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Was den Goldpreis wirklich bewegt

Veröffentlicht am 11.10.2019, 10:16
Aktualisiert 12.10.2019, 19:39
© Reuters.
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Investing.com - Der Goldpreis erlebt gerade eine Renaissance als Alternativ-Investment und das, obwohl der Dollar erst kürzlich ein neues Mehrjahreshoch erreichte.

Der Gold-Future zur Lieferung im Dezember (Gold-Chart) kostete am Freitag 1.506 Dollar je Feinunze und damit 0,40 Prozent mehr als am Vortag. Sein Mehrjahreshoch markierte der Terminkontrakt für Gold am 04. September bei 1.566 Dollar je Feinunze. Seitdem ging es gemächlich nach unten.

Der Kassapreis für Gold (XAU/USD) (Gold-Chart) gewann vor dem wichtigen Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Vize-Premier Liu He gut 0,60 Prozent an Wert und kostete zuletzt 1.502 Dollar je Feinunze. Ähnlich wie der Gold-Future markierte der Spot-Preis am 04. September den höchsten Stand seit April 2013 bei 1.557 Dollar je Feinunze. Im Anschluss daran setzte eine moderate Korrektur ein, die den Goldpreis in der Spitze auf 1.459 Dollar drückte.

Was einige Händler in den vergangenen Monaten irritierte, als Gold neue Mehrjahreshochs erreichte, ist, dass dies vor dem Hintergrund der anhaltenden Dollar-Stärke geschah. Der Dollar-Index erklomm, wie auch der Goldpreis, Anfang September mit 99,33 Punkten neue Mehrjahreshochs. Zuletzt rangierte der Dollar-Index-Future (Dollar-Chart) mit einem Minus von 0,04 Prozent auf 98,37. In der Regel wirkt sich ein Anstieg des Greenbacks negativ auf den Goldkurs aus, da die Feinunze in Dollar notiert. Aber diesmal ist alles anders und das hat einen wichtigen Grund, den alle Händler kennen sollten, die das gelbe Metall handeln.

Für Gold-Bullen sei es nun wichtig zu verstehen, warum diese gefürchtete Dollar-Stärke nicht dazu beigetragen hat, den Bullen-Markt beim Gold das Wasser abzugraben, erklärte Michael Pento, Präsident und Gründer von Pento Portfolio Strategies (PPS), in einem Artikel auf Investing.com.

Dass die Federal Reserve vor kurzem 100 Milliarden US-Dollar an neuen Krediten für den Overnight-Repo-Markt bereitzustellen musste, unterstreiche zwar den Zustand von Dollar-Knappheit im globalen Finanzsystem. Dieser Dollar-Mangel und die damit einhergehende Stärke hätten die meisten Marktbeobachter aber verblüfft, so Pento.

Seit 2008 hat die Fed 3,8 Billionen US-Dollar (mit einem "B") gedruckt, um die Währung zu schwächen und die Preise für Vermögenswerte anzukurbeln. Man könnte also denken, dass die Welt an Dollar-Liquidität ersaufen würde. Überraschenderweise gibt es immer noch eine unstillbare Nachfrage nach dem Dollar, was viele zu der Frage veranlasst, was seine Stärke verursacht.

Die Hauptkräfte hinter der Dollar-Stärke sind Wachstums- und Zinsdifferenzen, erklärte der Experte. Die Federal Reserve war in der Lage, die Tagesgeldzinsen auf fast 2,5% anzuheben und ihr Programm zur quantitativen Lockerung einzustellen, bevor sie vor kurzem von einer härteren Geldpolitik zur akkommodierenden zurückkehrte. Die Fed-Funds-Rate, der US-Leitzinssatz, liegt nun im Bereich von 1,75-2,0%. Sowohl die EZB als auch die BoJ haben jedoch negative Einlagensätze und haben derzeit Programme zur quantitativen Lockerung (quantitative easing, QE) laufen. Nicht nur das, sondern auch das Renditeplus, das Anleger erzielen können, wenn sie 10-jährige US-Staatsanleihen besitzen statt Anleihen Japans und Deutschlands, beträgt 175 Basispunkte bzw. 200 Basispunkte. Abgesehen davon lag das Wachstums des Bruttoinlandsprodukts in der EU im zweiten Quartal 2019 auf nur noch 1,4% im Jahresvergleich; und Japans Wirtschaft wuchs nur um spärliche 1,0%. Das Wachstum in den USA betrug demgegenüber 2,3% im Jahresvergleich. Diese Wachstumsrate ist zwar nicht eben umwerfend, aber immer noch besser als bei den Haupthandelspartnern Amerikas.

