Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Die folgende Grafik, die mit Genehmigung von Torsten Slok von Apollo erstellt wurde, zeigt ein sonderbares Muster: Small-Cap-Unternehmen mit Verlusten haben seit Anfang April rund 30 % besser abgeschnitten als Small-Cap-Unternehmen mit Gewinnen. Torsten Slok beschreibt dieses Phänomen treffend:
"Auf dem Aktienmarkt ist etwas Bemerkenswertes im Gange. Die Aktienkurse von Unternehmen mit Verlusten haben sich in den letzten Monaten besser entwickelt als die Aktienkurse von Unternehmen mit Gewinnen."
Diese Performance-Divergenz – dass verlustschreibende Unternehmen besser abschneiden als profitable – ist Teil eines breiteren Trends: Anleger zeigen zunehmend Bereitschaft, höhere Risiken einzugehen, um zusätzliche Renditen zu erzielen, und achten dabei weniger auf solide Fundamentaldaten. Anders gesagt: Der Fokus liegt stärker auf den Schätzungen künftigen Gewinnwachstums als auf der Stabilität der tatsächlichen Erträge.
Ein weiteres Beispiel liefert der von Cathie Wood gemanagte ARKK-Fonds. Von den 46 Positionen im Portfolio haben in den vergangenen zwölf Monaten lediglich sechs Unternehmen positive Gewinne ausgewiesen. Ein direkter Vergleich zwischen Small-Cap-Aktien und dem ARKK ist jedoch nur bedingt fair – schließlich investiert der Fonds gezielt in innovative, wachstumsorientierte Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase, bei denen zukünftiges Potenzial oft wichtiger ist als aktuelle Profitabilität.
Diese Divergenz zwischen positiven und negativen Erträgen erinnert an eine alte Redewendung, über die man in diesem Zusammenhang nachdenken sollte: Ist ein Spatz in der Hand mehr wert als die Taube auf dem Dach? Der Markt scheint derzeit anderer Meinung zu sein.

Der VPI und die laufende Woche
Am Freitag veröffentlichte das BLS den VPI-Bericht trotz des laufenden Shutdowns – eine Ausnahme. Die Inflationsdaten fielen um 0,1 % schwächer aus als erwartet: Der VPI stieg im August um 0,2 %, die Kernverbraucherinflation um 0,3 %. Auf den Anleihemarkt hatten die Zahlen kaum Einfluss – vermutlich, weil sie wenig Überraschungspotenzial boten und an den Erwartungen hinsichtlich der Entscheidungen der Fed auf ihrer FOMC-Sitzung in dieser Woche kaum etwas änderten.
Ein wesentlicher dämpfender Faktor bleibt der rückläufige Preistrend im Wohnsegment, wie auch die begleitende Grafik zeigt. Da diese Daten stark nachlaufend sind und etwa 40 % des VPI ausmachen, dürfte dieser Effekt den VPI noch über mehrere Monate hinweg beeinflussen und tendenziell bremsen.
Infolge des anhaltenden Regierungsstillstands ist vorerst mit einer geringeren Zahl veröffentlichter Wirtschaftsdaten zu rechnen. Der Beschäftigungsbericht dürfte jedoch in den kommenden ein bis zwei Wochen erscheinen – unabhängig davon, ob der Shutdown bis dahin beendet ist oder nicht. Die Fed tagt am Mittwoch, und die Markterwartungen gehen mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit davon aus, dass sie die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird. Angesichts von Powells jüngsten Äußerungen zum Quantitative Tightening (QT) und den Anzeichen für eine zunehmende Liquiditätsverknappung erwarten wir zudem, dass die Fed bis Jahresende einen Plan zum Auslaufen des QT bekanntgeben wird – möglicherweise bereits in dieser Woche.
Darüber hinaus steht die Berichtssaison der großen Technologiekonzerne im Fokus. Hier die wichtigsten Termine der laufenden Woche:
- Mittwoch: Microsoft (NASDAQ:MSFT), Meta (NASDAQ:META), Google (NASDAQ:GOOGL) und Caterpillar (NYSE:CAT)
- Donnerstag: Apple (NASDAQ:AAPL), Amazon (NASDAQ:AMZN), Eli Lilly (NYSE:LLY) und Mastercard (NYSE:MA)
- Freitag: Exxon Mobil (NYSE:XOM), AbbVie (NYSE:ABBV) und Chevron (NYSE:CVX)
Der Tweet des Tages zeigt, dass in der laufenden Woche der Großteil der Gewinnankündigungen dieses Zyklus ansteht. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass der Anteil der Unternehmen, die sich derzeit in einer Sperrfrist für Aktienrückkäufe befinden, in den nächsten Wochen deutlich sinken wird.

Tweet des Tages

