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Die Aktienmärkte sind weiterhin im Fluss, als sie versuchen, von ihren Tiefstständen vom 28. Februar wegzukommen und dabei massive tägliche Kursschwankungen unterlaufen. Anzeichen auf Besserung nehmen jedoch langsam Gestalt an. Um eines dieser Vorzeichen zu finden, muss man auf die andere Seite der Welt wechseln und sich dem südkoreanischen Aktienmarkt zuwenden, weg von der Volatilität des US-Aktienmarktes.
Südkorea zählt zu den vom Coronavirus am stärksten betroffen Ländern und doch hat der Leitindex KOSPI sich verbessernde Trends gezeigt, was sogar darauf hindeuten könnte, dass der Aktienmarkt seinen Boden erreicht hat. Noch interessanter könnte, dass der S&P 500 dem Beispiel des KOSPI folgen könnte, da die beiden zu divergieren beginnen.
KOSPI
Der KOSPI ist von seinem Hoch vom 20. Januar bis zum 2. März um rund 13,5% gefallen. Seit dem 2. März ist der Index jedoch um fast 5% hochgeschnellt. Mit einem Aufwärtstrend versucht der Index nun, noch weiter nach oben zu drängen und eine Widerstandsregion bei 2.110 zu überwinden. Sollte der KOSPI über dieses Niveau steigen, könnte der Index auf fast 2.165 zurückkehren und ein Plus von rund 4% erzielen.
Die Verbesserung beim KOSPI sollte von Anlegern nicht übersehen werden, da dies ein Hinweis darauf sein könnte, dass sich die Bedingungen verbessern oder dies von den Investoren auf diesem Markt zumindest so wahrgenommen wird. Sollte der KOSPI weiter steigen, könnte die Zuversicht dahinter schließlich auch auf die Aktienmärkte in den USA übergreifen.
Außerdem, sollten die Investoren in Südkorea die Situation als schlechter oder zumindest unverändert schlecht einstufen, dann sollte man denken, dass der Markt keine Erholung hinlegen oder neue Tagestiefs erreichen würde. Das ist aber nicht der Fall.
Divergierende Trends
Seit dem Tiefpunkt am 2. März ist der KOSPI stetig gestiegen, während der S&P 500 sich in einer Seitwärtsbewegung befindet und der deutsche Dax leblos am Boden kriecht. Wie der Chart zeigt, weicht der KOSPI jedoch allmählich von den beiden anderen Indizes ab und könnte signalisieren, dass bald eine Umkehrung bei S&P 500 und DAX folgen wird.
Bodenbildung?
Der S&P 500 auf der anderen Seite wird weiter in einem breiten Kurskorridor zwischen 2.950 und 3.130 Punkten ohne klare Richtung gehandelt. Man könnte den Eindruck bekommen, dass der Markt zu diesem Zeitpunkt richtungslos ist und entweder gerade einen Boden bildet oder sich der nächste Kursrutsch anbahnt.
Die Ansicht, dass der Markt weiter nach unten tendieren wird, scheint im Gegensatz zu dem zu stehen, was wir in Korea sehen. Darüber hinaus scheint es eine vernünftige Chance zu geben, dass der S&P 500 bereits am 28. Februar einen Tiefpunkt erreicht hat. An diesem Tag notierte der Index bei 2.855,84, was fast dem identischen Tief am 3. Oktober 2019 von 2.855,94 entspricht. Das passt zu genau, um zufällig zu sein; Der 3. Oktober war praktisch der Ausgangspunkt für die Rallye im vierten Quartal.
Während mehrere Indikatoren darauf hindeuten würden, dass die US-Märkte überverkauft sind, ist die Richtung anderer Märkte, die mit den schwersten Einbrüchen zu kämpfen hatten, möglicherweise der beste Weg, um einschätzen zu können, was als nächstes passiert.
Nichts im Leben ist sicher und die größte Herausforderung des Marktes in dieser Zeit besteht darin, herauszufinden, welchen potenziellen Schaden das Virus in der Weltwirtschaft anrichten kann. Es erscheint jedoch vernünftig, andere Teile der Welt zu Rate zu ziehen, um diese Bewertung vorzunehmen.