Trumps CO₂-Politik – Deutsche Wind- und Solarindustrie profitiert

Veröffentlicht am 10.08.2025, 23:06

Solar

Unter Präsident Trump hat die US-Regierung seit Anfang 2025 eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, die den Ausbau von Wind- und Solarenergie erheblich verlangsamen. Offshore-Windauktionen wurden gestoppt, für Projekte auf Bundesland gilt ein Moratorium, und selbst bereits genehmigte Großvorhaben wie das Lava Ridge Windprojekt in Idaho wurden zurückgezogen. Daraus ergeben sich Chancen für europäische Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Die Aktien aus dem Segment haben sich zuletzt positiv entwickelt.

Mit Trumps „One Big Beautiful Bill” wurden zudem die Zeiträume für Steueranreize drastisch verkürzt. Wind- und Solarparks müssen nun spätestens Ende 2027 ans Netz gehen oder bereits 2025 beziehungsweise 2026 mit dem Bau beginnen, um noch von den bisherigen Fördermodellen zu profitieren.

Gleichzeitig schließen strikte „Foreign Entity of Concern”-Regeln Projekte mit chinesischen Komponenten von Förderungen aus. An den US-Börsen führten diese Entscheidungen zu deutlichen Kursverlusten bei führenden Solarfirmen: Sunrun (NASDAQ:RUN) fiel zeitweise um mehr als 40 %, SolarEdge (NASDAQ:SEDG) um rund 26 %, Enphase um 18 %. Gleichzeitig legten ausgewählte US-Hersteller wie First Solar (NASDAQ:FSLR) in einem schwachen Marktumfeld zu, da sie von der Schwächung der ausländischen Konkurrenz profitieren könnten.

US-Regeln stützen deutsche Unternehmen

Für Deutschland haben diese Entwicklungen spürbare Auswirkungen. Da die US-Regeln die Nachfrage nach nicht-chinesischen Komponenten erhöhen, rücken europäische Anbieter stärker in den Fokus. Ein Beispiel ist SMA Solar (ETR:S92G), deren Wechselrichterproduktion vollständig außerhalb Chinas angesiedelt ist. Das Unternehmen konnte in den vergangenen Monaten eine stabile Auftragslage halten und notiert nach einer längeren Konsolidierungsphase wieder fester, gestützt von der Aussicht auf zusätzliche Exportaufträge aus den USA.

Ähnlich zeigt sich bei Siemens Energy (ETR:ENR1n), dass trotz struktureller Probleme in der Windkraftsparte eine gewisse Erholungstendenz erkennbar ist. Die Notierung hat sich seit den Tiefständen Ende 2024 spürbar erholt, nicht zuletzt aufgrund der Erwartung, dass die Nachfrage nach europäischer Offshore-Technologie im internationalen Wettbewerb steigen könnte.

Zuflüsse aus den USA

Auch auf der Betreiberseite könnten sich Chancen ergeben. Encavis (ETR:ECVG), ein auf Solar- und Windparks spezialisierter Konzern mit Standorten vor allem in Europa, profitierte zuletzt von verstärktem Investoreninteresse aus dem Ausland. Der Aktienkurs zeigte sich in den vergangenen Monaten vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen, was auf die langfristig gesicherten Stromabnahmeverträge und die planbaren Cashflows zurückgeführt wird. Sollte Kapital aus den USA vermehrt in stabile europäische Märkte fließen, könnte dieser Trend noch an Dynamik gewinnen.

Insgesamt wirkt Trumps Politik wie ein Bremsklotz für den US-Ausbau erneuerbarer Energien, verschiebt aber gleichzeitig globale Ströme von Kapital, Aufträgen und Technologien. Für deutsche Unternehmen mit einer klaren Positionierung außerhalb chinesischer Lieferketten und einer hohen technologischen Wettbewerbsfähigkeit eröffnen sich daraus neue Absatzmöglichkeiten.

Anleger, die den geopolitischen Kontext und die jüngsten Kursentwicklungen im Blick behalten, werden erkennen, dass einzelne deutsche Akteure in diesem Umfeld nicht nur Widerstandskraft zeigen, sondern vereinzelt auch Kursauftrieb erhalten.

Investmentidee(n) auf Erneuerbare Energien

Anleger sollten ihre Investments in Erneuerbare Energien daher auf europäische Unternehmen fokussieren. Als Alternative zu Einzelinvestments in Aktien können Anleger in Indexzertifikate auf Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien investieren. Ein solches Papier ist das Zertifikat der Société Générale auf den European Renewable Energy-Index. Das unbegrenzt laufende Papier hat die ISIN DE000SQ0DKD6, die Gebühr beträgt jährlich 0,8 %.

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