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Aktien Frankfurt: Zins- und Inflationshoffnungen treiben Dax über 16 100 Punkte

Veröffentlicht am 29.11.2023 12:07 Aktualisiert 29.11.2023 12:15
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit Rückenwind aus den USA und von deutschen Inflationsdaten hat der Dax am Mittwoch die 16 100-Punkte-Marke überwunden. Dabei erklomm er ein Zwischenhoch seit Anfang August. Neu erwachter Optimismus über womöglich schon bald sinkende Leitzinsen in den USA hatte tags zuvor der Wall Street einen Schub gegeben. Auslöser waren Aussagen von Christopher Waller, der dem Direktorium der US-Notenbank Fed angehört.

In Deutschland derweil deutete am Mittwoch ein zum Teil deutlicher Rückgang der Inflationsraten in mehreren Bundesländern auf eine weitere Abschwächung der Teuerung hin. Verbraucherpreisdaten für Deutschland insgesamt folgen dann am frühen Nachmittag.

Der Dax legte in diesem Umfeld bis zum Mittag um 0,97 Prozent auf 16 147,81 Punkte zu. Aus charttechnischer Sicht rückt laut Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets (LON:CMCX) bis Jahresende nun auch wieder das Rekordhoch in Reichweite. Das hatte das deutsche Börsenbarometer Ende Juli bei etwas unter 16 530 Punkten erreicht. Seit dem Zwischentief im Oktober war der Dax rund vier Wochen lang nach oben gelaufen und hat sich nun wieder um rund 10 Prozent erholt.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Mittwochmittag um 1,00 Prozent auf 26 267,93 Zähler nach oben.

Waller habe die Investoren in ihrem geldpolitischen Optimismus bestärkt, sagte Stanzl. Am Freitag werde zwar noch Fed-Präsident Jerome Powell sprechen, "aber nach Wallers Rede sehen sich die Anleger in ihrer Erwartung bestätigt, dass als nächster Schritt die Wende in der Geldpolitik eingeleitet wird". Für das kommende Jahr rechne der Markt jetzt mit vier kleinen Zinssenkungen durch die Fed.

Am Donnerstag stehen aber erst einmal och Daten zur Teuerung aus einigen Euro-Ländern und den USA an.

Zinshoffnungen trieb vor allem den Immobiliensektor an. Vonovia (ETR:VNAn) gewannen 2,3 Prozent und LEG (ETR:LEGn) 3,0 Prozent. Aroundtown (ETR:AT1) blieben mit minus 3,7 Prozent von dem Optimismus weitgehend ausgeschlossen. Allerdings war die SDax-Aktie am Morgen noch um bis zu elf Prozent abgesackt. Der Gewerbeimmobilienspezialist steckt wegen des schwachen Umfelds unter dem Strich tief in den roten Zahlen.

Umstufungen bewegten einige Autowerte aus dem Dax. Die US-Bank JPMorgan (NYSE:JPM) äußerte sich vor allem zu VW vorsichtiger, während sie BMW (ETR:BMWG) positiver beurteilt. Die Internationalisierung des Automobilmarktes werde sich 2024 fortsetzen, betonte Analyst Jose Asumendi in seiner Sektorstudie. Neue Anbieter aus China und Nordamerika träten auf den Plan, gewännen Marktanteile und wirbelten den Markt durcheinander. Große etablierte Hersteller wie etwa Volkswagen (ETR:VOWG) verzeichneten in dieser Gemengelage seit einigen Jahren Marktanteilsverluste. BMW dagegen habe eine gut ausbalancierte Strategie zur Sicherung der Gewinne und Marktanteile.

Asumendi stufte daher die VW-Vorzugsaktie auf "Neutral" ab und senkte auch das Kursziel. Zugleich wurde das BMW-Papier auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel angehoben. BMW stiegen daraufhin um 2,3 Prozent. VW schüttelten zuletzt ihre frühen Verluste ab und stiegen um 0,7 Prozent.

Zum Waferhersteller Siltronic (ETR:WAFGn) äußerte sich die Privatbank Berenberg positiver. Sie hob die Aktie auf "Buy" und setzte auch das Kursziel nach oben, was dem Papier ein Plus von 8,8 Prozent bescherte. Nach sechs aufeinanderfolgenden Quartalen mit verlangsamtem Wachstum und einem von geringerer Profitabilität geprägten Jahr 2023 dürfte sich das Blatt für den Wafer-Hersteller wenden, erwartet Analyst Gustav Froberg.

Borussia Dortmund (F:BVB) gewannen 7,9 Prozent an der SDax -Spitze. Der Bundesligaclub meisterte die schwerste Gruppe der Champions League mit Bravour und erreichte vorzeitig das Achtelfinale.

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