Wichtige Konjunkturdaten im Fokus: Was die Fed als Nächstes beeinflussen könnte

Veröffentlicht am 03.06.2025, 07:52

Es steht außer Frage, dass Präsident Donald Trump die Belastbarkeit der US-Wirtschaft durch das, was wir (ganz objektiv) als „Zollturbulenzen unter Trump“ bezeichnen können, erheblich auf die Probe stellt. Die jüngsten Entwicklungen vom Freitag zeigen das deutlich: Trump warf China vor, gegen die Vereinbarungen im Handelsabkommen mit den USA zu verstoßen – und verdoppelte daraufhin die Zölle auf Aluminium und Stahl von 25 % auf 50 %.

Wirtschaftskalender

Trotz allem dürften die in dieser Woche anstehenden Wirtschaftsindikatoren ein weiteres Mal die Robustheit der US-Wirtschaft bestätigen – auch wenn es hier und da Ausnahmen geben könnte:

(1) Bauausgaben und Beschäftigung: Die Bauausgaben für den Monat April (Mo) könnten erneut zulegen und ein weiteres Rekordhoch erreichen (siehe Grafik). Besonders außerhalb des klassischen Wohnungsbaus bleibt die Konjunktur stark – unter anderem, weil Renovierungsprojekte nach wie vor boomen. Diese Entwicklung trägt dazu bei, dass die Beschäftigung im Baugewerbe auf einem sehr hohen Niveau bleibt (Fr.).

Trends wie Onshoring und der Ausbau der Infrastruktur sprechen zudem dafür, dass dieser Schwung so schnell nicht abreißen wird.

Wert der Bauleistungen vs. Beschäftigung im Baugewerbe

(2) Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes: Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes für Mai (Mon) dürfte – wenn man sich an den regionalen Unternehmensumfragen orientiert – weiterhin schwach ausfallen (siehe Grafik).

Anders sieht es beim Dienstleistungs-PMI (Mi) aus: Hier stehen die Zeichen klar auf Wachstum. Das bestätigt auch die von S&P Global erhobene Maßzahl zur PMI-Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor, die im Mai auf 52,3 gestiegen ist – ein Zweimonatshoch und weiterhin deutlich im Expansionsbereich.

 Regionale vs. nationale Konjunkturumfragen

(3) JOLTS: Die für April anstehende Umfrage zu offenen Stellen und zum Arbeitskräfteumschlag (Die) dürfte zeigen, dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin in solider Verfassung befindet. Diese Einschätzung wird durch die jüngste Verbrauchervertrauen-Umfrage für Mai gestützt: 31,8 % der Befragten gaben an, dass es aktuell genügend Arbeitsplätze gibt (siehe Grafik).

Arbeistmarktzahlen

(4) Challenger-Bericht zum Abbau von Arbeitsplätzen: Der Challenger-Bericht zum Abbau von Arbeitsplätzen hat kürzlich gezeigt, dass Science-Fiction zunehmend zur Realität wird. Der Bericht für Mai (Do) dürfte erneut bestätigen, dass der Einsatz von KI vor allem im IT-Bereich zu weiteren Stellenstreichungen geführt hat. Zu den Unternehmen, die zuletzt Personal abgebaut haben, zählen Microsoft (NASDAQ:MSFT), CrowdStrike (NASDAQ:CRWD), Duolingo (NASDAQ:DUOL), Walmart (NYSE:WMT), Business Insider und andere (siehe Grafik).

Aber das ist nur ein Teil des Bildes. Trotz des Wirbels, den Elon Musk in seiner kurzen Zeit in Washington verursacht hat, bleibt sein Ministerium für Regierungseffizienz (DOGE) bislang eher wirkungslos. Insgesamt ist die Zahl der Entlassungen über verschiedene Sektoren hinweg weiterhin vergleichsweise moderat.

 Bekanntgabe von Entlassungen im Technologiebereich

(5) Beschäftigung und Arbeitslosigkeit: Der Arbeitsmarktbericht für Mai (Fr) hat wohl das größte Potenzial, die Sichtweise der Fed zu beeinflussen – vor allem, wenn es um die Frage geht, ob der Zeitpunkt für eine geldpolitische Lockerung gekommen ist.

Wir rechnen mit einem Stellenzuwachs von 125.000 bis 150.000 – insbesondere in den Bereichen Freizeit und Gastgewerbe, Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen. Viele Baby-Boomer beginnen jetzt, ihre Ersparnisse für den Ruhestand auszugeben – das stützt vor allem konsumnahe Sektoren.

Die Arbeitslosenquote dürfte sich laut den jüngsten Daten zu den wöchentlichen Anträgen auf Arbeitslosenhilfe bei 4,2 % einpendeln. Sollte die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit leicht steigen, könnte sie auch etwas höher ausfallen.

Insgesamt erwarten wir aber, dass sich der Arbeitsmarkt weiter robuster zeigt, als viele vermutet haben – und dass sich die Fed mit Zinssenkungen weiterhin Zeit lassen wird.

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