Seltene Erden im Fokus – droht eine neue Superhausse durch China?

Veröffentlicht am 16.10.2025, 06:56

Die Geopolitik war in diesem Jahr ein entscheidender Risikofaktor für wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen – insbesondere für Unternehmen, die im Abbau und in der Verarbeitung Seltener Erden tätig sind. Mit den zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China hinsichtlich der Versorgung mit diesen strategisch wichtigen Rohstoffen wächst die Sorge vor möglichen Störungen globaler Lieferketten. Gleichzeitig verzeichnet die Branche deutliche Kursgewinne, wie eine Reihe repräsentativer ETFs zum Börsenschluss am Montag (13. Oktober) zeigt.

Der VanEck Rare Earth and Strategic Metals ETF (NYSE:REMX) hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt – ein Anstieg von nahezu 104 %. Auch der Sprott Critical Materials ETF (NASDAQ:SETM) legte im bisherigen Jahresverlauf um über 94 % zu. Zum Vergleich: Der Invesco DB Base Metals Fund (NYSE:DBB), der auf Kupfer, Aluminium und Zink fokussiert ist, verzeichnete im selben Zeitraum lediglich ein Plus von 12,1 %.

REMX ETF- Tageschart

Nahezu alle Kursgewinne der Unternehmen im Bereich Seltener Erden wurden seit Juli verzeichnet. Die Rallye beschleunigte sich, nachdem Präsident Trump in der vergangenen Woche mit neuen Zöllen von bis zu 100 % auf chinesische Importe drohte – eine Reaktion auf Pekings Ankündigung strenger Exportkontrollen für kritische Mineralien.

China ist nach wie vor die dominierende Kraft auf dem Markt für Seltene Erden und übt damit erheblichen Einfluss auf die globale Versorgung aus. Nach Angaben von USGS.gov entfallen fast 70 % der weltweiten Förderung dieser Rohstoffe auf China, während das Land rund 90 % der weltweiten Verarbeitung übernimmt.

Vorkommen Seltener Erden

Trotz ihres Namens sind diese Rohstoffe keineswegs besonders selten. Ihre Erkundung und Förderung ist jedoch aufwendig und kostenintensiv. Der entscheidende Punkt: Die Lieferungen sind für zahlreiche Schlüsselindustrien – darunter Technologie, Automobil und Verteidigung – unverzichtbar. Zwar verfügen die USA und andere Länder über eigene Vorkommen und Reserven, diese reichen jedoch bei weitem nicht an Chinas Kapazitäten heran.

Die positive Stimmung rund um Unternehmen aus dem Bereich Seltener Erden erhält zusätzlichen Auftrieb: JPMorgan kündigte am Montag eine Investitionsoffensive im Umfang von 1,5 Billionen Dollar an, mit der die Bank zentrale Sektoren der US-Wirtschaft stärken will.

„Es ist auf schmerzliche Weise deutlich geworden, dass die Vereinigten Staaten sich zu sehr auf unzuverlässige Quellen für wichtige Mineralien, Produkte und Fertigungsprozesse verlassen haben – Bereiche, die für unsere nationale Sicherheit von entscheidender Bedeutung sind“, erklärte Jamie Dimon, Chairman und CEO von JPM, in einer Pressemitteilung.

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