S&P 500: Zweig Breadth Thrust signalisiert neue Stärke im Gesamtmarkt

Veröffentlicht am 05.05.2025, 18:28

Wir haben heute unsere subjektive Rezessionswahrscheinlichkeit von 45 % auf 35 % gesenkt. Hintergrund ist die Meldung aus der vergangenen Woche, dass China und die USA möglicherweise wieder Handelsgespräche aufnehmen. Auch der am Freitag veröffentlichte Beschäftigungsbericht bestätigt unseren Eindruck: Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust. Trotzdem belassen wir unser Jahresendziel für den S&P 500 bei 6000 Punkten – wir sehen aktuell keinen Anlass, es anzuheben.

Unser QuickTakes-Beitrag vom 24. April trug den Titel „Stärkstes Kaufsignal aller Zeiten?“ Darin haben wir noch einmal betont, dass wir weiterhin davon ausgehen, dass die jüngste Korrektur des S&P 500 am 8. April ihren Tiefpunkt erreicht hat – einen Tag, bevor Trump praktisch den „Tag der Befreiung“ verschoben hat. Bereits vor einer Woche haben wir im MARKET CALL kurz erwähnt, dass ein breiter bullischer Impuls – wie ihn der Breadth Thrust misst – durchaus eine Rolle gespielt haben könnte.

Am Freitag gab es dann ein kleines Ausrufezeichen: Der S&P 500 verzeichnete seine erste neuntägige Gewinnserie seit November 2004 (siehe Abbildung). Sieben- oder achttägige Gewinnreihen waren in den letzten Jahren keine Seltenheit – aber eine neuntägige Rally war zuletzt selten. Bis jetzt.

Der Index liegt inzwischen über dem Schlussstand vom „Tag der Befreiung“, also kurz bevor Trump nach Börsenschluss seine Zölle für die (ganze) Welt ankündigte. Auch der 50-Tage-Durchschnitt wurde überschritten – und zum Rekordhoch fehlen nur noch 7,4 %. Zwischen dem 19. Februar und dem 8. April hatten wir eine deutliche Korrektur von 18,9 %, die jetzt zumindest technisch überwunden scheint.

Auch der Nasdaq hat sich in der vergangenen Woche erholt und ist über seinen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt gestiegen. Damit liegt er nur noch 10,9 % unter seinem bisherigen Rekordhoch (Abbildung).

Zuvor hatte der Index einen deutlichen Rückschlag hinter sich – einen Bärenmarkt mit einem Rückgang von 24,3 %, der vom 16. Dezember 2024 bis zum 8. April 2025 andauerte.

Nasdaq Composite und MAs

Seit Jahresbeginn hat der S&P 500 bislang lediglich 3,3 % verloren. Deutlich stärker unter Druck stand dagegen der MAGS, der um 11,7 % nachgegeben hat, während der XMAG leicht im Plus liegt – mit einem Anstieg von 0,9 % (Abbildung).

Die Korrektur im S&P 500 hatte nicht nur mit den von Trump angekündigten Zöllen zu tun. Bei vielen Anlegern kamen Zweifel auf, ob die großen Tech-Konzerne – darunter die „Glorreichen 7“ – nicht vielleicht zu viel Kapital in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur stecken. Diese Sorgen wurden insbesondere durch den Auftritt von DeepSeek am 24. Januar befeuert.

In der Folge geriet auch der S&P 500 Data Center REIT unter Druck und musste eine deutliche Korrektur hinnehmen. Seit dem 8. April hat sich das Segment allerdings wieder spürbar erholt (Grafik).

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