Angesichts des unterdurchschnittlichen Wachstums und der geringen Hoffnung auf eine Verbesserung haben EZB und BoJ beschlossen, mit Niedrigzinsen und QE fortzufahren, um das Wachstum zu beschleunigen. Dennoch stagnieren ihre Volkswirtschaften weiter.

Die US-Notenbank ist nun wieder gezwungen, die Zinsen zu senken. Dies ist in erster Linie auf die Stärke des Dollar zurückzuführen, die ausländischen Schuldnern von USD - von denen es viele gibt - schadet.

Die BIZ schätzt, dass das Volumen ausländischer Dollar-Anleihen mittlerweile 11,5 Billionen Dollar überschreitet.

Ein steigender US-Dollar belastet diese auf US-Dollar basierenden Auslandskredite weiter und erschwert den Schuldendienst, schrieb Pento. "In der Tat führt dies zu einem Druck auf Dollar-Shorts. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die Fed fast 800 Milliarden US-Dollar im Rahmen ihres quantitativen Straffungsprogramms (Quantitative Tightening, QT) aus dem Markt genommen hat, sieht man deutlich die Gründe für die Dollar-Stärke."

Aber diejenigen, die glaubten, der US-Dollar würde seine Kaufkraft gegenüber Gold steigern, haben sich völlig geirrt, stellt Pento fest. Das liege daran, dass der Haupttreiber hinter dem Goldpreis die Richtung der Realzinsen sei.

Daher sei es unerlässlich, die tatsächliche Stärke des US-Dollars nicht an anderen problematischen Zentralbankwährungen zu messen, die von noch waghalsigeren Zentralbanken ausgegeben werden. Stattdessen sollte der echte Wert des Dollars gegen echtes Geld abgewogen werden ... Gold.

"Die herkömmliche Meinung würde Ihnen sagen, dass Dollar und Gold in einer wechselseitigen Beziehung stehen. Verliert der Dollar an Wert, steigt Gold und umgekehrt. In letzter Zeit haben sich jedoch der Dollar als auch das Gold beide teurer geworden", erklärte der Gründer von Pento Portfolio Strategies.

Auch hier ist der Hauptantrieb für Gold nicht die Richtung des Dollars, sondern die Richtung der Realzinsen. Wenn sich das US-Wachstum in einem nicht inflationären Umfeld beschleunigt, dürfte Gold ungeachtet der Richtung des US-Dollars unter die Räder kommen. Umgekehrt kann sich der USD-Dollar - wie schon im vergangenen Jahr - gegenüber einem Währungskorb aus Zentralbankgeld in einem Bullen-Markt befinden und gegenüber Gold dennoch deutlich an Boden verlieren, solange die Nominalzinsen in einem Umfeld steigender Inflation fallen.

Die jährliche Rate der Kern-Verbraucherpreisinflation stieg im September auf 2,4% und erreichte damit den höchsten Stand seit einem Jahr. Währenddessen stürzte die Rendite der amerikanischen 10-Jahresanleihe in den letzten 12 Monaten von fast 3% auf 1,6% ab. Daher sind die realen Renditen zusammengebrochen und der Goldpreis in der Folge gestiegen.

Dieser Fall der realen Renditen sei Raketentreibstoff für Gold und dies trotz des Anstiegs des Dollars gegenüber Euro und Yen gewesen, wie Pento feststellte. Der Goldpreis stieg zweistellig, obwohl der Dollar-Index in den letzten 12 Monaten ebenfalls um fast 5% zugelegt hat. "Dennoch kann es für diejenigen von uns, die Gold lieben, eine Hassliebe sein. Es liegt immer noch 20% unter den Höchstständen von 2011, und die Bergbauaktien (NYSE:GLD) sind um 60% eingebrochen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, zu wissen, wie man die Zyklen dieses Sektors handhabt."

Die Fragen für Gold-Anleger lauten nun: Haben die Nominalrenditen ihren Fall beendet und in welche Richtung bewegt sich die Inflationsrate? Kurzfristig kann die Antwort auf diese Frage in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China gefunden werden, die bereits angelaufen sind. Der Grund dafür sei, dass die Märkte abgestumpft seien, wenn wieder einmal keine eine Einigung mit China über den Handel in Aussicht gestellt wird. Und der Hauptverantwortliche heißt hier Donald Trump. Die Wall Street und internationale Konzerne können im Schatten dieser Unsicherheit keine Geschäfte mehr tätigen, in der die Zölle einen Tag steigen und am nächsten Tag fallen können, so Pento.

