

Bessere Bedingungen

Neben den bereits aufgeführten Gründen muss klar hervorgehoben werden, dass in den Vereinigten Staaten für Unternehmen ganz andere Bedingungen gelten. Deutschland ist bekannt für sein Regulierungs- und Bürokratie-System. Außerdem sind die Energiekosten hierzulande bedeutend teurer. Was noch hinzukommt, ist die fehlende Risikobereitschaft deutscher Anleger. Linde hat große Pläne für die Zukunft. Pläne, welche in den USA deutlich einfacher umzusetzen sind wie in Europa respektive in Deutschland.

Potenzielle Nachfolger

Aktuell ist die Auswahl eines Nachfolgers noch nicht in trockenen Tüchern. Es stehen direkt mehrere Kandidaten zur Auswahl. So beispielsweise Rheinmetall (ETR:RHMG) und die Commerzbank (ETR:CBKG). Aufgrund der Aufnahmekriterien und des höheren Börsenwertes würde die Commerzbank aktuell an den Platz von Linde treten. Entscheidend dafür ist jedoch die Jahresbilanz, welche am 16. Februar vorgelegt werden soll. Nach dem jetzigen Stand wiederum wäre Rheinmetall als Nächstes für einen Aufstieg vorn. Ein weiterer Aufstiegskandidat wäre noch K+S (ETR:SDFGn). Nach Marktkapitalisierung wäre jedoch keines der Unternehmen nur ansatzweise imstande, die Lücke von Linde zu füllen. Der Konzern war mit einer Marktkapitalisierung von 145 Milliarden DAS Schwergewicht des deutschen Aktienindex.

Fazit

Die Beteiligten müssen jetzt alles daransetzen, weitere Lösungen zusammenzutragen, um einen weiteren Fall wie den von Linde zu verhindern. Sämtliche Fonds, welche den DAX eins zu eins nachbilden, müssen jetzt Abschied von der Aktie nehmen. Industriegas bleibt weiterhin ein absolutes Basisinvestment. Entsprechend sollte sich an den positiven Aussichten für den Konzern nichts ändern. Die Aktie von Linde bleibt demnach ein reizvolles Investment. Beim Dax wird nach dem Austritt die Marktkapitalisierung deutlich schrumpfen. Auch verliert der deutsche Leitindex einen Big Player mit Blick auf den Bereich Wasserstoff. Ohne Zweifel also ein schmerzhafter Abgang.

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