Investing.com - Die US-Börsen starten heute vorbörslich leicht im Plus, während Investoren bereits die mögliche Zinssenkung der US-Notenbank in der kommenden Woche im Blick haben. In der Zwischenzeit verschärfen sich die Herausforderungen für Boeing (NYSE:BA): Ein drohender Streik an der Westküste setzt den Luftfahrtgiganten zusätzlich unter Druck. Auf der anderen Seite sorgt Oracle für positive Schlagzeilen. Der Softwarekonzern hat seine Umsatzziele für 2026 angehoben, was gestern zu einer deutlichen Kursrallye nach US-Börsenschluss führte.
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1. Leichte Kursgewinne an den US-Märkten
Die US-Börsen stehen vor einem positiven Handelsstart, nachdem sie den gestrigen Tag auf dem höchsten Stand des Monats beendeten. Frische Konjunkturdaten nähren die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed in der kommenden Woche die Zinsen um 25 Basispunkte senken könnte.
Der Dow Future zeigt aktuell ein Plus von 0,2 %, ebenso der S&P 500, während der Nasdaq 100 um 0,1 % zulegt.
Am gestrigen Handelstag erzielte der S&P 500 ein Plus von 0,8 %, der technologieorientierte Nasdaq Composite schloss sogar mit einem Zuwachs von 1,0 %. Der Dow Jones Industrial stieg um 0,6 %.
Positive Impulse für die Märkte kamen von Daten, die einen abgeschwächten Anstieg der Erzeugerpreise für August zeigten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Erzeugerpreise um 1,7 % zu, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten dies im Schnitt erwartet. Der Anstieg im Vormonat wurde hingegen leicht nach unten revidiert: Anstatt eines Preisanstiegs um 2,2 % ergeben sich 2,1 %.
Das FedWatch Tool der CME Group (NASDAQ:CME) gibt einer Zinssenkung um 25 Basispunkte derzeit eine 57-prozentige Chance, während die Wahrscheinlichkeit für eine stärkere Senkung um 50 Basispunkte bei 43 % liegt.
2. Streik bei Boeing: Mitarbeiter fordern höhere Löhne
Rund 30.000 Boeing-Mitarbeiter im pazifischen Nordwesten der USA haben das jüngste Angebot des Flugzeugherstellers abgelehnt und treten noch heute in den Streik. Die Beschäftigten fordern höhere Löhne und verbesserte Sozialleistungen, was Boeing vor erneute Herausforderungen stellt.
Der Streik ist die erste größere Arbeitsniederlegung bei Boeing seit 2008. Laut Berichten aus Washington stimmten 96 % der Mitglieder der größten Gewerkschaft des Unternehmens für den Arbeitskampf. Sie kritisierten, dass die jüngsten Angebote der Konzernführung nicht ausreichten, um den steigenden Lebenshaltungskosten gerecht zu werden.
Boeing räumte ein, dass die Mitarbeiter eine vorläufige Vereinbarung, die Anfang des Monats getroffen wurde, als "inakzeptabel" abgelehnt hätten. Das Unternehmen signalisiert jedoch Verhandlungsbereitschaft: "Wir sind bereit, wieder an den Verhandlungstisch zu treten", so ein Sprecher.
Für den neuen CEO Kelly Ortberg ist der Streik eine zusätzliche Belastungsprobe. Boeing kämpft weiterhin mit Reputationsproblemen, nachdem es in den letzten Jahren wiederholt zu Qualitätsmängeln kam. Zuletzt sorgte ein Vorfall im Januar für Aufsehen, als sich eine Türverkleidung eines 737 MAX-Flugzeugs löste. Zudem gibt es Berichte über Defekte am Starliner-Raumschiff, das derzeit zwei Astronauten auf der Internationalen Raumstation festhält.
Der letzte große Streik im Jahr 2008 hatte Boeing schätzungsweise 1,3 Milliarden Dollar durch Produktionsausfälle und Lohnanpassungen gekostet.
3. Oracle-Aktie legt nach optimistischer Umsatzprognose kräftig zu
Nach der Vorlage einer überraschend positiven Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 stieg die Aktie von Oracle im vorbörslichen US-Handel um mehr als 6 %. Der kalifornische Technologiekonzern übertraf die Erwartungen zahlreicher Analysten und sorgte für Optimismus bei Anlegern.
Das Unternehmen erwartet nun einen Umsatz von 66 Milliarden Dollar für 2026 – deutlich mehr als die von Analysten geschätzten 64,5 Milliarden Dollar, wie aus Daten des Finanzdienstleisters LSEG hervorgeht.
Langfristig plant Oracle bis 2029 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar und ein jährliches Gewinnwachstum von 20 %.
Der Konzern profitiert von der steigenden Nachfrage nach Cloud-Lösungen, die besonders durch das rasante Wachstum der Künstlichen Intelligenz angetrieben wird. Trotz intensiver Konkurrenz durch Tech-Giganten wie Google (NASDAQ:GOOGL), Microsoft (NASDAQ:MSFT) und Amazon (NASDAQ:AMZN) hat sich Oracle als einer der Gewinner im Softwaresektor etabliert.
Mit einem Kursanstieg von rund 53 % seit Jahresbeginn zählt Oracle (NYSE:ORCL) zu den besten Performern an der Börse in diesem Jahr.
4. Adobe enttäuscht mit Umsatzprognose
Die Prognose von Adobe (NASDAQ:ADBE) für das vierte Quartal hat die Analysten enttäuscht und zu einem Rückgang der Aktie im vorbörslichen US-Handel geführt. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz von 5,50 bis 5,55 Milliarden Dollar – weniger als die von LSEG erwarteten 5,61 Milliarden Dollar.
Der Gewinn je Aktie wird auf 4,63 bis 4,68 Dollar geschätzt, während Analysten durchschnittlich 4,67 Dollar pro Aktie prognostiziert hatten.
Adobe versucht, mit neuen KI-gestützten Features für seine Softwareprodukte die Nachfrage anzukurbeln. Doch angesichts des unsicheren Wirtschaftsumfelds und hoher Zinssätze zögern viele Kunden weiterhin, größere Investitionen zu tätigen.
5. Ölpreis erholt sich weiter
Die Ölpreise steigen im europäischen Handel derzeit kräftig an und stehen vor einem versöhnlichen Wochenausklang. Hauptgrund für den Preisanstieg sind die zunehmenden Bedenken über mögliche Lieferausfälle durch Hurrikan Francine, was dem Ölpreis einen deutlichen Schub verlieh und ihn aus dem Dreijahrestief herausholte.
Die Nordseesorte Brent kletterte um 0,5 % auf 72,34 Dollar pro Barrel, während der US-Rohölkontrakt West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls einen Anstieg um 0,5 % auf 68,50 Dollar pro Barrel verzeichnete.
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