Seit Anfang 2017 sind Investoren und die Managementelite mit einer Reihe schwindelerregender Handelskriegseskalationen konfrontiert gewesen. Allein in diesem September hob Trump am 1. des Monats die Zölle für China an. Dann kündigte er am 11. eine Liste von Ausnahmen von denselben Zöllen an. Am 25. griff er China in seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung scharf an und sagte: "Seit Jahrzehnten wird das internationale Handelssystem leicht von Nationen ausgenutzt, die in sehr schlechtem Glauben handeln. China lehnte nicht nur versprochene Reformen ab, sondern verschrieb sich einem Wirtschaftsmodell, dass auf massiven Marktbarrieren, hohen staatlichen Subventionen, Währungsmanipulationen, Produktdumping, erzwungenen Technologietransfers und den Diebstahl von geistigem Eigentum sowie Geschäftsgeheimnissen im großen Stil aufgebaut ist."

Am nächsten Tag sagte Trump, dass ein Abkommen mit China "viel früher kommen könnte, als die meisten denken". Dann, am 27. September, berichtete Bloomberg, das Weiße Haus habe damit gedroht, die Notierung chinesischer Unternehmen an US-Börsen zu verbieten. Unter diesen instabilen Umständen können Unternehmen ihre Investitionsausgaben einfach nicht mehr richtig planen.

Die USA und China halten gerade ein Treffen ab, auf dem über die Zukunft der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Nationen zu entschieden wird. Die Zölle sollen am 15. Oktober für chinesische Waren im Wert von 250 Mrd. USD von derzeit 25% auf 30% steigen. An der Wall Street besteht kein Appetit mehr auf die anhaltende Zweideutigkeit dieses Handelskriegs. Daher ist zu erwarten, dass Präsident Trump am 11. Oktober das schönste Handelsabkommen der Geschichte bekannt gibt, seit die USA Manhattan von den Indianern gekauft haben. „Eine solche Ankündigung dürfte die wichtigsten Börsenindizes wie Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 vorübergehend ankurbeln und könnte auch zu einem starken Ausverkauf von Gold führen. "Dies ist darauf zurückzuführen, dass eine solche Vereinbarung den Zinssenkungszyklus der Fed vorübergehend verzögern dürfte", glaubt Michael Pento.

Die kaputten Wirtschaftsmodelle der Fed hätten dazu geführt, dass es ihr nicht gelungen sei, die schuldenverursachte Lähmung in den Industrieländern zu erfassen. China könne das globale BIP nicht weiter aufblähen, weil es seinen Schuldenberg von 40 Billionen US-Dollar nicht wesentlich vergrößern kann, ohne den Yuan abstürzen zu lassen. Auch die Finanz- und Geldpolitik sei bereits extrem gespannt und könne die Wirtschaft nicht mehr ohne Weiteres aus ihrer Not herausholen.

Das globale Wachstum sei ins Stocken geraten, so Pento, und das US-BIP-Wachstum ist nach Angaben der Fed von Atlanta von über 4% im letzten Jahr auf unter 2% im dritten Quartal zurückgegangen. Der wichtigste Teil der Zinsstrukturkurve bleibt invertiert. Auf dem Repo-Markt besteht Illiquidität. In Washington herrscht totales Chaos und die jährlichen Defizite haben die Billionen-Dollar-Marke überschritten. Die Q3-Berichtssaison steht vor der Tür und es wird eine Note "6" angezeigt. Die globalen Zentralbanken haben praktisch keine Munition mehr. Unterdessen befindet sich die Börse auf einem Allzeithoch.

Der Druck auf Mr. Trump sei jetzt immens, sagte Michael Pento. "Heute muss ein Handelsabkommen erreicht werden, das künftige Zölle abschafft und die meisten, wenn nicht alle, für China geltenden Zölle aufhebt. Jede andere Art von Vereinbarung wird bei weitem nicht mehr ausreichen, um die Weltwirtschaft herumzudrehen oder die Wall Street daran glauben lassen, dass es dazu reicht."

Die traurige Wahrheit sei, dass selbst ein umfassendes Handelsabkommen die massiven Ungleichgewichte zwischen Schulden und Vermögensblasen nicht ausgleichen kann, die unvermeidlich implodieren müssen. Das bedeute, die Realzinsen sollten in naher Zukunft ein Rekordtief erreichen, erklärte der Gründer von Pento Portfolio Strategies zum Abschluss seines Artikels. Gold sollte sich so auch in Zukunft weiter verteuern können.

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